Archers Campfire
Do it yourself => Sehnenbau/ Mittelwicklung/Nockpunkt => Thema gestartet von: Landbub am Juli 11, 2024, 01:43:21 Nachmittag
-
Bogensehnen unterscheiden sich grob in Polyestersehnen und anderen Materialien mit weniger Dehnung. In Volksmund nennt man diese "Dacron" und "Fastflight", jeweils als unspezifischer Sammelbegriff. UWHMPE oder HMPE, Vectran... auf dem Compound vor 15 Jahren hatte ich sogar mal eine mit Kevlar.
Materialien sind gekommen und gegangen (Gore), manche schwören auf Sehen aus unterschiedlichen Materialien (Whisperstring) in wirren Mischungen, andere mit viel Fachwissen über Garne mischen auch die Sehnen auch, achten aber auf kompatible Parameter (vonHerrmansburg).
Ich sage: viel Rauch um wenig Effekt. Das beruht aber nur auf meiner Erfahrung, garntechnisch bin ich ein Laie und Weiss: Baumwolle wird nicht verwendet.
Hier gibts einen Thread über die teschnischen Eigenschaften und Vorlieferanten der verschiedenen am Markt erhältlichen Garne:
https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=5553.new;topicseen#new
In diesem Thread soll der Praxisbezug hergestellt werden und deshalb geht die Frage hier gleich an unsere Fachkundigen und Sehnen bauer und natürlich an die, die eine klare Meinung basierend auf Erfahrung haben, welches Garn oder welche Garne in welcher Kombination für einen Bogen optimal sind und warum. Im anderen Thread sind "besondere Anforderungen von Uukha Wurfarmen" genannt und "grosser unterschied zwischen (meist kurzen) Holz-Jags-Bögen und ILF / FITA Bögen etc.
Den Compound würde ich hier mal raus lassen, denn die Anforderungen hinsochtlich Dehnung sind da ja offensichtlich.
-
Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?....
Das ist so individuell wie jeder Schütze mit seinem Bogen auf seine Länge auszieht und leichte oder schwerere Pfeile schießt oder sogar Carbon oder Holz verwendet, oder beides. Das würde den Rahmen sprengen das hier alles aufzuführen.
Deshalb frage ich einfach bei Bestellung mit meinem Formular die verschiedenen Parameter ab.
Zusätzlich dann noch ob die Sehne sehr schnell und zickig werden soll, oder eher fürs Mittelmaß, oder der Schütze ist eben nicht mal Mittelmaß, dann baue ich sie nicht so schnell sondern eher gutmütig.
Das sind Erfahrungswerte die ich da gesammelt habe, dafür hab ich mein halbes Leben Sehnen gezwirnt und meist auch die Leute gefragt, wo es hakt oder ob sie zufrieden sind. Meistens haben sie von selbst geantwortet und waren sehr oft geblättet was so eine vernünftig und präzise gefertigte Customsehne auch auf einem o-8-15 Bogen schon verändern und ausmachen kann.
Also, es gibt kein BESTES MATERIAL AUF BOGEN XY.....
-
Dem kann ich nur voll zustimmen.
Es kommt eben auch darauf an welche Kriterien der Schütze an die Sehne hat ..
Guido hat schon schnell/zickig und gutmütig/fehlerverzeihender genannt.
Für mich ist noch die Lautstärke ein Kriterium - meine Sehne bzw. mein Bogen mit der Sehne muss flüsterleise sein
Nicht zu vergessen ist auch der Handschock bei Langbögen, auch da macht aus meiner Erfahrung das Material große Unterschiede.
Speed ist für mich eher zweit- bis drittrangig, andere Schützen sehen das ganz anders.
Und dann gibt es noch die guten alten Schätzchen die nicht für modernes Material geeignet sind und die klassische Polyestersehne aka Dacron haben sollten.
Und zum Schluss: das gilt für mich und traditionelle Bögen, bei Olympischen Recurves, Barebows oder gar Compoundbögen mag das alles anders sein, da hab ich aber 0,0 Erfahrung
-
Dem kann ich nur voll zustimmen.
Es kommt eben auch darauf an welche Kriterien der Schütze an die Sehne hat ..
Guido hat schon schnell/zickig und gutmütig/fehlerverzeihender genannt.
Für mich ist noch die Lautstärke ein Kriterium - meine Sehne bzw. mein Bogen mit der Sehne muss flüsterleise sein
Nicht zu vergessen ist auch der Handschock bei Langbögen, auch da macht aus meiner Erfahrung das Material große Unterschiede.
Speed ist für mich eher zweit- bis drittrangig, andere Schützen sehen das ganz anders.
Und dann gibt es noch die guten alten Schätzchen die nicht für modernes Material geeignet sind und die klassische Polyestersehne aka Dacron haben sollten.
Und zum Schluss: das gilt für mich und traditionelle Bögen, bei Olympischen Recurves, Barebows oder gar Compoundbögen mag das alles anders sein, da hab ich aber 0,0 Erfahrung
Hab ich gewusst daß du das aufführst und wollte Dir ja noch was übrig lassen.... :klasse:
Leise... ist für mich auch immer das Hauptkriterium, darum kommt bei mir in eine neue Sehne egal welcher Bogen, immer meine Fleece Silencer rein.
Ohne muß ich das gar nicht probieren, denn es geht nicht leise genug.
Wenn ich meine Hörgeräte ausschalten muß ist es eindeutig zu laut.... :Achtung:
-
Ich hatte alle Sehnen von namhaften erfahrenen Sehnenbauern. Bin dann vor einigen Jahren beim Guido gelandet und da solange geblieben, bis ich das auch noch selbst machen wollte.
Auf meinen Border WA (XP30 bis HEX7.2 und CVX) habe ich FF, Ecel, 452x, Rino, Lippmann und 8125 (100% HMPE) geschossen. Dacron benutze ich nur für meinen Prim-bow.
BCY 8125, weil Border das duldet (Gewährleistung) und ich reichlich davon habe. Vielleicht werde ich auch mal was Anderes nehmen, wenn es verbraucht ist – dann bin ich etwa 180 Jahre alt.
Meine Erfahrungen:
Die Haltbarkeit der Sehne hängt von der Dimensionierung und der Qualität der Herstellung ab und nicht von den propagierten Materialeigenschaften.
Zumindest, wenn sich das Garn nicht in Wasser auflöst und die Verarbeitbarkeit keine Laborbedingungen erfordert.
Die Geschwindigkeit und Lautstärke hängen u.A. (*) vom Gewicht der Sehne (incl. Dämpfer) und nicht von den propagierten Materialeigenschaften der Sehnengarne ab.
(*) Bogen (Form, Material, Größe usw.), Einstellungen (Standhöhe, Tiller usw.), Pfeilgewicht und Spine, Lösetechnik und so weiter…
Die Haltbarkeit der WA ist m.E. ausschließlich von der Beanspruchung durch kinetische Energie abhängig.
Das heißt, es sollte alles an Sehnenmaterial gehen, wenn das kumulierte Gewicht aus Pfeil + Sehne und Auszugslänge im vorgesehenen Spektrum liegen.
Ich halte eine „dämpfende Wirkung“ elastischer Sehnenmaterialien für Nonsens.
Die Betrachtung der entsprechenden Parameter mit Bezug auf die dynamischen Belastungen schließen eine derartige Begründung für irgendwelche Effekte aus.
-
Ich habe bisher nur vier Garnsorten verbaut.
BCY B55, 8125, 452X und Spectra 652
Das B55 auf einem nicht Fastflight fähigen Langbogen und die 8125 und 452x auf Olymp. Recurve. Damit war ich solange zufrieden bis ich auf traditionell umgestiegen bin.
Mein Arzan von Kone und meine BlackWidow wollte das Spectra überhaupt nicht, war wohl zu hart.
Mein Shrew hat von den 10 Strängen zwei B55 und acht Spectra 652. Ist mir angenehmer als 10Spectra.
Mein Spider Condor CV Edition nutzte ich nur mit Spectra ebenso jetzt meinen Redman. Meinen Langbogen von Mindfactor liebe ich mit Spectra. Sein Bass ist der Hammer, könnte bestimmt als Basszupfinstrument durchgehen ;D
Ich bin dann wohl Spectra Fan.
Aber bringen meine Antworten etwas? Glaube eher nicht. Ich habe vielleicht schon an die 100 Sehnen gemacht (danke Guide für deine Tips auf YT) aber in Sachen Garne habe tatsächlich so gut wie nicht gewechselt. Kenne also wohl nur einen Bruchteil der möglichen.
-
Die Frage ist, ob das in unserem Bereich wirklich ernsthafte Unterschiede gibt. Wobei, die originale Bear FF Sehne ist schon laut und ich habe sie sehr schnell gegen eine aus „Dacron“ getauscht. Jetzt brummt sie nur noch. Ob es einen Performanceverlust gibt und dieser spürbar ist, weiß ich aber nicht.
-
Guido hat schon schnell/zickig und gutmütig/fehlerverzeihender genannt.
Hängt m.E. nicht vom Sehnenmaterial ab, sondern vor Allem vom Gewicht / relative Strangzahl und vom Grad der Eindrehung. Oft eingedreht ist weniger zicking und langsamer.
-
Ich denke nicht das wir hier auf einen gemeinsamen Nenner kommen können.
Guido (und ich) reden über ein bis dreiteilige „Jagdbögen“ die vom Bogen her relativ wenige (bis keine) Einstellmöglichkeiten bieten und bei denen (zumindest bei mir bekannten) die Sehne schon einen Einfluss auf Schussverhalten und auch die Lautstärke hat.
@Landbub: ich gehe davon aus das du meistens von Bögen mit einem Olympischen/Barebow Mittelteil sprichst
Diese haben (evtl. sogar mit Visier) deutlich mehr Möglichkeiten am Bogen zu drehen, Handschock ist dort ein Fremdwort und Lautstärke interessiert dich laut eigener Aussage nicht.
Die meisten Traditionellen Schützen schießen mit flämisch gespleisten Sehnen, du wahrscheinlich mit Endlossehnen.
Wir reden hier aus meiner Sicht über Äpfel 🍎 und Birnen 🍐
-
Meine Erfahrungen decken nur 452x und B55 sowie Lippman Lbs ab. Ich nehm das Lippmann für alle fast flight tauglichen Bögen und was soll ich sagen. Es ist für mich super. Warum?
Erstens es längt sich nicht. Auch nicht bei hohen oder niedrigen Temparaturen. Zweitens es ist super leise. Ein tiefes wump und der Pfeil geht raus. Es hatte bei mir weniger Handschock als das 452x. Hinzugefügt sei noch, das es aus einem anderem Grundgarn gemacht wird als der Rest der Fast flight Garne. (DM20) .
Hier ein ausführlicher test:
https://www.archers-campfire.rocks/index.php?topic=9256.0
Lg
-
Wir reden hier aus meiner Sicht über Äpfel 🍎 und Birnen 🍐
Ich denke nicht, dass die Art des Bogens eine Rolle spielt bei dieser Frage. Der vonHerrmannsburg schrieb beispielsweise, dass er die Eigenschaften einer Sehne auf die speziellen Anforderungen der Uukha Wurfarme abstimmt. Er also das Material, den Materialmix darauf abstimmt, was immer diese Eigenschaften sind, evtl lesen wir noch davon. Das ist m.E. nix anderes als Guido macht für Holzbogen. Nur halt vielleicht ein anderer Mix.
Auch schreibt v.Hermannsburg, dass er das dicke Mercury dem dünnen vorzieht. BCY schreibt, das dicke ist speziell für Armbrüste. Wenn man sowas für normale Bögen verwendet, denkt man sich vermutlich was dabei, was über den Horizont eines Sehnen-Laien raus geht.
-
...
Ich denke nicht, dass die Art des Bogens eine Rolle spielt bei dieser Frage. Der vonHerrmannsburg schrieb beispielsweise, dass er die Eigenschaften einer Sehne auf die speziellen Anforderungen der Uukha Wurfarme abstimmt.
...
Nur mal so am Rande und bezüglich uukha... Warum so kompliziert und sich nicht einfach an den Herstellerangaben orientieren?
Uukha gibt schon seit Jahren Empfehlungen zum Sehnengarn und zur Stranganzahl. Die Stranganzahl gar bezogen auf das Zuggewicht des Bogens.
Egal, ich kann daran natürlich immer gerne selbst herumwurschteln und anschl. der Meinung sein, was ich doch für ein toller Hecht bin... :Achtung: + ;)
-
Guido hat schon schnell/zickig und gutmütig/fehlerverzeihender genannt.
Hängt m.E. nicht vom Sehnenmaterial ab, sondern vor Allem vom Gewicht / relative Strangzahl und vom Grad der Eindrehung. Oft eingedreht ist weniger zicking und langsamer.
@roscho:
Ich schieße (fast) nur Traditionelle Bögen mit flämischen Sehnen und teile Landbubs Meinung trotzdem uneingeschränkt.
Ich habe mehr als 8 Sehnen mit 8125er für den gleichen Bogen (Border 19“ + HEX 7.2) gebaut, bis ich endlich diejenige vollbracht habe, die genau für mich passt.
Die Sehnen unterscheiden sich in Strangzahl (12, 15, 16, 18), Bündel (3-fach und eine 4-fach).
Außerdem haben sie unterschiedlich lange und dicke MiWi, unterschiedlich große Öhrchen, unterschiedliche Dämpfer.
Wirklich gleich war nur die Länge.
Ich gebe zu, dass das jetzt keine strukturierte wissenschaftliche Herangehensweise war.
Trotzdem lässt sich sagen, dass sich zumindest die Lautstärken zwischen 12 und 18 Strang hörbar unterscheiden.
Und zwar mehr, als zwischen Guidos 452er und meiner 8125er mit gleicher Strangzahl und ähnlichem Gewicht.
-
ED
Norbert, ich finde schon, dass Deine Antworten einen informellen Wert haben und nicht unwichtig sind. Das Spectra 652 Garn sollte man nicht unterschätzen.
Aber bei diesen Diskussionen und Meinungsaustausch bleibt im Hintergrund immer das unausgesprochene Thema : Bogensehne gespleißt oder endlos.
Ich will das Thema hier nicht neu diskutieren und sollte deshalb auch unausgesprochen im Hintergrund bleiben.
Gruß
-
...
Ich denke nicht, dass die Art des Bogens eine Rolle spielt bei dieser Frage. Der vonHerrmannsburg schrieb beispielsweise, dass er die Eigenschaften einer Sehne auf die speziellen Anforderungen der Uukha Wurfarme abstimmt.
...
Nur mal so am Rande und bezüglich uukha... Warum so kompliziert und sich nicht einfach an den Herstellerangaben orientieren?
Uukha gibt schon seit Jahren Empfehlungen zum Sehnengarn und zur Stranganzahl. Die Stranganzahl gar bezogen auf das Zuggewicht des Bogens.
Egal, ich kann daran natürlich immer gerne selbst herumwurschteln und anschl. der Meinung sein, was ich doch für ein toller Hecht bin... :Achtung: + ;)
„Orientieren“ ist doch das passende Wort. Wenn ich genau da halten würde, wo die Stimme „Sie haben ihr Ziel erreicht“ ertönt, hätte ich eigentlich immer massive Probleme mit allen möglichen Leuten und Institutionen.
Schieß mal einen Border BD mit der von Sid sen. (RIP) vorgegebenen Standhöhe. 8)
-
Die Frage ist, ob das in unserem Bereich wirklich ernsthafte Unterschiede gibt. Wobei, die originale Bear FF Sehne ist schon laut und ich habe sie sehr schnell gegen eine aus „Dacron“ getauscht. Jetzt brummt sie nur noch. Ob es einen Performanceverlust gibt und dieser spürbar ist, weiß ich aber nicht.
perkolat,
deine Aussage wäre hilfreicher, wenn Du die beiden von Dir verglichenen Bogensehnen hinsichtlich Strangzahl und Standhöhe erklärt hättest.
Gruß
-
Nur mal so am Rande und bezüglich uukha... Warum so kompliziert und sich nicht einfach an den Herstellerangaben orientieren?
Uukha gibt schon seit Jahren Empfehlungen zum Sehnengarn und zur Stranganzahl. Die Stranganzahl gar bezogen auf das Zuggewicht des Bogens.
Egal, ich kann daran natürlich immer gerne selbst herumwurschteln und anschl. der Meinung sein, was ich doch für ein toller Hecht bin... :Achtung: + ;)
Dann rate mal wieso manche Hersteller ein bestimmtes Sehnenmaterial empfehlen?
Weil das nicht unbedingt das beste Leistungsspektrum des Bogens hergibt, sondern die Bögen/ Wurfarme am besten vertragen und am wenigsten Schaden nehmen kann.
Die Uukhas und vor allem die Gobi in long, schwingen mit dem dafür vorgesehenen Sehnenmaterial aber am meisten nach. Sogar mit dickeren Sehnen ist es nicht wegzubekommen. Meinst du ernsthaft daß es dann alle Leute so hinnehmen?
Ne du.... da kommen viele mit ihren Problemen zu mir und hoffen auf Abhilfe.
Manche sind danach begeistert und bei machen Wehwehchen kann selbst ich nicht zaubern, aber ich versuch es, nach bestem Wissen und Gewissen.... ;)
-
Satteln wir das Pferd doch einmal anders auf ...
Welche Optionen hat man denn bei traditionellen Bögen (bei denen am Bogen nichts verstellt werden kann) ?
a) Strangzahl
b) Zahl der Eindrehungen = Standhöhe
c) Material der Sehne
und
was will man erreichen ?
a) Speed
b) Lautstärke
c) Schussruhe = Handschock
Ich bin mir ziemlich sicher das man mit jedem Material das Wunschergebnis erzielen kann indem man diverse Sehnen baut und gegeneinander testet oder eben verschiedene Materialien testet und sich dann (für diesen Bogen) darauf festlegt weil man eben kein Seil oder eine Skinny String haben will.
Klar geht Ansatz zwei nur über einen Sehnenbauer der genug Material zur Auswahl hat, ich (als Person) brauch doch keine xx Spulen diverser Materialien
ach: ein wichtiges Tradi Kriterium noch vergessen: die Farbkombination :yes: :angel:
-
Für mich ist es einfacher und billiger, eine neue Sehne zu bauen, als an einem neuen Pfeilsetup zu fummeln.
Zumindest, wenn es über das Spitzengewicht hinausgeht.
Ergänzung der Verstelloptionen:
d) Pfeilsetup
e) Sehnendämpfer
f) Druckpunkt der Bogenhand
-
Wir reden hier aus meiner Sicht über Äpfel 🍎 und Birnen 🍐
Ich denke nicht, dass die Art des Bogens eine Rolle spielt bei dieser Frage.
...
Orientiert an deine Welt, welche du ja an anderer Stelle beschrieben hast, kann dir diesbezüglich keiner widersprechen... ;)
Aber und Gott sei Dank, die Welt der Bögen ist wesentlich vielfältiger und, das ist gut und schön so... O:-)
-
Orientiert an deine Welt, welche du ja an anderer Stelle beschrieben hast, kann dir diesbezüglich keiner widersprechen... ;)
Aber und Gott sei Dank, die Welt der Bögen ist wesentlich vielfältiger und, das ist gut und schön so... O:-)
Dein Zitat reißt das komplett aus dem Zusammenhang: " Das ist m.E. nix anderes als Guido macht für Holzbögen. Nur halt vielleicht ein anderer Mix."
-
b) Zahl der Eindrehungen = Standhöhe
Das meinte ich anders. Du kannst die Sehne z.b. 1 oder 2cm länger machen als notwendig, um sie dann öfters eindrehen zu können für die richtige Standhöhe. Dies macht meiner Erfahrung nach ein etwas verzeihlicheres Setup. Also nicht 4 oder 5 Umdrehungen mehr, sondern schon 10 bis 20 mehr. Das spürt man dann. Wird auch elastischer.
-
…
Also nicht 4 oder 5 Umdrehungen mehr, sondern schon 10 bis 20 mehr. Das spürt man dann. Wird auch elastischer.
Das empfinde ich nicht (vollständig) so.
Wenn ich einen neuen Bogen probiere und es ist nicht die Richtige Sehne frei, nehm ich einfach eine längere und dreh sie massiv ein. Gesund sieht das dann nicht mehr aus, funktioniert als Provisorium aber einwandfrei. Wenn die zu lange Sehne beispielsweise 16 Stränge hat, die Richtige dann 20, merke ich kaum einen Unterschied. Die zusätzliche „Verzeihlichkeit“ kommt m. E. größtenteils von der Verdickung der Sehne beim starken Eindrehen.
-
b) Zahl der Eindrehungen = Standhöhe
Das meinte ich anders. Du kannst die Sehne z.b. 1 oder 2cm länger machen als notwendig, um sie dann öfters eindrehen zu können für die richtige Standhöhe. Dies macht meiner Erfahrung nach ein etwas verzeihlicheres Setup. Also nicht 4 oder 5 Umdrehungen mehr, sondern schon 10 bis 20 mehr. Das spürt man dann. Wird auch elastischer.
Landbub,
eine Bogensehne gegenüber der Längenempfehlung des Bogenherstellers um Deine Werte länger zu wickeln, ist sehrproblematisch und führt nicht zu dem von Dir erhofften Ziel.
Die Anzahl der Bogensehneneindrehungen sind für endlos und flämisch gespleißten Sehnen sehr bzw. deutlich unterschiedlich. Dann kommt noch hinzu, welches Garngewicht das verwendete Sehnengarn hat. Zwischen einem 880dtex Garn und einem 1.760 dtex Garn gibt es eben auch Grenzen.
Gruß
-
eine Bogensehne gegenüber der Längenempfehlung des Bogenherstellers um Deine Werte länger zu wickeln, ist sehrproblematisch und führt nicht zu dem von Dir erhofften Ziel.
Das ist nicht erhofft, sondern erfahren. Ich vermute den vom Treppenwangenrollator genannten Grund: Die Sehne wird dadurch schwerer, sieht man auch am Chrony. Aber du hast insofern recht, dass dies kein sinnvolles reproduzierbares Vorgehen ist. Will ich eine dickere Sehne, dann nimmt man besser mehr Stränge, anstatt sie zum Korkenzieher zu drehen.
-
Wobei eine Sehne um 1cm eindrehen (nicht mal ein halbes ") kann doch nicht wirklich problematisch sein für die heutigen Garne, oder?
Keine Ahnung, deswegen frag ich so "naiv".
Da habe ich ja teils schon beim Ermitteln der optimalen Standhöhe mehr aus- und eingedreht :)
-
Wobei eine Sehne um 1cm eindrehen (nicht mal ein halbes ") kann doch nicht wirklich problematisch sein für die heutigen Garne, oder?
Keine Ahnung, deswegen frag ich so "naiv".
Da habe ich ja teils schon beim Ermitteln der optimalen Standhöhe mehr aus- und eingedreht :)
Ich hatte leider für meinen Bogen Sehnen nach Norm geliefert bekommen
20mm länger als die die ich jetzt endlich habe
du konntest die kaum montieren weil die so zusammengekrümmelt war
auch sahen die Fasern direkt an der Mittenwicklung nach kurzer Zeit sehr fransig aus
dann habe ich vom gleichen Lieferanten 2 Sehnen bekommen die er warum auch immer nochmals 10mm länger gemacht hat
da war nichts mehr möglich, das war nur noch eine Spiralfeder
seit Monaten warte ich auf eine Ersatzlieferung, hat er wohl vergessen...
Die Sehne so kurz wie möglich ohne das man unkalkulierbar 80 Umderehungen o.ä. eindrehen muss, dann passt die Sache
schiesst sich für meinen Geschmack passend auch viel angenehmer
-
Was bitte würden denn wohl die Sehnengarnhersteller antworten, wenn sie befragt würden zum hiesigen Thema?
Hm..., womöglich würden sie antworten, dass dies, aus vielen verständlichen Gründen, überhaupt nicht einfach zu beantworten ist.!? Aber, BCY würde jedenfalls nicht empfehlen auf einen Bogen aus den 60er Jahren, das Sehnengarn 452Xtra zu benutzen, sondern auf das B55 verweisen. Und Brownell würde sicherlich auf B50 verweisen und nicht auf Vantage.
Und nochmals aber, auf einen "gewissen Rahmen" zur Nutzung ihrer Ware verweisen sie schon und größer kann dieser Rahmen auch nicht sein, auch um sich zu schützen. Wer mag kann sich ja mal durch die nachfolgenden Links arbeiten, auch sind darin einige Antworten, auf hiesige Fragen, zu finden bzw. tangieren einige Antworten hiesige Fragen...
https://www.bcyfibers.com/FAQs.php
https://brownell-archery.com/frequently-asked-questions/
https://brownell-archery.com/recommended-strand-count/
P.S.: Zum Sehnengarn von Lippmann, wie in den Links, habe ich noch nix gefunden.
-
Pauschale Antworten gibt es zu dem Thema wohl kaum.
Ich verwende, je nach gewählter Pfeilart unterschiedliche Sehnen.
Im Regelfall mag ich bei 8-9,5 Grain Per Pound am liebsten Hybridsehnen. Beim Hybridbogen 452x mit weicheren Garnen. Beim Langbogen mag ich es wieder mit einer etwas härteren Sehne. Will ich Holzpfeile mit 11 Grain per Pound verwenden, ist eine noch etwas härtere mir dann auch wieder gefällig.
Es gibt so viele Wege zur passenden Sehne....
In jedem Fall mag ich keine lauten Bögen.
Da sind die Vorlieben ja auch wieder unterschiedlich.
Nur auf Speed kommt es mir auch nicht an. Es muss ausgewogen passen.
Ausprobieren bringt da viel und macht auch Spaß!
Liebe Grüße
Horsa
-
Was bitte würden denn wohl die Sehnengarnhersteller antworten, wenn sie befragt würden zum hiesigen Thema?
Hm..., womöglich würden sie antworten, dass dies, aus vielen verständlichen Gründen, überhaupt nicht einfach zu beantworten ist.!? Aber, BCY würde jedenfalls nicht empfehlen auf einen Bogen aus den 60er Jahren, das Sehnengarn 452Xtra zu benutzen, sondern auf das B55 verweisen. Und Brownell würde sicherlich auf B50 verweisen und nicht auf Vantage.
Und nochmals aber, auf einen "gewissen Rahmen" zur Nutzung ihrer Ware verweisen sie schon und größer kann dieser Rahmen auch nicht sein, auch um sich zu schützen. Wer mag kann sich ja mal durch die nachfolgenden Links arbeiten, auch sind darin einige Antworten, auf hiesige Fragen, zu finden bzw. tangieren einige Antworten hiesige Fragen...
https://www.bcyfibers.com/FAQs.php
https://brownell-archery.com/frequently-asked-questions/
https://brownell-archery.com/recommended-strand-count/
P.S.: Zum Sehnengarn von Lippmann, wie in den Links, habe ich noch nix gefunden.
Absinth,
sie haben doch seit Jahr und Tag nach ihrere Meinung für den Bogenfachhandel und die Bogneschützen wichtige Fragen benatwortet bzw. wichtige Informationen gegeben. Egal ob man z. B. Brownell, später Brownell&Company, FlexArchery und Bloodline nimmt, überall dort kann der interessierte Bogenschütze Informationen, mit unterschiedlichen aussagefähigen Inhalten, erfassen. Diese Infos reichen aber - wenn ich das mal mit den materialtechnischen Angaben für Pfeile betrachte - bei weitem nicht aus. Aber dafür interessieren sich wenige Bogenschützen.
Warum? Die Sehne wird vielfach - entgegen ihrer maßgeblichen Bedeutung für das Bogenschiessen - unterschätzt. Zu einer sehr wertigen Bogen-Ausrüstung wird oft die preiswerteste Fertigsehne aus dem Regal des Bogenfachhandels genommen ( der verkauft es gern : wenig Arbeit und hohe Marge )
Auf jeden Fall ist es so, dass die Bogensportwelt
-
Ich hatte leider für meinen Bogen Sehnen nach Norm geliefert bekommen
20mm länger als die die ich jetzt endlich habe
du konntest die kaum montieren weil die so zusammengekrümmelt war
auch sahen die Fasern direkt an der Mittenwicklung nach kurzer Zeit sehr fransig aus
dann habe ich vom gleichen Lieferanten 2 Sehnen bekommen die er warum auch immer nochmals 10mm länger gemacht hat
da war nichts mehr möglich, das war nur noch eine Spiralfeder
seit Monaten warte ich auf eine Ersatzlieferung, hat er wohl vergessen...
Die Sehne so kurz wie möglich ohne das man unkalkulierbar 80 Umderehungen o.ä. eindrehen muss, dann passt die Sache
schiesst sich für meinen Geschmack passend auch viel angenehmer
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, Deinen Sehnenbauer zu wechseln?
Wenn eine Sehne halbwegs vernünftig aufgebaut ist, kringelt sich nix.
Ich bin jetzt bestimmt kein Meistersehnenbauer, aber bei einer Sehne für 68er Bogen, eingedreht auf 66er-Bogen seh ich da nicht wirklich was in dieser Richtung. Ja, die Sehne hat ihre besten Tage schon hinter sich. Sind im Moment über 90 Umdrehungen drauf, hat keine Sonderbehandlung nach dem Eindrehen um 2" erfahren (wie etwa Wachsen, Abziehen oder dergleichen):
-
Ich hatte leider für meinen Bogen Sehnen nach Norm geliefert bekommen
20mm länger als die die ich jetzt endlich habe
du konntest die kaum montieren weil die so zusammengekrümmelt war
auch sahen die Fasern direkt an der Mittenwicklung nach kurzer Zeit sehr fransig aus
dann habe ich vom gleichen Lieferanten 2 Sehnen bekommen die er warum auch immer nochmals 10mm länger gemacht hat
da war nichts mehr möglich, das war nur noch eine Spiralfeder
seit Monaten warte ich auf eine Ersatzlieferung, hat er wohl vergessen...
Die Sehne so kurz wie möglich ohne das man unkalkulierbar 80 Umderehungen o.ä. eindrehen muss, dann passt die Sache
schiesst sich für meinen Geschmack passend auch viel angenehmer
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, Deinen Sehnenbauer zu wechseln?
Wenn eine Sehne halbwegs vernünftig aufgebaut ist, kringelt sich nix.
Ich bin jetzt bestimmt kein Meistersehnenbauer, aber bei einer Sehne für 68er Bogen, eingedreht auf 66er-Bogen seh ich da nicht wirklich was in dieser Richtung. Ja, die Sehne hat ihre besten Tage schon hinter sich. Sind im Moment über 90 Umdrehungen drauf, hat keine Sonderbehandlung nach dem Eindrehen um 2" erfahren (wie etwa Wachsen, Abziehen oder dergleichen):
Treppenwangenrollator,
gib doch bitte einmal das verwendete Sehnengarn und die Anzahl der Stränge an.
Gruß
-
Treppenwangenrollator,
da ich nicht weiß, ob Du die angefragten Sehnendaten noch lieferst, die ich eigentlich für meine bis jetzt noch zurückgehaltene Antwort benötigt hätte, beantworte ich Deine Stellungnahme:
Es ist einfach unrealistisch, eine für einen 68er Bogen mit 65" Sehnenlänge für einen 66er Bogen, für den eine 63" lange Sehne benötigt wird, durch ensprechendes häufiges Eindrehen passend zu machen und eine einwandfreie Funktion zu erreichen.
Gruß
-
Eine derart eingedrehte Sehne funktioniert problemlos, auch wenn Du das als unrealistisch erachtest. Brady Ellison schießt z. B. generell stark eingedrehte Sehnen.
Auch wenn es überhaupt nichts zur Sache tut, die oben gezeigte Sehne besteht aus 10 Strängen Fast Flight Plus und 3 Strängen S4, hat also eine Dicke von 16 Strang FF+.
-
Eine derart eingedrehte Sehne funktioniert problemlos, auch wenn Du das als unrealistisch erachtest. Brady Ellison schießt z. B. generell stark eingedrehte Sehnen.
Auch wenn es überhaupt nichts zur Sache tut, die oben gezeigte Sehne besteht aus 10 Strängen Fast Flight Plus und 3 Strängen S4, hat also eine Dicke von 16 Strang FF+.
Treppenwangenrollator,
sehr interessante Aussage. Hast Du wirklich diesen Versuch schon einbmal selbs durchgeführt?
Ich habe eine 14 Strang Lippmann Sehne ( entspricht von der Strangzahl und Volumenstärke Deiner FF+ mit GigaBow S4) von 170,5 cm Länge - passend für einen 70" Bogen -durch Eindrehen auf eine Länge von 156 cm - passend für einen 68" Bogen reduziert.
Die Sehne ist überdreht und tatsächlich für eine einwandfreie Funktion so nicht verwendbar. Die beigefügten Fotos zeigen die überdrehten Sehnenstrangbereiche.
Bin gespannt, ob das andere Bogenschützen genau so sehen.
Deine Sehendaten waren für mich zwecks Beurteilung schon wichtig, wobei ich das Garn S4 in der GigaBow Produktübersicht nicht feststellen konnte. Auf meiner Unterlage waren nur die Garntypen S1, S3.XP-170 und S-Zero angegeben.
Gruß
-
Das Brownell S4 war nur kurzzeitig auf dem Markt. Anscheinend etwa zur gleichen Zeit wie das BCY 450 (ohne Plus). Es hatte einen hohen Vectran-Anteil (50%?) und ist öfter mal „ausgefallen”. Ich hab halt eine Rolle geschenkt bekommen und nutze es gelegentlich für helle Akzente in der Sehne. Von der Stärke her ist es ziemlich genau doppelt so dick wie FF+.
P.S.
Das Kringeln kann ich auch in einer ziemlich neuen (ca. 1000 Schuss) gespleissten 20-Strang Sehne aus FF+ nicht nachvollziehen (von 70 " auf 68 "). Einmal kurz aufgespannt und die Kringelneigung ist weg.
-
Danke Walter das ist hochspannend auch mal den Hintergrund kennen zu lernen.
-
Super Walter, ich freu mich schon auf Teil 3 :youRock:
-
Ich hatte leider für meinen Bogen Sehnen nach Norm geliefert bekommen
20mm länger als die die ich jetzt endlich habe
du konntest die kaum montieren weil die so zusammengekrümmelt war
auch sahen die Fasern direkt an der Mittenwicklung nach kurzer Zeit sehr fransig aus
dann habe ich vom gleichen Lieferanten 2 Sehnen bekommen die er warum auch immer nochmals 10mm länger gemacht hat
da war nichts mehr möglich, das war nur noch eine Spiralfeder
seit Monaten warte ich auf eine Ersatzlieferung, hat er wohl vergessen...
Die Sehne so kurz wie möglich ohne das man unkalkulierbar 80 Umderehungen o.ä. eindrehen muss, dann passt die Sache
schiesst sich für meinen Geschmack passend auch viel angenehmer
Hast Du schon mal darüber nachgedacht, Deinen Sehnenbauer zu wechseln?
Wenn eine Sehne halbwegs vernünftig aufgebaut ist, kringelt sich nix.
Ich bin jetzt bestimmt kein Meistersehnenbauer, aber bei einer Sehne für 68er Bogen, eingedreht auf 66er-Bogen seh ich da nicht wirklich was in dieser Richtung. Ja, die Sehne hat ihre besten Tage schon hinter sich. Sind im Moment über 90 Umdrehungen drauf, hat keine Sonderbehandlung nach dem Eindrehen um 2" erfahren (wie etwa Wachsen, Abziehen oder dergleichen):
Den Sehnenbauer habe ich gewechselt weil er sich geweigert hat mir passende Sehnen zu machen
Mein Bogen möchte halt was besonderes, das bekommt er jetzt, und schon sind alle glücklich
Bei der Uukha Norm Standhöhe habe ich jetzt 30 Umdrehungen, das sieht astrein aus, klingt gut, nur die Konkurrenz ist mit meinen Ringzahlen nicht immer glücklich
Reden wir bitte nicht über die beiden Messingringe, das ist Schnee von gestern, jetzt wird gewickelt
Bei jedem Sehnentausch musste ich erstmal das Wirrwar auseinanderfummeln da alles zusammengedreht war
Liegt evtl. auch an den 18 Strang, ich vermute je mehr Stränge destso stärker wirken sich viele Eindrehungen aus
-
Hallo Walter, vielen Dank für Deine Ausführungen. Für mich als relativ neuen Bogenschützen und Sehnenbauer von Endlossehnen, sind die vielen Begriffe schon sehr verwirrend.
Was mich interessiert ist, ob es wirklich unterschiedliche Eigenschaften gibt bei Endlossehne oder Flämischer bei gleichem Material?
Rudolf,
gute Frage. Ja, nach meinen Erfahrungen und Tests gibt es die.
Wenn Du selbst Sehnenwickler von Endlos Sehnen bist, welche Garne verwendest Du und nach welchen Kriterien hast Du diese ausgewählt?
Ich habe mir in den letzten 2 Jahren nach und nach angeregt von Dir und Guido, verschiedene Garne zu gelegt und verschiedene Sehnen gewickelt.
Anfangs mit Dacron B55, dann verschiedene Mischungen ausprobiert für diverse
ILF Bögen, Recurvebogen, Langbogen.
Für meine Fähigkeiten als Schütze merke ich vorallem eine Änderung des Klangs je nach Material, als Gitarrist ist mir klar wieso.
Bogensehnen , die nach der Wickeltechnik flämischer Spleiß gearbeiet sind , haben überhaupt nichts mit Bogenformen, -geometrien oder - materialien zu tun. Das bezieht sich ebenfalls auf Wurfarme.
Der Begriff flämischer Spleiß bezieht sich nur auf die Herstellungstechnik der Sehnenohren. Solche Sehnen wurden in dieser Wickelechnik angefertigt als das Ausgangsmaterial noch aus gesponnenen und dann gezwirnten Garnen pflanzlichen Ursprungs bestand. Dieses Spinnen und Zwirnen war deshalb notwedig, um aus den nur in begrenzter Länge vorhandenen Pflanzenfasern einen belastbaren Faden zu spinnen und mehrere dieser Fäden zu zwirnen.
Aus diesem halbfertigen Vorprodukten fertigte man dann für Bogensehnen mindestens zwei Kardeele an, die in sich gedreht, nochmals verfestigt wurden. Herkömmliche Knoten, die man für die Sehnenaugen benötigt hätte, wären erhebliche Schwachpunkte gewesen. Diese Aussage ist auch bis zum heutigen Zeitpunkt noch für Seile; Taue etc. gültig. Man stellte deshalb Schlaufen dutch den sogenannten flämischen Spleiß her, den ich sicherlich nich besonders erklärren muß.
Mit der Verwendung von Dracon/Polyester als industriell endlos gesponnene Chemiefaser war für den Bogenbsport die flämisch gespleißte Sehne nicht mehr notwendig.
Chemiefasern werden heute als sogenannte Filamentgarne produziert. Zum Beispiel wird DSM Dyneema Type SK75 in Spulen mit einem Gewicht von 4 Kg hergestellt. Das bedeutet, das sich bei einem Garngewicht von 1.760 dtex ca. 22.000 m in einer Länge auf der Spule befindet. Filamentgarn bedeutet, das dieses Garn im Strang aus mehreren Einzelfäden besteht. Bei SK75 sind e sin diesem Beispiel 780 Filamente.
Gruß
Walter
-
Noch ein paar Bilder:
-
Vielleicht steh ich ja auf dem Schlauch, aber mir ist nicht klar, was diese Bilder jetzt mit dem Thema zu tun haben...
-
Alles wird gut, ich räum das schon auf,
Rudolf du bist halt ein Pfälzer 😉
@ Walter schreib ruhig weiter hier. Bitte 🙏
-
Walter hatte mich gefragt welches Sehnenmaterial ich nutze und wieso.
An Walter, vielen Dank nochmal für Deine Mühe.
-
Alles wird gut, ich räum das schon auf,
Rudolf du bist halt ein Pfälzer 😉
@ Walter schreib ruhig weiter hier. Bitte 🙏
Tom der Badener,
ich würde den Text unter Antwort #45 zu dem Thema welches Sehnengarn paßt zu welchem Bogen verschieben und dort würde ich eine zum Garn eine Antwort schreiben. Zum Thema Grundsatzerklärung gibt es eine weitere Fortsetzung.
Gruß
Walter
-
erledigt
-
Rudolf,
danke für die Info zu den von Dir verwendeten Bogensehnengarnen.
Die Polyestergarne nehme ich mal von meiner Betrachtung aus. Im Abgleich mit den von Dir verwendeten Bogentypen fällt nach meiner Ansicht das BCY X-99 völlig heraus. Das halte ich für Deine Bögen weniger geeignet es sei denn, Du fertigst daraus Sehnen in denen Du beispielsweise Dyna97 mit X-99 mischt. Ein solches Bogensehnengfarn wäre dann vergleichbar mit RCX 1200. Auf dieses Garn gehe ich etwas näher in meiner Grundsatzerklärung Fortsetzung 10 ein, die in kürze erscheinen wird.
DynaFlight97, Spectra 652 sind eigentlich bewährte Bogensehnengarne; ebenso das Lippmann Garn mit deutlich abweichenden Garndaten. Auf das Lippmann Garn gehe ich in der Fortsetzung Nr. 11 etwas genauer ein, weil ich an diesem Garn beschreiben werde, wie ein neues DSM Dyneema Garn zu einem Bogensehnengarn wird unbd welche Begründunbg es dazu gibt.
Was ich allerdings vermisse ist eine Aussage, warum Du vorallen Dingen XY-99 ausgewählt hast und welches Deine Erfahrungen damit sind.
Gruß
Waler
-
Aus dem Nachbars-Thread mit Walters Grundsatzerklärungen.
Damit ich dort nicht noch mehr off topic fabriziere, wiederhole ich das mal hier um es fortzuführen.
Ursprünglich hatte ich Walter gefragt welche Gründe oder Überlegungen ihn dazu bewegt hat für sich Sehnen aus acht Strang LBS SUBERP und acht Strang Mercury2 zu bauen.
Danke Walter.
Ich würde halt gerne Deine Beweggründe, die Details, das Wie, Was, Warum und Weshalb verstehen um ähnliche Überlegungen für mich abzuleiten.
Dank Deiner Übersicht über die Bogensehnengarne kann auch ich mir meine Auswahl anhand der Garndaten treffen. Ich weiß nur noch nicht nach welchen Kriterien ich es auswählen soll.
Aus dem vielen Lesen in diesem Forum habe ich schon mitbekommen das einer für Dich wichtigsten Punkte der Arbeitsweise einer Sehne, das Abbremsen der Wurfarme ist, nachdem der Pfeil sich von der Sehne gelöst hat. Weiters hatte ich gelesen das Du Garne mit eher dickeren Filamenten bevorzugst da sie nicht so schnell ausfransen wie dünne Filamente. Gebe ich das korrekt wieder? Und Du hast sehr hochwertige Recurve-Carbonwurfarme. Inwiefern, also warum beeinflusst dies Deine Garnauswahl?
Welche Überlegung hast Du angestellt und wieso bist Du zu der Entscheidung gekommen ausgerechnet SK99 - was sehr hohe Festigkeitswerte hat - in Kombination mit LBS Superb zu verbauen?
Kann ja sein das es ganz praktische Überlegungen waren wie:
LBS Superb bekommt man nicht mehr, also muss ich das was ich noch habe sparsam verwenden indem ich pro Sehne nur die Hälfte verbrauche und mit einem anderen Garn mische.
Oder hast Du verschiedene Garn Kombinationen solange ausprobiert bis eine dabei war mit der Du auf dem Bogen einfach zufrieden warst?
Du schreibst "beide Garne ergänzen sich bzw. gleichen sich aus". Worin ergänzen und gleichen sie sich auch und ist das für Dich eine Notwendigkeit das sie sich ergänzen und ausgleichen?
Das eine hat sehr hohe Werte für Festigkeit und Tenacity, das andere ist das genaue Gegenteil davon. Das eine hat viele (dünne) Filamente, das andere verhältnismäßig dicke.
Macht es die Mischung von zwei Garntypen aus, die besonders unterschiedliche Daten haben (außer Titer und Elongation), um eine Sehne hervorzubringen mit der Du für Dich zufriedener bist als mit einer Sehne aus nur einem Grundgarn?
Danke
parsec,
natürlich können wir das Thema in Deinem Sinne vertiefen, dafür möchte ich aber wissen, welches Deine Bogenausrüstung ist und welche Bogensehne Du schießt.
Gruß
Walter
Okay, quid pro quo.
Meine Ausrüstung: olymp. Recurve, lange Kaya K7 Wurfarme 36lbs. Auszug etwas über 30", d.h. ca. 44lbs auf den Fingern. 72" Bogenlänge.
Pfeile: diese ganz dünnen Skylon (Precium) 550er Spine, 120gn Wolframspitze, Spinwings, Beiter 1er Pinnocke.
Sehne: 18 Stang 8125 Endlossehne. Endenwicklung Halo, Mittelwicklung dürfte Diamond Black sein (Weiß-Schwarz geflochten), 2 Stück Nockpunktbegrenzer gewickelt.
-
parsec,
um meine Beweggründe zur Auswahl oder Zusammenstellung bestimmter Sehnengarne zu erklären: Dazu gehören unbedingt Branchen- und Materialkenntnisse, die es leider so im Bogenfachhandel für Bognsehnengarne nicht gibt.
Ich habe 35 Jahre in der Textilindustrie gearbeitet und im Rahmen meiner seinerzeitigen Aufgaben die westeuropäische Chemiefaserindustrie, ihre Produktionsverfahren sowie verschiedenene Garnspinnereien kennengelernt.
Zudem habe ich mich seit etwa 10 Jahren eingehend mit den Garnen beschäftigt, die für technische Lösungen von DSM, Holland und Signal Allied, USA (HMPE Garn Spectra) entwickelt wurden. Keines dieser Garne ist jemals für den Bogensport entwickelt worden (viele Bogenfachhändler behaupten das fälschlicherweise und diese Aussage wird auch von vielen Bogenschützen geglaubt und auch so weiter erzählt).
Ich habe mich z. B. dafür interssiert, aus welchen Gründen und für welchen Zweck die Garntypen SK65, SK75, SK78, SK90, SK99 und DM20 von DSM entwickelt wurden. Dazu habe ich mir auch die Produktdatenblätter von DSM besorgt.
Auf das z.Zt. vorhandene und im Bogenfachhandel angebotene Bogensehnengarn will ich weiter nicht eingehen.
Es gibt aber seit einiger Zeit keine Garnneuntwicklungen im Bereich der HMPH bzw. UWHMPE Garne. Als Bogenschütze im Bereich olymp. Recurve habe ich grundsätzlich Vorbehalte bei den sogenannten Hybridgarnen.
Deshalb versuche ich, für mich und weil es hobbymäßig in meinem Interesse liegt, Garnmischungen aus dem vorstehenden PE Garnsortimenten als geeignete Bogensehnen zusammenzustellen. Das mach ich nicht gewerbsmäßig, sondern für mich allein und einem kleinen Kreis an interessierten Bogenbeschützen.
Nachdem BCY Mercury (SK99) als Bogensehnengarn vorgestellt hatte, ich aber wußte, wofür dieses Garn von DSM eigentlich entwickelt wurde, haben Versuche bei mir ergeben, dass dieses Garn auf dem Bogen zu hart (laienhaft ausgedrückt) war.
BCY stellte mir dann von Mercury 2 Tesstspulen zur Verfügung, bei denen ich gleiche Resultate erzielte. MERCURY 2 ist aber als Bogensehngarn interessant und unterscheidet sich im Garnstrang merklich von Mercury, weil das maschinelle Zusammenspulen von 2 Mercury Garnsträngen einen kompakteren Garnkörper ergibt und sich die Anzahl der Stränge im Wickelprozess für eine Sehne halbieren.
Ich hatte dann die selbst gestellte Aufgabe zu lösen, Mercury 2 auf dem Bogen zu "enthärten" und durch Hinzufügen eines anderen HMPE Garntypes einen besseren Ausgleich zwischen Weicheit und Elastizität ohne Beeinträchtigung der Haltbarkeit zu erreichen. Meine Wahl fiel auf das Lippmann Garn, DSM Garntype DM20. Die Garndaten habe ich schon dargestellt. Für meine Bogenequipment habe ich garnmäßig das Mischungsverhältnis 50/50 gewählt. Für mich war das Resultat spürbar und für den Bogen vorteilhafter.
Der Sehnenstrang ist kompakt und gleichmäßig.
Natürlich bestehen auch andere Möglichkeitn an Garnn und Anteilen in der Beimischung.
parsec, ich hoffe diese Erläuterungen erklären meine Beweggründe.
Gruß
Walter
-
Walter, danke.
Ich hatte dann die selbst gestellte Aufgabe zu lösen, Mercury 2 auf dem Bogen zu "enthärten" und durch Hinzufügen eines anderen HMPE Garntypes einen besseren Ausgleich zwischen Weicheit und Elastizität ohne Beeinträchtigung der Haltbarkeit zu erreichen.
Ja, das erklärt es vollumfänglich.
MERCURY 2 ist aber als Bogensehngarn interessant und unterscheidet sich im Garnstrang merklich von Mercury, weil das maschinelle Zusammenspulen von 2 Mercury Garnsträngen einen kompakteren Garnkörper ergibt und sich die Anzahl der Stränge im Wickelprozess für eine Sehne halbieren.
Hat Mercury2 dann durch das maschinelle zusammenspulen eine Schlagrichtung?
Ich habe noch etwas LBS Superb und kann dort einen Z-Schlag erkennen.
Achtest Du bei Deinem Sehnenbau auf eine vorhande Schlagrichtung der Garne und berücksichtigst Du das dann beim Eindrehen der Sehne? Würdest Du also bewußt eine Endlossehne mit Gleichschlag oder mit Kreuzschlag herstellen?
Oder ist das bei Endlossehnen mit den wenigen Eindrehungen und der langen Schlaglängen der Garne in keinster Weise zielführend? Immerhin glättet und rundet man die Sehne, da sollten so oder so alle Fasern parallel zueinander liegen.
Flämisch gespleißte Sehnen haben immer einen Kreuzschlag der sich durch die Bauvorschrift automatisch ergibt.
-
Ich hatte dann die selbst gestellte Aufgabe zu lösen, Mercury 2 auf dem Bogen zu "enthärten" und durch Hinzufügen eines anderen HMPE Garntypes einen besseren Ausgleich zwischen Weicheit und Elastizität ohne Beeinträchtigung der Haltbarkeit zu erreichen.
Kannst Du das für einen Laien erklären? Übertriebenes Gedankenspiel: Wenn ich eine Sehne baue aus Stahlfaser (also ein "Cable") und dazu dann gleich viel Sträge aus Gummi nehme, wird das Seil deshalb nicht elatischer.
Anders gefragt: Gibt nicht das am wenigsten elastische verbaute Garn vor, wie elastisch die Sehne wird?
-
Kannst Du das für einen Laien erklären? Übertriebenes Gedankenspiel: Wenn ich eine Sehne baue aus Stahlfaser (also ein "Cable") und dazu dann gleich viel Sträge aus Gummi nehme, wird das Seil deshalb nicht elatischer.
Wenn Du Gummi-Stränge dazu gibst wird es natürlich sogar noch steifer.
Aber wenn wenn Du die Hälfte der Stahlfasern wegnimmst und sie durch Gummi ersetzt, wird diese "Sehne" weicher.
Vergleiche mal zwei verschieden starke Gummi-Therabänder. Worin unterscheiden sie sich? In der Dicke, oder technisch gesagt in der Fläche des Querschnitts.
Wenn sich die Querschnittsfläche halbiert (8 Stränge statt 16 Stränge Mercury2), dann ist die Längendehnung bei gleichem Kraftaufwand doppelt so groß. (Wenn es vorher 5mm länger wurde, dann wird es mit halber Querschnittsfläche 10mm länger.)
-
Aber wenn wenn Du die Hälfte der Stahlfasern wegnimmst und sie durch Gummi ersetzt, wird diese "Sehne" weicher.
...
Wenn sich die Querschnittsfläche halbiert (8 Stränge statt 16 Stränge Mercury2), dann ist die Längendehnung bei gleichem Kraftaufwand doppelt so groß. (Wenn es vorher 5mm länger wurde, dann wird es mit halber Querschnittsfläche 10mm länger.)
DAS ist vermutlich genau das, was ich nicht verstehe. Bleiben wir beim genannten Garn Mercury. Das ist nach Tabelle SK99. Nun nehmen wir eine Sehne nach Vorgabe mit 28 Strängen. Diese spannen wir mal mit 38# und rechnen aus, wie weit sich diese dehnt. Jetzt gehen wir auf 14 Stränge und machen selbiges. Wie gross ist der Unterschied in der Längendehnung? Das ist ja der maximale Bereich, den ich sozusagen "gewinnen" kann.
-
Wenn sich der Verbund aus 28 Strängen bei 38# um a mm dehnt, dann dehnt sich ein Verbund aus 14 Strängen um 2x a mm. Die Längendehnung wird doppelt so groß sein. (zumindest wenn wir mal davon ausgehen das sich das Material in einer Belastungszone befindet in der es linear reagiert.)
Denk mal so: mit 28 Strängen teilt sich die Kraft von 38# auf alle Stränge auf. Jeder einzelner Strang trägt damit 38/28# also 1,357#.
Bei 14 Strängen muß jeder Strang aber 38/14# tragen. Das ist mit 2,714# die exakt doppelte Belastung. Ist es dann nicht verständlich das sich jeder Strang von den 14 auch mehr dehnt?
Anderes Extrembeispiel: Warum macht man keine Sehne aus nur einem Strang Mercury? Weil jeder die berechtigte Angst hat das dieser eine Strang reißt. Wann reißt etwas (z.B. ein Gummiband)? Es reißt weil es über seine Bruchdehnung hinaus gedehnt wird.
PS. als Nachtrag: Es ist hoffentlich jedem klar das eine Bogensehne mit deutlich mehr als die Bogenstärke belastet wird. Sowohl bei Standhöhe als auch bei Vollauszug.
-
Wenn sich der Verbund aus 28 Strängen bei 38# um a mm dehnt, dann dehnt sich ein Verbund aus 14 Strängen um 2x a mm.
Die Mathematik dahinter ist mir klar, aber mache das mal mit echten Zahlen. Also was ist a? 70" Sehne.
Darauf stützt sich meine Arbeitsthese: a ist so klein, dass es schlicht keine Rolle spielt bei den Kräften, die im Bogensport auftreten. Und das behaupte ich für alle modernen Garne.
-
Dann muss man aber auch die Kräfte einsetzen die im Bogensport auftreten. Da ist dann nix mehr mit 38#.
Das was die Sehne im Abschuß aushalten muss hängt aber von der Pfeilmasse (je leichter der Pfeil desto höher die Kraftspitze), der im Bogen eingebrachten Energie und der effektiven Masse der Wurfarme (beides: je mehr desto größer die Kraftspitze) ab.
In Pfund umgerechnet kommen da bei handelüblichen Lang- oder Recurvebögen schnell mal 340 - 450 lbs zusammen.
-
Dann muss man aber auch die Kräfte einsetzen die im Bogensport auftreten. Da ist dann nix mehr mit 38#.
Das was die Sehne im Abschuß aushalten muss hängt aber von der Pfeilmasse (je leichter der Pfeil desto höher die Kraftspitze), der im Bogen eingebrachten Energie und der effektiven Masse der Wurfarme (beides: je mehr desto größer die Kraftspitze) ab.
In Pfund umgerechnet kommen da bei handelüblichen Lang- oder Recurvebögen schnell mal 340 - 450 lbs zusammen.
Also ich setzte 38# ein und bekomme als "Kraftspitze" schnell mal 340# - 450# zusammen?
Das glaube ich nicht.
-
Walter, danke.
Ich hatte dann die selbst gestellte Aufgabe zu lösen, Mercury 2 auf dem Bogen zu "enthärten" und durch Hinzufügen eines anderen HMPE Garntypes einen besseren Ausgleich zwischen Weicheit und Elastizität ohne Beeinträchtigung der Haltbarkeit zu erreichen.
Ja, das erklärt es vollumfänglich.
MERCURY 2 ist aber als Bogensehngarn interessant und unterscheidet sich im Garnstrang merklich von Mercury, weil das maschinelle Zusammenspulen von 2 Mercury Garnsträngen einen kompakteren Garnkörper ergibt und sich die Anzahl der Stränge im Wickelprozess für eine Sehne halbieren.
Hat Mercury2 dann durch das maschinelle zusammenspulen eine Schlagrichtung?
Ich habe noch etwas LBS Superb und kann dort einen Z-Schlag erkennen.
Achtest Du bei Deinem Sehnenbau auf eine vorhande Schlagrichtung der Garne und berücksichtigst Du das dann beim Eindrehen der Sehne? Würdest Du also bewußt eine Endlossehne mit Gleichschlag oder mit Kreuzschlag herstellen?
Oder ist das bei Endlossehnen mit den wenigen Eindrehungen und der langen Schlaglängen der Garne in keinster Weise zielführend? Immerhin glättet und rundet man die Sehne, da sollten so oder so alle Fasern parallel zueinander liegen.
Flämisch gespleißte Sehnen haben immer einen Kreuzschlag der sich durch die Bauvorschrift automatisch ergibt.
parsec,
jedes Garn (auch als Zwirn) hat eine sogenannte Schutzdrehung, die in der Seilerei als Schlag in S oder Z -Drehung bezeichnet wird, in der Textilproduktion aber als S oder Z Draht bezeichnet wird.
Mercury 2 ist mit einer ziemlich hohen Tourenzahl aus zwei Einzelsträngen zusammengespult. Im Vergleich dazu haben z. B. die Sehnengarne Rhino und Spectra 652 eine geringere Tourenzahl. Dagegen hat Lippmann LBS SUPERB eine bewußt niedrig gehaltene Schutzdrehung von ca. 80 Touren.
Ohne diese Schutzdrehung könnte man Garne auf Webstühlen, Strickmaschinen etc. nicht weiterverarbeiten.
Ich achte beim Wickeln einer Endlos Sehne nicht auf S oder Z Drehung. Das ist bei dieser Sehnenart nicht notwendig auch nicht möglich, weil sich ja jeweils die Hälfte der Garnstränge im Sehnenstrang gegenüber liegt.
Eine endlos Sehne sollte aus guten Gründen genügend Eindrehungen haben, die bei ca. 20 - 30 liegen sollten.
Eine 16 Strang Sehne aus Lippmann Garn besteht aus ca. 12.160 Filamenten, die in 16 Garnsträngen geordnet neben einander liegen.
Gruß
Walter