Archers Campfire

Do it yourself => Sehnenbau/ Mittelwicklung/Nockpunkt => Thema gestartet von: von Hermannsburg am Juli 13, 2024, 11:49:46 Vormittag

Titel: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 13, 2024, 11:49:46 Vormittag
Zu der Fragestellung dieses Threads gehört eine Grundsatzbemerkung:
Solange der Mensch den Bogen benutzt, hat es noch nie eine für die Sehne auf das Bogen-/Pfeilsystem spezielle Produktentwicklung gegeben. Vielleicht mit einer Ausnahme: Als der Mensch begann Tiersehnen von Großtieren als Bognesehnen zu benutzen.
Ansonsten hat er aber immer auf Materiialien zurückgegriffen, die er schon lange für ganz andere Verwendungszwecke nutzte. Ich habe dazu einen Artikel mit der Überschrift: Die Geschiche der modernen Bogensehne im Magazin Traditionell Bogenschießen Nr. 106 geschrieben und gehe deshalb an dieser Stelle nicht weiter auf den Inhalt ein.
Ende der 30er Anfang der  40er Jahren bekam international die Chemiefaser eine zunehmende Bedeutung.  Für den Bekleidungssektor und Heim- und Haustextilien kam man mit den pflanzlichen Erzeugnissen (Leinen, Jute, Baumwolle) sowie tierischen Produkten (Wolle, begrenzt Seide) ncht mehr aus und suchte Alternativen, weil auch die Zellwollprodukte nicht mehr ausreichend bzw. in ihrer Leistungsfähigkeit nicht ausreichend waren. Aber jetzt zu Anfang der 40er Jahre brauchte man eine leistungsfähige vollsynthetische Chemiefaser, um für die Kriegswirschaft dringend benötigte Fallschirme herstellen zu könnmen. In den USA wurde Polyamid nämlich Nylon PA 6.6  und in Europa ebenfalls Polyamid als Perlon PA 6.0 hergestellt Für den Bogensport konnte man dieses Material nicht nutzen.
Anfang der 50er Jahre entwickelten die Chemiefaserproduzenten Polyester für den Bekleidungs-, Heim-und Haustextiliensektor. Es waren alles Markenprodukte, die bekannteste war Dracon von DuPont, die relativ schnell, also zeitnah, von Brownell als Bogensehnengarn eingesetzt wurde und damit weitestgehend die Garne/Zwirne aus pflanzlichen Fasern als Sehnengarn ablöste. Brownell war damals wichtigster und alleiniger Garnkonfektinär. Ab Anfang der 90er Jahre gabe es einen weiteren Garnkonfektionär in den USA, nämlich BCY, ein konzeptionell den Chemiefasern zugewandtes und gegenüber Brownell agiler in der Vertriebskonzeption.
Jetzt setze aber ein Wettbewerb ein, der nicht immer zum Vorteil der Bogenschüzen ablief.
(Fortsetzung folgt)
Gruß
Titel: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 15, 2024, 09:36:49 Vormittag
Grundsatzbemerkung , Fortsetzung 1,
Anfang der 80er Jahre hatte die Chemirfaserindustrie  unter Federführung von DSM / Niederlande eine neue Chemiefaser enwickelt, die aufgrund ihrer Festigkeit  ausschließlich  im technischen Verwendungs-Bereich eigesetzt werden sollte, um z. B. als Seile, Leinen, Gewebe bislang eingesetzte Vorprodukte mit schlechteren Materialeigenschaften zu ersetzen. An Bogenschießen haben  damals die Entwickler in keinster Weise gedacht.
Bekannt wurden z. B. die Dyneema Garntypen SK60, SK63, SK65, SK66, die allesamt der ersten Entwicklungsstufe zuzurechnen sind. DSM ließ sich diese Chemiefaserentwicklung patentrechtlich schützen und vergab für die interessanten Absatzmärkte in Japan und Nordamerika Lizenzen, nach denen dort ansässige Chemiefaserproduzenten diese für technische Verwendungen entwickelten Garne produzieren und vermarkten konnten.
In den USA erhielt die Firma Allied Signal die Lizenz auf Basis der garntechnischen Daten von Dyneema SK65 ihr eigenes Garn herzustellen. Allied ( heute Honeywell) nannte sein Garn Spectra. Brownell wurde auf dieses aufmerksam, mache seine Versuche zur Verwendung als Bogensehnengarn, und da die Versuche erfolgreich verliefen, nahmen  das Garn in ihre Produktfamilie auf . Ihre Bogensehne nannten sie Fast Flight, ein bis heute gebräulicher und bekaanner Name. Für einige der  Bogenschützen ist sicherlich auch interessant, wie die alpha-numerische Typenbezeichnung zu verstehen ist. SK bezieht sich auf die ersten Buchstaben der Nachnamen  beiden verantwortlichen Hauptentwickler : Paaul Smith und Rob Kirschbaum.
Brownell hatte nun zwei leistungsfähige Bogensehnengaarne im Programm, die aus vollsynthetischem endlos produzierten Chemiefasern bestaand und war bis Mitte der 90er Jahre praktisch alleiniger Anbieter. Das änderte sich ab diesem Zeitpunkt, weil - wie bereis kurz erwähnt - BCY als weiterer Wettbewerber "in den Ring" stieg.
Forsetzung folgt.
Gruß
Titel: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 16, 2024, 10:24:31 Vormittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung 2
Die Beeinflussung von allgemeinen Entwicklungen im Bogensport gingen in der Vergangenheit bis in die heutige Zeit stark vom Nordamerikanischen und kanadische Markt aus. Zu Brownell , vor ca. 90 Jahren gegründet, mußte man unbedingt Hoyt dazu rechnen, im Gründungsjahr ähnlich wie Brwnell waren und sind dies bis heute Marktführer mit Ihren Produkten. Die maßgeblichen Hoyt Leute haben sich gerühmt, damals an wichtiger Stelle dafür gesorgt zu haben, dass Brwnell aus Spectra Garn das Bogenbsehengarn FastFlight entwickelte. Diese Hoyt Leute haben auch etwas dazu gesagt, welche unrühmliche Rolle zwischen 1970 - 1980 Kevlar als Sehnengarn gespielt hat.
Aber noch ein anderes für den Bogensport weltweit wichtiges Ereignis ist kurz zu erwähnen. 1972 zur Olypiade in München war erstmals nach fast 50 Jahren Bogensport mit dem Recurvebogen als eine der vielen Disziplinen zugelassen. Man schoss in den Einzel- und Mannschaftswettbewerben  sowohl Damen  Herren mehrtägig jeweils eine große Fita. Die USA siegten in allen Wettbewerben und der Star dieser USA Mannschaft war John C. Williams, der später auch ein Buch "Lehrbuch des Bogensports" schrieb, welches auch in die deutsche Sprache übersetzt wurde und noch heute im Buchhandel angeboten wird.
Die USA Mannschaft hatte sich mit Hoyt Mittelteilen aus Alu im Vollmetalldesign und Hoyt Wurfarmen ausgerüstet. Dieses Mittelteil erhielt den Produktnamen GoldMedalist. Geschossen wurden Sehnen ausder Polyster Markenfaser Dracon von DU PONT.
Aufgrund dieser Darstellung während der Olympiade 72 in München erlebte der Bogensport, weltweit gesehen, bis heute eine ausserordentlich dynamische Entwicklung.
Die Familie Hoyt hat sich schon vor vielen Jahren von der von ihnen gegründeten  Firma Hoyt , sie ist unter das Unternehmensdach von Easton geschlüpft. Brownell hat in 2019 gezwungener Maßen seine Sehnengarn-Produktion aufgeben müssen, weil  alte marode Produktionsmaschinen nicht meht instandgesetzt werden konnten und sich Neuinvestitionen wegen schlechter Amortisierung betriebswirtschaftlich nicht mehr rechneten. Brownell Garne werden heute in Peru produziert, aber dazu später mehr.
Zurück zu den 80er Jahren.
Fast Flight war ein absoluter Renner! Bis heute hat sich der Produktname - praktisch als Synonym - in den Köpfen vieler Bogenschüzen für Sehnengarne bewahrt, obwohl es, strenggenommen, dieses Garn nicht mehr gibt.
Nun aber machte sich zunehmend ein anderes Problem bemerkbar: An Mittelteilen und Wurfarmen traten mit der Zeit Beschädigungen auf, wenn Sehnen aus Fast Flight benutzt wurden.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Titel: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 17, 2024, 12:40:31 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung 3,
um die gespeicherte Bewegungsernergie eines Bogens - egal welcher Ausführung, welches Design und Material auf den pfeil zu übertragen, muß eine dafür notwendige Bogensehne folgende Eingnungen aufweisen:
 - möglichst geringe Dehnung unter Belastung
- - möglichst geringes Eigengewicht
- - - möglichst gutes Verhältnis von Reißfestigkeit zu Gewicht
Hatte man ab Anfang/Mitte der 50er Jahre das jahrhundertejahre lang gesponnene und gezwirnte Garn pflanzlichen Ursprungs mit der großen wetterbedingten Empfindlichkeit für Feuchtigkeit, Nässe  aber auch Wärme/Hitze und Trockenheit hinter sich gelassen und auf die die endlos industriell gesponnene Polyesterfaser Dracon umgestiegen war, die alle diese Nachteile nicht mehr aufwies und fast 30 Jahre im Bogensport genutzt wurde, staand jetzt mit FastFlight aus Spectra als HMPE-Faser ein Garn zur Verfügung. welches deutlich höhere Leistungsparameter aufwies und sich darin zu Dacron massiv unterschied. DSM/Niederlande hatte mit der hochmodularen Polyethylenfaser durch besonderes enge und geordnete Anordnung der Moleküle die damals höchste spezifische Festigkeit, eine Qualitätseignung, die für eine Verwendung dieser Faser im technischen Bereich für Gewebe, Leinen und Seile etc. Voraussetzzung war. Bei Beschreibung und Festlegung hatten die Verantwortlichen in keinster Weise an den Bogensport gedacht.
Als nun auf der Nutzerschiene Brownell /Hoyt entschieden wurde, aus dem  Garn Spectra die Bogensehne Fast Flight zu kreeiren, stand eine weitere mit gegenüber des Bogensehnengarnes B50 aus Dracon mit wesentlich höheren Leistungsparametern zur Verfügung.
Im nordamerikanischen/kanadischen Bogensportmarkt, der bis heute noch wichtige Impulse bzw. Anforderungen für leistungsfähigere Sehnengarne gibt, wurde dieses neue Bogensehne Fast Flight sehr begrüßt.
Es zeigte sich aber bald bei den Bogenschützen, dass Fast Flight im Bogensport auch besondere Anfordungen an das Material für Mittelteile und besonders Wurfarme stellte: Es traten zunehmend an diesen Komponenten Materialschäden auf, weil diese zuvor nach der geringeren Belastung bei dem Sehnengarn B50 konstruiert und ausgelegt waren.  Wurfarme brachen an den Wurfarmenden ab oder rissen ein und in Mittelteile traten Risse auf.  Besonders im traditionellen Bereich machte sich dieses Problem bemerkbar.
Viele Bogenbauer reagierten und verstärkten ihre Komponenten, für andere war es aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, ihre Komponenten qualitativ auf den Fast Flight Standard zu bringen. Es fügte sich der heute noch übliche Begriff "fastflight geeignet" für die Bogensportausrüstungen ein, die mit Fast Flight Sehnen und neuerdings und aktuell mit Sehnen aus HMPE / UWHMPE Garnen geschossen werden konnten.
Fortsetzung folgt.
Gruß
 
Titel: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Rose🌹 am Juli 17, 2024, 01:31:06 Nachmittag
Genial Walter. Vielen Dank

🌹
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Tom der Badner am Juli 17, 2024, 01:53:38 Nachmittag
von von Hermannsburg

ich bin jetzt einfach mal so frei und fasse die einzelnen Fortsetzungen zusammen.


@von Hermanssburg ich hoffe das ist okay, und vielen Dank für deine Mühen, uns zu lehren  :yes: und dein Wissen weiterzugeben.   :GoodJob:

ich freue mich auf die Fortsetzung

Grüßle Tom
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Kreta am Juli 17, 2024, 02:02:23 Nachmittag
Vielen Dank das liest sich spanned wie ein Krimi!

Ja bitte  - Fortsetzung folgt!

Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Absinth am Juli 17, 2024, 02:18:02 Nachmittag
...
ich bin jetzt einfach mal so frei und fasse die einzelnen Fortsetzungen zusammen.
...

Das macht Sinn - danke dafür.

Walter, schön weitermachen... :)

Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Asaf am Juli 18, 2024, 07:12:53 Vormittag
 :GoodJob: :youRock:
(sprachlos begeistert)
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Rudolf aus der Südpfalz am Juli 18, 2024, 07:18:37 Vormittag
Vielen Dank.
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 18, 2024, 10:22:12 Vormittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung 4,
mit der Entstehung und schnellen umfangreichen Weiterentwicklung von Feuerwaffen, hat auch der Bogen als Jagd- und  Kampfwaffe zunehmend an Bedeutung verloren.  Ausnahme bildeten nur noch die indigenen Volksgruppen in den einzelnen Kontinenten, wobei im südamerikanischen Regenwald eher das Blasrohr eine Rolle und zum Teil heute noch spielt, in der vermeintlich heutigen modernen Zivilation auch ein Sportgerät ist.
Mit dieser Entwicklung geriet der Bogen - Gott sei Dank - aber nicht in Vergessenheit. Er war seit etwa 40 - 50 Tsd. Jahren ( genauer läßt sich das nicht feststellen ) in menschlicher Nutzung, hatte den im Gebrauch des sehr viel älteren Speeres ergänzt bzw. ersetzt, weil er auf eine größere Distanz eingesetzt und genutzt werden konnte.
Mit der zunehmenden Verdrängung durch die Feuerwaffen wurde der Bogen zunehmend in den sogenannen "bessseren Kreisen" ( im englschen würde man upper class sagen) zum Zeitvertreib als Sportgerät genutzt. Das setzte sich  relativ schnell in vielen anderen damals exestierenden Staaten der Welt durch.
Bogenschießen war sogar befristet von 1900 - 1920 olympische Disziplin, verlor diesen Status aber bald.
Aufgrund der weltweiten Entwicklung  aber auch aufgrund der Streichung aus dem olympischen Programm gab es Anstrengungen, einen weltweit agierenden Dachverband zu gründen. Dieses erfolgte im Jahre 1931 in Lemberg, damals Polen, heute Ukraine und nannte sich in der Abkürzung  FITA.  Im gleichen Jahr wurde auch erstmals eine Weltmeisterschaft durchgeführt. Im Jahre 2011 änderte man diese Bezeichnung in World Archery Federation , kurz WA. Diese Abkürzung wird heute anstelle von FITA benutzt.
Wie bereits erwähnt, nach 50 Jahren wurde Bogenschießen 1972 in München wieder olympisch. und ist es bis heute. Die bogensportlichen Vorberichte zur kurz bevorstehenden Olympiade 2024 in Paris sind bekannt. Die Verbandsarbeit der damaligen FITA hatte sich gelohnt.
Der nach 1972 im Bogensport weltweit einsetzende Boom führte dazu, dass der Produzenten-Kreis der Bogensportkomponenten zunahm, ebenso die Zahl der Bogenfachhändler.
Um auf der Ebene der Komponenten - Produzenten eine  sinnvolle Gleichheit sicherzustellen, wurde der AMO-Standard abgesprochen und als Regelwerk festgelegt. Es ist im Prinzip die Standardisierung von Kenngrößen und Messverfahren im Bogensport und bei den Bogensportausrüstungen.
Um sich trotzdem zu unterscheiden und Kaufanreize zu bieten, nahm die designerische Gestaltung bei Wurfarmen und  Mittelteilen deutlich zu, wobei auch modische Farbgebungen zunehmend eine große Rolle spielen.
Es gibt drei wichige Komponenten bei den Bogengeräten bzw. für die auch dazu vergleichbaren ähnlichen Sportsystem. Da sind zum einen der Bogen, beim Take Down bestehend aus Mitteleil und Wurfarm oder  einen einteiligen Bogen  und den  Pfeilen.
Im Bereich der Take Down Bögen hat man auch die Verbindungstechnik zu einem international gültigen Standard (ILF)  vereinfacht. Diese Komponenten bestehen aus sogenannten Festkörpern, für die es lt. AMO entsprechende Standardisierunge gibt.
Als dritte Komponente kommt die Sehne dazu. Der Unterschied: Es ist kein Festkörper und lt. AMO gibt es dafür keine Standardisierung. Es ist also materialbezogen  offensichtlich nicht möglich, hier für den Bogensport eine Festlegung zu treffen, auch nicht bei Verwendung von modernen vollsynthetischen für den technischen Bereich  entwickelten Chemiefasern, die z. B. besonders als Vorprodukte für Taue, Seile und  Leinen in der zivilen und militärischen Schiffahrt eingesetzt werden und für die eine Zulassung nach Sicherheitsdatenblättern und bestimmte durch Zertifikate zu belegende Sicherheitsnormen notwendig sind.
Woran hapert es bei der Bogensehne?
Gruß
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 18, 2024, 12:12:58 Nachmittag
von von Hermannsburg

ich bin jetzt einfach mal so frei und fasse die einzelnen Fortsetzungen zusammen.


@von Hermanssburg ich hoffe das ist okay, und vielen Dank für deine Mühen, uns zu lehren  :yes: und dein Wissen weiterzugeben.   :GoodJob:

ich freue mich auf die Fortsetzung

Grüßle Tom
Tom.
ja, absolut kein Problem.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Rose🌹 am Juli 18, 2024, 02:10:28 Nachmittag
Ich könnte dir stundenlang zuhören.
So spannend

🌹
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 18, 2024, 03:18:39 Nachmittag
Ich könnte dir stundenlang zuhören.
So spannend

🌹
Rose,
für mich war Sehnengarn schon immer spannend. Bislang hatte ich das Gefühl, dass es für viele andere ein eher ödes langweiliges Thema war. Um so mehr freue ich mich, dass ich einigen etwas Interessantes vermitteln kann.
Ohne zuviel zu verraten: Es wird in den nächsten Folgen noch etwas spannender.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Landbub am Juli 18, 2024, 04:49:44 Nachmittag
Bislang hatte ich das Gefühl, dass es für viele andere ein eher ödes langweiliges Thema war.

Ich folge Deinen Ausführungen sehr interessiert, OBWOHL ich der Meinung bin, dass der Einfluss des Garntypes auf den Pfeilflug / Gruppierung eine untergeordnete Rolle spielt. Also lass dich durch solche Aussagen, wie ich sie im anderen Thread mache, nicht davon hintern, hier aus deiner Erfahrung zu plaudern! 2 Paar Schuhe.
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Rose🌹 am Juli 18, 2024, 05:30:15 Nachmittag
Ohne Sehne ist jeder Bogen nur ein schlechter Knüppel,
und ich liebe gut erzählte Geschichte.

🌹
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 20, 2024, 02:52:09 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung 5,

Höher - Schneller - Weiter, diese in den Genen der Menschheit "hinterlegten" Eigenschaften bekamen nun auch im Bogensport in Verbindung mit dem weltweit einsetzenden boom eine größere Bedeutung. Bei dem Sehnengarn hatte man die Schwachstellen der gesponnenen und gezwirnten pflanzlich basierten Garne durch ein industriell endlos gesponnenes Filamentgarn Dracon /Polyester überwunden und mit dem Bogensehnengarn Fast Flight auf Basis HMPE Polyethylengarn stand  jetzt ein noch leistungsfähigeres Garn zur Verfügung.
Die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten hatten nach dem 2. Weltkrieg die in Deutschland für Kriegszwecke zur Serienreife entwickelten Strahltriebwerke, die im Jagdflugzeug Messerschmidt ME 262 eingebaut waren, für den militärischen und zivilen Zweck weiterentwickelt. Ebenso waren die maßgeblichen deutschen Raketentechniker in die USA gelangt und hatten dort ihre Fähikeiten und Erfahrungen zur Verfügung gestellt, um für den militärischen Bereich sogenannte Interkontinental-Raketen und für den zivilen Bereich sogenannte  Trägerraketen herzustellen. Letztere ermöglichten den USA, den ersten bemannten Mondflug in 1969 durchzuführen, Nachrichten- und Spionagesatelliten in Weltraum zu schicken und dort auch bemannte Weltraumlabore zu plazieren.
Seit der Besiedlung des nordamerikanischen Kontinents bis heute ist die amerikanische Zivilbevölkerung mit Handfeuerwaffen hochgerüstet.
Nicht nur In diesem Land - aber hier besonders - wird der Bogen und vergleichbare Geräte wie die Armbrust als Jagdwaffe eingesetzt. Der herkömmliche Bogen hatte deshalb in der zurückliegenden Zeit schon Weiterenwicklungen erfahren und auch die Wurfarme  wurden materialsmäßig und in der Geometrie verbessert. Trotzdem reichte das nicht aus, um das dort zu bejagende Großwild waidgerecht zu erlegen.
Nicht nur deshalb erarbetete man ein neues sehr viel leistungsfähigeres Bogen-System, das als Compoundbogen bekannt wurde. Allerdings erreichte das Sehnengarn Fast Flight bei diesen Bögen relativ schnell seine Grenzen, die zu beheben bzw. auszumerzen waren.
Man kam auf die Idee, dem Sehnengarn Fast Flight in der Herstellung beim Spulvorgang einen bestimmten Anteil des Vetrangarnes beizumischen. Vectran ist ebenfalls ein endlos gesponnenes Filamentgarn, stammt von einem anderen Polymer  und hat gegenüber Fast Flight  ein niedrigeres E- Modul und einen etwas nidrigeren Elongation Wert. Damit wollte man die für einen Compoundbogen notwendige höhere erreichen. Im Laufe der Zeit gab es im Sehnenbereich eine Reihe von Versuchen, auch mit unterschiedlichen Mischungen, und es sind noch verschiedene Produktnamen bekannt:
S4, UltraCam, XCel, TSPlus BCY450, BCY 452x. Die beiden zuletzt genannten Garntypen sind noch Bestandteil des  aktuellen BCY-Sortimentes wobei 452x jetzt eine andere leistugsfähigere Vectran Garntype erhalten hat; für das neue Garn ist der bekannte  Produktname so geblieben, hat aber nur eine ergänzende AlphaBezeichnung erhalten.
FORTSETZUNG folgt.
Gruß

Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 23, 2024, 02:55:43 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Forsetzung 6,
Im Jahre 1990 wurde BCY gegründet. Hierfür gab es sicherlich vielschichtige Gründe, die vorwiegend aus den seinerzeitigen Verhältnissen des Bogensport-Marktes in Nordamerika erklärt werden können. Ein wichtiger Grund ist sicherlich das weltweit bedeutende Anwachsen des Bogensportmarktes gewesen, zum anderen ist es auch möglich, dass Brownell - bei denen eine sehr traditionell geprägte Handlungsweise und Unternehmensstrategie festzustellen war - nicht immer im Sinne und zur Zufriedenheit der internationalen Bogensportfamilie und deren Ansprüche agierte.
Das Unternehmen Brownell wurde schon 1844 gegründet und stellte zunächst Bekleidung her. Der Enkelsohn des Firmengründers mit Namen Crary erweiterte die Produktion mit Geweben für den technischen Bereich. Dieser Crary Brownell wandte sich dem  Bogensport zu., wurde ein passionierter Bogenschütze und begann 1922 mit der manufakturmäßigen Herstellung von Sehnengarnen. Aus diesem Bogensport-Hobby heraus gab es auch eine Verbindung zur bogensportbesessenen Familie Hoyt. Earl Hoyt, damals schon bekannt als versierter Bogenbauer, gründete aufgrund dieser Passion 1931 seine eigene Firma, die aufgrund beispielhafter Bogenkonzepte und Neuentwicklungen weltweit eine große Bedeuung bekam, die bis heute anhält.
Den Aktivitäten der Familie Hoyt ist auch wesentlich zuzuschreiben, dass ab Mitte der 80er Jahre das HMPE Garn Spectra von Brownell zum Bogensehnengarn FastFlight konfektioniert wurde und damit eine der größten Leistungssprünge der letzten 30 Jahre im Bogensport erfolgte.
Mitglieder der Familie Hoyt haben noch jahrelang großen Wert auf diese Darstellung gelegt.
Die Entwicklung an weiteren neuen und leistungsstärkeren DSM Dyneema Garnen, für der holländische Chemiefaserproduzent Patentrechte hielt, war bis in das Jahr 1990 weiter fortgeschritten. Den beiden ersten Anfang der 80er Jahre vorgestellten Garntypen SK60 und SK65  - garntechnische Grundlge für das in den USA in Lizenz hergestellte Spctra Garn als Vorstufe zum Bogensehnengarn Fast Flight - folgten Anfang der 90er Jahre als sogenannte zweite Produktionsgeneration die Garntypen SK75, SK76 und SK78 nach gänzlich neuen Produktionsverfahren in Verbindung mit wesentlich besseren Leistungsparametern gegenüber SK60/SK65.
DSM Dyneema HMPE Garne als Vorprodukt-Ausgangsbasis für Halb- und Fertigerzeugnisse hatten sich inzwischen größere und vielseitige Verwendungsfelder im technischen Bereich erobert. Dazu gehörten unter anderem Segelflugzeug-Startwindenseile,Transport- und Festmachereseile, Hubschrauber-Außenlast-Transportsceile, Kletterseile für das Bergsteigen, Fischernetzen, Takelage von Segelbooten, Bandschlingen für Tragesyteme, Angelschnüren und  - fast hätte ich es übersehen - Bogensehnengarne.
Aus Sicht von BCY in einen bestehenden  und florierenden Markt für Bogensehnen einzusteigen, ist nicht ganz einfach, will gut überlegt sein, aber da dieses stark anwachsende Absatzvolumen einen länger anhaltenden Geschäftserfolg "versprach", lohnte sich diese Investition. Ungeschckt ging BCY dabei nicht vor.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Stringwistler am Juli 23, 2024, 03:48:53 Nachmittag
Ungeschickt... sind auch in keinster Weise deine fungierten Ausführungen hier... 😄

Danke Walter... 😄👍🏻
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: roscho am Juli 23, 2024, 03:57:50 Nachmittag
@  von Hermannsburg:   :klasse: :thankyou:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Odin am Juli 23, 2024, 07:02:50 Nachmittag
@ von Hermannsburg: super, hochinteressant :yes:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Kreta am Juli 24, 2024, 08:53:02 Vormittag
Bogensport Historiker anhand des Sehnenmaterials. Chapeau Walter und Danke dafür.

 :youRock:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: aquadrat am Juli 24, 2024, 09:03:16 Vormittag
Wow, DANKE!!!
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Sunka am Juli 24, 2024, 10:23:40 Vormittag
Sehr schöne Ausführungen und vielen Dank für die ganzen Infos.

Aus welchem Material waren denn die ersten Bogensehnen, die Crary Brownell vor 100 Jahren herstellte?
Gibt es auch Informationen zu der Machart der Sehnen (endlos oder gespleist)?
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Alias am Juli 24, 2024, 11:45:03 Vormittag
@ von Hermannsburg: Informativ UND spannend - toll, herzlichen Dank. Wie schätzt du dabei die Weiterentwicklung in den kommenden Jahren ein ?
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 24, 2024, 02:15:22 Nachmittag
Sehr schöne Ausführungen und vielen Dank für die ganzen Infos.

Aus welchem Material waren denn die ersten Bogensehnen, die Crary Brownell vor 100 Jahren herstellte?
Gibt es auch Informationen zu der Machart der Sehnen (endlos oder gespleist)?
Sunka,
es waren sicherlich gesponnenes und gezwirntes Garn aus pflanzlichen Fasern wobei vermutlich die einheimischen Indianer Bogensehnen aus Lederstreifen oder Tiersehnen verwendeten.
Gezwirntes Garn erhielt bei der Verwendung zu Bogensehnen neben dem Spinnen und Zwirnen noch ein weitere Stabilität / Festigkeit in dem man zwei oder drei notwendige Garnstränge zueinander verdrillte. Da man für diese Sehnenstränge keine Knoten wegen zu geringer Haltbarkeit anwenden sollte, wandt man dafür zur Herstellung der Wurfarmschlaufen den flämischen Spleiß an. Zunächst nur einfach mit einem sogenannen Bogenbauerknoten auf der anderen Seite und später doppelt gespleißt, was bedeutete, dass die Sehnenohren auf beiden Seiten flämisch gespleißt waren.
Endlos Sehnen konne man dann erst herstellen, als vollsynthetisches Filamentgarn endlos produziert wurde.
Gruß
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 24, 2024, 02:17:08 Nachmittag
@ von Hermannsburg: Informativ UND spannend - toll, herzlichen Dank. Wie schätzt du dabei die Weiterentwicklung in den kommenden Jahren ein ?
Alias,
ich komme darauf später zurück und will die Antwort heute noch nicht vorwegnehmen.
Gruß
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 24, 2024, 05:50:16 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung 7,
Ich selbst habe in 2007 mit dem Ausscheiden aus dem Berufsleben erst im Alter von 65 Jahren mit dem Bogensport begonnen, vereinsgebunden und mit Trainer (Trainerschein C). Übungs- und Lehrbogen war  üblicherweise ein Holzbogen mit 22 lbs. Zuggewicht und Visier. Da ich zuvor 35 Jahre in der Textilindustrie  (Produktionsbetrieb) gearbeitet hatte und im Rahmen verschiedener Leitungsfunktionen auch die damalige deutsche und westeuropäische Chemiefaserindustrie in ihren Produktionsstandorten und mit ihren Produktionsabläufen kennengelernt hatte, interessierte mich besonders, aus welchem Polymer das Sehnengarn gefertigt war. Auf meine Frage erhielt ich die Antwort: Auf dem Übungsbogen besteht die Sehne aus B50 Dracon,  und wenn Du deinen eigenen Bogen haben wirst, nimm Fast Flight, das ist das beste Sehnengarn, was es gibt. Für einen "alten Textiler" eine völlig unbefriedigende Auskuft.
Nachdem sich meine Grundkenntnisse und Leistungen ausreichend im Bogensport entwickelt und gefestigt hatten, und ich in der Klasse olympischer Recurve meinen eigenen Bogen (Hoyt Avalon Plus) mit leistungsorientierten Absichten nutzen konnte, fing ich an, das für mich interessante und bislang unbeantwortete Thema Bogensehnengarn zu bearbeiten.
In meiner in  2013 zusammnengestellte Produktübersicht standen folgende nach Produzenten /Konfektionären getrennte Garne:
Angel/Japan: Majsty String, ASB String
Brwnell/USA: B50, FastFlightplus, D75 thin, UltraCam,S4,Xcel, Astro Flight
BCY/USA: B55, DynaFlight 97, DynaFlight 10, 450plus, 8125, 8125 Formula G, 8190.
(Diese Aufzählung hat nicht den Anspruch, vollständig zu sein; falls allgemein Interesse besteht, kann ich hierfür auch die DSM Dyneema GrundgarnTypen zuordnen).
In der Zwischenzeit hatte es auch einen deutschen Bogensehnengarnkonfektionär gegeben. Es handelte sich um GIGABOW, Bernd Kluckert, Sarsted, der von der Angelrutenschnüren-Seite kam und folgende Bogensehnengarne anbot: S1, S3, XP-170 sowie S-Zero. Gigabow hatte sich aber in 2013 schon aus dem Bogensehnen-Markt zurückgezogen.
Seit dem Eintritt von BCY in den Anbietermatkt von Bogensehnengarnen hatte es auf der Seite der Bogensportkomponenten keine  technische Weiterentwicklung gegeben, die gerechtfertigt hätte, das Sehnenangebot mit verschiedenen Garnen so anwachsen zu lassen. Es gab inzwischen eine Vielzahl von Anbietern beim olympischen Recurve, auch bei den traditionellen Holzbögen und besonders mit zunehmendem technischen Fortschritt und Anwachsen der Zugkraft bei Compoundbögen, trotzdem konnte daraus nicht abgeleitet werden, dass die Produktpalette der verschiedenen Bogensehnengarne immer größer wurde.
Was waren doe Gründe?
Fortsetzung folgt.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Joe03 am Juli 27, 2024, 08:38:23 Vormittag
 :GoodJob: klasse vielen Dank, bin gespannt was noch kommt
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: saltimbokka am Juli 27, 2024, 01:36:45 Nachmittag
@ von Hermannsburg: sehr interessante Einblicke, vielen Dank dass du das mit uns teilst
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 30, 2024, 11:12:44 Vormittag
Grundsatzbemerkung, Forsetzung 8,
Mit dem Eintritt von BCY in den Bogensehnengarn-Anbietermarkt entstand zwischen Brownell und BCY ein beachtlciher Wettbewerb.Brownell wollte seine Marktstellung mindestens halten wenn nicht sogar in einem dynamisch wachsenden Markt verbessern, BCY hatte den Antrieb, nicht nur diese Marktsstellung anzugreifen, sondern seinbe Anbieterposition weiter auszubauen. Aus Sicht von BCY wurde das ein erfolgreicher Weg.
Ich selbst habe mich verstärkt ab dem Jahre 2013 mit den in Deutschland über den Bogenfachhandel angebotenen Sehnengarne nicht nur beschäftigt, sondern diese auch nach garntechnischen Daten analysiert. Die Angebotspreise habe ich dabei bewusst außer acht gelassen. Auch habe ich die aus Japan bezogenen Majesty Angel Garne zwar im Blick gehabt, aber nicht näher in diese Analyse mit eingzogen.
Nach meiner Ansicht und meinen Erfahrungen hat BCY zu seinen Garnen im Vergleich zu Brownell die für einen Bogenschützen hilf-reicheren aber leider nicht umfassenden Angaben gemacht und klar und deutlich angegeben, aus welchen Grundgarnen diese Bogensehnengarne hergestellt waren. Paralell dazu habe ich die DSM Dyneema Informationen genutzt, so dass ich aktuell über die neu entwickelten Garntypen mit ihten Vertriebsfreigaben und Entwicklungszwecken im Bilde war. Das war nicht unwichtig und hat noch einmal bestätigt, dass es bis heute keine auf die Anforderungen des Bogensports garntechnisch abgestimmte Produktentwicklung gab bzw. gibt. Auf diesen Punkt werde ich noch ein mal in einer späteren Folge zurückkommen, wenn es darum geht, die Einstellung und Anforderungen an Bogensehnengarnen aus Sicht der Bogenhersteller zu beurteilen. Und hierfür werde ich von zwei interessanten Erfahrungen berichten, die ich seinerzeit mi Uukha und Border gemacht habe.
Etwa ab dem Jahr 2015 gab es bei Brownell durch ungeplante Produktionsstillstände bzw. -unterbrechungen Probleme, die sich bald auch durch Lieferengpässe bzw. zu langen Lieferteminen in den Vertriebsstufen bis hin zu den Bogenschützen bemerkbar machten. Auffallend war auch , dass es bei dem seit zig Jahren mit großem Erfolg vermarkteten Sehnengarn FastFlight eine Änderung gab, weil Brownell nicht mehr als Grundgarn Spectra Typ 900 verwendete, sondern jetzt Dyneema SK75 einsetzte und sein Garn FastFlight plus nannte. Nach meinen Unterlagenbefand sich das originale FastFlight Garn ab 2017 nicht mehr in den  Sortimenten dews deuschen Bogenfachhandels.
Da die Brownell Probleme - wie sich später herausstellte  - ursächlich mit alten nicht mehr reparaturfähigen Produktionsanlagen im Bereich Bogensehnengarn zusammen hingen, mußte Brownell die Produktion beenden, da auch grundsätzlich nicht beabsichtigt war, in neue leistungsfähige Produktionsanlagen zu investieren, weil  - betriebswirtschaftlich gesehen - keine ausreichende Amortisation zu erreichen war. Ich vermute - habe aber dafür keine Beweise - dass für Brownell schon zuvor zunehmend eine Fremfertigung seiner Garne erfolgte, und Spectra Garn nicht bin das Produktionssortiment des Auftragsproduzenten passte.
Diese neue für den Handel und die Bogenbschützen unsichere Lieferantenposition von Brownell nahm BCY zum Anlass, eine sogenannte "Bowstring Material Comparison" zu erstellen, die übersichtlich darstellte, welche  BCY Garne zu den Brownell Sehnengarnen identisch waren (eine solche Übersicht füge ich disem Text als Anlage bei).
BCY hat aber auch im Fall FastFlight reagiert und als Neuentwicklung das Bogensehnengarn BCY Spectra 652 vorgestellt. Ray Browne von BCY hat mir dazu aauf Rückfrage folgendes dazu geschrieben:
Fortsetzung folgt
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Pinball am Juli 30, 2024, 06:06:06 Nachmittag
Vielen Dank von Hermannsburg,

super informativ und Deine Texte lesen sich gut und machen neugierig auf die Fortsetzung.
 :pop:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Tom der Badner am Juli 30, 2024, 09:30:55 Nachmittag
👍👍👍 danke, freue mich auf die Fortsetzung
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 31, 2024, 02:28:45 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung 9

Jetzt die schon im letzten Beitrag erwähnte Antwort, die ich auf Rückfrage zum Bogensehnengarm Spectra 652 von Ray Browne / BCY erhielt:
 " 652 is made from Spectra 1000 in exactly the same denier size as the original FastFlight. Emphasis on original because we think Brownell may have made slight changes in recent years. Also, there is propably a difference in  the twist level between 652 and FF. Brownell was using type 900 Spectra in the original FastFlight.  Type 1000 is a little better in most aspects and is the same denier as FF and, according to many archers, performs similarly. People wanted the etablished FastFlight - Brownell's top product for years. Maybe again, we should have emphasized that 652 is slightly better."

Inzwischen hatte sich in Nordamerika und Kanada eine Interessengruppe zur Weiterführung der Brownell Bogensehnen- und Servicegarne gebildet.Aus dieser Gruppe heraus wurde als Handelsgesellschaft die neue Firma Brownell & Company mit Sitz in Kanada gegründet, die nun gegenüber früher ein stark reduzieres Produktsortiment anbot, welches ab 2019 offiziell in einem Produktionsbetrieb der italienischen Gruppe "badinotti company" in Peru / Südamerika produziert wurde.
Damit ist der früher bestehende starke Wettbewerb zwischen beiden Anbietern deutlich abgeschwächt, aber auch erreicht, dass BCY nicht eine alleinige Anbieterposition nutzen konnte, um  Bogensehnengarnpreise für sich optmal mit besseren Margen zu gestalten.

BCY gibt auf seiner aktuellen hompage folgende Erklärung ab:
"BCY Bowstrinbg And Service Material - Developed by People Who Really Understand Archery. BCY has been dedicated to serving the needs of archers, bowmakers, and stringmakers with the latest advances in bowstring technology. With our knowledge of the archery industry and the cooperation of our fiber supplkier, we know how to develop, test, anf provide the industry with the latest and best bowstring  material."

Mir dieser Erklärung hat sich BCY nach meiner Ansicht sehr weit aus dem Fenster gelehnt. In der neuen Folge werde ich Euch Beispiele nennen, anhand derer ihr ermessen und beurteilen könnt, wie BCY nach dieser eigenen Zielsetzung zu beurteilen ist.

Ich bedanke mich bei ALLEN, die meine Ausführungen imt Interesse vrfolgen, besonderen Dank aber richte ich aan diejenigen, die sich bislang hier öffentlich lobend üpber meine Iniative geäußert haben.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Stringwistler am Juli 31, 2024, 04:38:42 Nachmittag
Dann will ich dich hier auch mal loben, wenngleich ich schon vieles davon wusste.

Die Aussage von Ray daß das BCY Spectra das bessere Garn sei, kann ich allerdings nicht teilen... 😂
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 31, 2024, 04:46:46 Nachmittag
Dann will ich dich hier auch mal loben, wenngleich ich schon vieles davon wusste.

Die Aussage von Ray daß das BCY Spectra das bessere Garn sei, kann ich allerdings nicht teilen... 😂
Guido,
und warum nicht? Deine Gründe wären für uns Interessierte  schon wichig.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Stringwistler am Juli 31, 2024, 05:00:18 Nachmittag
Dann will ich dich hier auch mal loben, wenngleich ich schon vieles davon wusste.

Die Aussage von Ray daß das BCY Spectra das bessere Garn sei, kann ich allerdings nicht teilen... 😂
Guido,
und warum nicht? Deine Gründe wären für uns Interessierte  schon wichig.
Gruß
Walter

Kann ich Dir gerne sagen Walter,

ist auf traditionellen Holzbögen (Recurve und Langbogen Einteiler) meist lauter wie das Brownell FF+ und schwingt ohne Silencer etwas mehr nach.
Bei gleicher Strangzahl ist es flämisch gespleißt sogar etwas langsamer wie das Original Brownell Fast Flight+, das aber deutlich mehr ausfasert und mehr gewachst werden muß wie das BCY Spectra 652.
Vom Kostenfaktor ist allerdings das heute in Peru gefertigte Brownell FF+ deutlich, ca. ⅓ teurer wie das Spectra 652...
Wenn allerdings jemand etwas grobmotorischer veranlagt ist, kann es durchaus sein daß er keinen Unterschied der beiden Garne warnimmt... 😉
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Juli 31, 2024, 05:31:49 Nachmittag
Dann will ich dich hier auch mal loben, wenngleich ich schon vieles davon wusste.

Die Aussage von Ray daß das BCY Spectra das bessere Garn sei, kann ich allerdings nicht teilen... 😂
Guido,
und warum nicht? Deine Gründe wären für uns Interessierte  schon wichig.
Gruß
Walter

Kann ich Dir gerne sagen Walter,

ist auf traditionellen Holzbögen (Recurve und Langbogen Einteiler) meist lauter wie das Brownell FF+ und schwingt ohne Silencer etwas mehr nach.
Bei gleicher Strangzahl ist es flämisch gespleißt sogar etwas langsamer wie das Original Brownell Fast Flight+, das aber deutlich mehr ausfasert und mehr gewachst werden muß wie das BCY Spectra 652.
Vom Kostenfaktor ist allerdings das heute in Peru gefertigte Brownell FF+ deutlich, ca. ⅓ teurer wie das Spectra 652...
Wenn allerdings jemand etwas grobmotorischer veranlagt ist, kann es durchaus sein daß er keinen Unterschied der beiden Garne warnimmt... 😉
Guido,
ja , so ist es, wenn Du einen falschen Zusammenhang herstellst. Der Vergleich und die positive Aussage von Ray Browne bezieht sich von BCY  Spectra 652 (basis Spectra Garntype S-1000)  auf FastFlight/alt (Basis Spectra Garntype S-900) Wenn Du hier als Vergleich FastFlight + heranziehst (Garnbasis SK75) hast Du eigentlich Äpfel mit Birnen verglichen.
Zwischen der Garntype Spectra S-1000 und Dyneema SK75 gibt es deutliche Unterschiede, die sich z. B. auch  in der Haptik bemerkbar machen.
Spectra S-1000 hat nur ein Garngewicht von 1.444dtex, eine Filamentzahl von nur 240, Dyneema SK75 weist ein Garngewicht von 1.760 dtex auf mit 780 Filamenten.
Hinsichtlich Festigkeiswert, Elongation etc. ähneln sich beide Garne sehr. Garntechnisch ist Spectra 652 z. B. im Sehnenstrang bei Endlos Sehnen oberflächenmäßig deutlich unempfindlicher, weil seine Filamente deutlich dicker sind.
Eine 16 Strang Endlos Sehne bei FastFlight + besteh aus ca. 12.480 Filamenten, eine im Garngewicht und Volumen ähnliche 18 Strang Spectra 652 Sehne hat nur ca. 4.320 Filamente.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Stringwistler am Juli 31, 2024, 07:56:27 Nachmittag
Tja Walter.... siehste mal.... wie schnell das passiert.
Wenn Hersteller 2 völlig unterschiedliche Grundgarne einmal Fast Flight und dann Fast Flight Plus nennen.....
Sorry, aber für Laien schon schwer zu verstehen und selbst für mich sind dann solche Aussagen auch schnell zu verwechseln.... ;)

Übrigens ist das Brownell Fast Flight schon viel früher durch Fast Flight+ ersetzt worden wie in deinen Angaben.
Ich denke schon um die 2004´ Jahre, denn im Keller hab ich noch Spulen vom ersten Brownell FF+ wo das auf der Unterseite vermerkt ist wann ich das aus den USA bekommen hab.  ;)

Aber solche Sachen sind wohl hier für die meisten User komplett egal.... :bahnhof:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Rudolf aus der Südpfalz am Juli 31, 2024, 08:38:53 Nachmittag
Hallo Walter, vielen Dank für Deine Ausführungen. Für mich als relativ neuen Bogenschützen und Sehnenbauer von Endlossehnen, sind die vielen Begriffe schon sehr verwirrend.
Was mich interessiert ist, ob es wirklich unterschiedliche Eigenschaften gibt bei Endlossehne oder Flämischer bei gleichem Material?
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: dersix am Juli 31, 2024, 10:36:40 Nachmittag
Sehr interessanter Artikel. Ich bin begeistert 👍

Grüße
Six
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 01, 2024, 12:18:05 Nachmittag
Hallo Walter, vielen Dank für Deine Ausführungen. Für mich als relativ neuen Bogenschützen und Sehnenbauer von Endlossehnen, sind die vielen Begriffe schon sehr verwirrend.
Was mich interessiert ist, ob es wirklich unterschiedliche Eigenschaften gibt bei Endlossehne oder Flämischer bei gleichem Material?
Rudolf,
gute Frage. Ja, nach meinen Erfahrungen und Tests gibt es die.
Wenn Du selbst Sehnenwickler von Endlos Sehnen  bist, welche Garne verwendest Du und nach welchen Kriterien hast Du  diese ausgewählt?

Bogensehnen , die nach der Wickeltechnik flämischer Spleiß gearbeiet sind , haben überhaupt nichts mit Bogenformen, -geometrien oder - materialien zu tun. Das bezieht sich ebenfalls auf Wurfarme.
Der Begriff flämischer Spleiß bezieht sich nur auf die Herstellungstechnik der Sehnenohren. Solche Sehnen wurden in dieser Wickelechnik angefertigt als das Ausgangsmaterial noch aus gesponnenen und dann gezwirnten Garnen pflanzlichen Ursprungs bestand. Dieses Spinnen und Zwirnen war deshalb notwedig, um aus den nur in begrenzter Länge vorhandenen Pflanzenfasern einen belastbaren Faden zu spinnen und mehrere dieser Fäden zu zwirnen.
Aus diesem halbfertigen Vorprodukten fertigte man dann für Bogensehnen mindestens zwei Kardeele an, die in sich gedreht, nochmals verfestigt wurden. Herkömmliche Knoten, die man für die Sehnenaugen benötigt hätte, wären erhebliche Schwachpunkte gewesen. Diese Aussage ist auch bis zum heutigen Zeitpunkt noch für Seile; Taue etc. gültig. Man stellte deshalb Schlaufen dutch den sogenannten flämischen Spleiß her, den ich sicherlich nich besonders erklärren muß.
Mit der Verwendung von Dracon/Polyester als industriell endlos  gesponnene Chemiefaser war für den Bogenbsport die flämisch gespleißte Sehne nicht mehr notwendig.
Chemiefasern werden heute als sogenannte Filamentgarne produziert. Zum Beispiel wird DSM Dyneema  Type  SK75 in Spulen mit einem Gewicht von 4 Kg hergestellt. Das bedeutet, das sich bei einem Garngewicht von 1.760 dtex ca. 22.000 m in einer Länge auf der Spule befindet. Filamentgarn bedeutet, das dieses Garn im Strang aus mehreren Einzelfäden besteht. Bei SK75 sind e sin diesem Beispiel 780 Filamente.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: ED am August 01, 2024, 01:24:12 Nachmittag
Walter schreibt immer DR ACON. Heisst das nicht DA CRON ?
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 01, 2024, 01:32:31 Nachmittag
Norbert,
danke für den Hinweis. Ja, Du hast recht. Richtig muß es Dacron heißen. schreibfehler von mir.
Gruß
Walkter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Einsiedler am August 01, 2024, 01:44:38 Nachmittag
@Walter

Danke für Deine Mühe und für Deine Arbeit dies hier alles zusammen zu tragen und nieder zu schreiben 👍
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 06, 2024, 02:21:30 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung Nr. 10

1) BCY Spektra 652
In dem Vorangegegangenen Bericht habe ich dargesellt, wie BCY ihr Bogfensehnengarn einschätzt und praktisch mit dem seinerzeiigen Spectra Garn für FastFlight gleich setzt. Das ist aber eine ziemliche Untertreibung, weil das Grundgarn für 652 deutlich bessere Leistungsmerkmale hat. Es handelt sich um das Honeywell HMPE-Garn Spectra Typ S-1000 , 1300 - 159. Nachstehend - auch für den Bogensport - die wichtigsten Daten (die Vergleichsdaten vom FastFlight Garn , Basis Spectra Type S-900 habe ich in Klammern dahiner gesetzt)

Garngewicht:                                                     1.444 dex            (1.333)
Tenacity                                                                     35                  (30)
Elongation%                                                             3,3                  (3,9)
Breaking Strength (lbs)                                        100                   (79)
Anzahl  der  Filamente                                          240                  (120)
Honeywell schreibt und bestätigt, dass die ype S-1000 eine um 15 - 20% höhere Festigkeit hat als s-900
2) BCY 8125
Dieser Bogenbsehnengarn Typ ha bis jetzt im Hause BCY einen interessanten Lebenslauf hinbter sich. Ich gehe auf diesen Lebenslauf ewas eingehender ein, wel er auf der einen Seite zeigt, welche Ideen und Anstrengungen unternommen wurden und werden, die Produktleisung eines Sehnengarnes zu verbessern, andererseits aber eine
Fehlentwicklung eingeleitet wird, die dem Produkt überhaupt nicht gut tut.
Dieses SEhnen-Garn 8125 wurde seinerzeit dem SEhnengarn Dynaflight 10 (aus100% SK75) zur Seite gestellt. Die Garnmischung war damals 92% SK75 und 8% K65; warum diese Garnmischung gewählt wurde, konnte ich nicht ermitteln. Überrrascht hat mich die etwa im Jahre 2010 vorgenommene Umstellung auf die Garnmischung 92% K75 und 8% Gore  Tex. Das Bogensehnengarn bekam jetzt den Zusatz "G". AUF Rückfrage bei BCX>Y erhielt ich die Aussage , dass man mit der Beimischung von Gore Tex die Haltbarkeit verbessern. Eine große Fehleinschätzung wie sich später herausstellte. Warum?
Gore Tex wurde quasi als "plastische" Monofil - Komponente dem Filamentgarn SK75 beigemischt, sonmit eigentlich ein Fremdkörper in diesem Garnstrang; bei (% Anteil schon ein dicker bemerkbarer "Monofil-Faden" aus einem fremden Polymer mit anderen technischen Daten. Beispielsweise sind in einer 16 Strang endlos Sehnemi ca. 12.480 Filamenten 16 dieser dicken Fremd-Monofile enthalten. Während des "Arbeisprozesses" einer Bogensehne arbeien diese Monofile sändig gegen die SK75 Filamente (wie die Ax im Walde" und schädigen diese sichtbar nach relativ kurzer Zeit. Die Bogensehne wurde in der Oberfläche rauh, kam inb einen "pelzigen" Zustand und wurde unansehnlich.
Ab Ende 2018 bzw. Anfang 2019 gibt es 8125 bis heute (ohne den Zusatz "G") nur noch in 100% Dyneema SK75. BCY hat auf diese Fehlentwicklung reagiert.Aufgrund der GORe Tex Euphorie im Hause BCY wurde auch das Garn Trophy (452X blended with Gore Tex) sowie BCY 8190 (aus SK90) enwickelt und angeboten. Beide Sehnengarne verschwanden aber auch aus dem BCY Garn-Sortiment. Bei 8190 kamen aber noch andere Gründe dazu, die in der nächsen Fortsetzung angesprochen werden.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 06, 2024, 05:11:47 Nachmittag
Grundsatzbemerkung, Fortsetzung Nr.10 a,
3) BCY8190
Im Jahr 2009 stellte DSM seine Neuentwicklung SK90 für den großfächerichen Proidukt-Bereich Seil- und Leinenherstellung für den Wasser-/Bergsport vor. Das "Product-Specification-Sheet" weist eine Berechtigung / Verwendung für verschiedene nationale und internationale Sicherheits-Standards aus. Diese neue Garn-Type hatte eine Festigkeitsverbesserung gegenüber SK75/SK78 von ca. 10 - 15%, hatte aber nur die gleichen Dehneigenschaften wie SK75.
BCY (zu 1) und Brownell (zu 2) boten alsbald auf diesem Grundgarn die Bogensehnengarne
zu 1: BCY8190 (100% SK90) sowie BCY X- Bowstring (83% SK90 mit 17% Vectran sowie
zu 2: Fury (100% SK90) an.
BCY erwähnte auf meine Rückfrage sogar, dass dieses neue Garn auf Sicht 8125 und 452X ersetzen könnte. Es wurde von BCY ausdrücklich erwähnt, dass man 8190 auch Gore Tex beigefügt hatte, ohne es nach außen hin bekannt zu geben. Offensichtlich sollte dass den Nachteil der geringeren Dehneigenschaft ausgleichen.
Leider war diesem Grundgarn SK90 nur eine kurze Lebensdauer beschert, da sich dieses Garn für die Seil- und Leinenherstellung aufgrund der schlechteren Dehneigenschaften nicht durchsetzen konnte. BCY und Brownell mussten ihre Bogensehnengarne aus ihren Sortimenten nehmen.
Ich zeige  an diesem Beispiel auf, dass Bogensehnengarnkonfektionäre aufgrund ihrer ,gemessen an den Mindestproduktionsmengen der Chemiefaserindustrie, geringen Bedarfsmengen nicht in der Lage sind, eine DSM Grundgarnkette nur für den Bedarf im Bogensport am Leben zu erhalten.
Zu diesem kleinen Einblick in die Produktgestaltung von BCY in Bogensehnengarne sei noch erwähnt, dass BCY auch außerhalb seines offiziellen Sortimentes  Sonderanfertigungen auf Exclusivbasis vornimmt, und zwar für den nordamerikanischen/kanadischen Markt.
Als Beispiel nenne ich das Bogensehnengarn RCX 1200, das für GAS Bowsrings angefertigt wird. Es besteht aus einer Garnmischung von SK75/SK99. Dieses Bogensehnengarn wird nur in rohweiss gefertigt und kann auch nur als fertige Bogensehne erworben werden. Brady Ellison hat jüngst in Paris anläßlich der Olympiade während der Qualifikation und im Goldfinale solch eine Sehne geschossen.
Damit es nicht zu Mißverständnissen kommt, meine vorstehenden Ausführungen sind nicht als Kritik an BCY gemeint, sie sollen nur sachlich und objektiv die Arbeitsweise von BCY aufzeigen, bei der es neben richtigen Entscheidungen und guten Produkten auch Fehlschläge geben kann.
In der nächsten Fortsetzung werde ich anhand des Beispiels Lippmann Bogensehne LBS SUPERB aus DSM Garntype DM20 beschreiben, wie die Entwicklung zum Bogensehnengarn abgelaufen ist.
Desweiteren werde ich in einer olgenden Fortsetzung erläutern, wie die Einstellung der Bogenbauer zu Bogensehnengarnen ist und dazu aus egenen Erfahrungen mit Border und Uukha berichten, und danach wird es von meiner Seite eine kurze Schlußbetrachtung mit einer Prognose für die weitere Entwicklung von Bogensehnen geben, die meine Grundsatzbemerkungen dann abschließen.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: aquadrat am August 13, 2024, 09:34:05 Vormittag
Walter, ich weiß gar nicht wie man sich für deine Arbeit, deine Recherche und deine Bereitwilligkeit dein Wissen unentgeltlich zu Teilen bedanken soll. Deine Ausführungen gehören zu dem Besten was ich in den letzten Jahren im Bereich Bogensport lesen durfte. Nur Fakten, keine Mythen, kein "das haben wir schon immer so gemacht". Vielen vielen Dank dafür!

LG, A.
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 13, 2024, 10:39:55 Vormittag
Walter, ich weiß gar nicht wie man sich für deine Arbeit, deine Recherche und deine Bereitwilligkeit dein Wissen unentgeltlich zu Teilen bedanken soll. Deine Ausführungen gehören zu dem Besten was ich in den letzten Jahren im Bereich Bogensport lesen durfte. Nur Fakten, keine Mythen, kein "das haben wir schon immer so gemacht". Vielen vielen Dank dafür!

LG, A.
aquadrat,
danke für Dein Lob. Aber das sehen längst nicht alle so. Ich hatte es schon seit langem mit zu Dogmen erhobenen Halbwahrheiten, Falschwissen und Mythen satt. Deshalb meine Initiative, einen Beitrag zum sachlicheren  Verständnis zum Umfeld Bogensehnen beizutragen.
Gruß
Es geht bald mit weiteren Texten weiter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 13, 2024, 12:13:49 Nachmittag
Grundsatzerklärung,  Fortsetzung 11,
Welchen Ablauf gibt es eigentlich von der Entwicklung und Freigabe eines neuen Garnes bei DSM auf Basis HMPE /UWHMPE für den Einatz in technischen Bereichen? Vielleicht für viele in diesem Forum nicht so interessant, gehört nach meiner Auffassung zum Inhalt dieser etwas weiter gefaßten Grundsatzerklärung zum Bogensehnengarn aber unbedingt dazu.
Ich werde das anhand zweier Beispiele darstellen:
1) DSM Dyneema Garntype SK99 / UWHMPE
2) DSM Dyneema Garntype DM20 / HMPE
ZU 1:
Anlässlich der Messe METS 2013 (Marine Equipment rade Show) vom 19. - 21. November in Amsterdam stellte  DSM die neue Garntype SK99 mit all ihren Vorzügen für hochseetüchtige Rennyachten und ihren Leistungsverbesserungen gegenüber SK90, SK78 und SK75 vor. Von der Eignung als Bogensehnengarn strach noch kein Mensch.
Neuentwicklungen dieser Garne führten erst mit zum Teil goßer zeitlicher Verzögerung bei den Bogfensehnengarn-Konfektionären zur Fertigstellung und Vorstellung neuer Bogensehnengarne. So auch in diesem Fall bei diesem neuen Garn.
Ich schrieb schließlich BCY am 21. 01.2017 an und fragte , in welchem ihrer Bogensehnengarne diese vor Jahren von DSM vorgestelle Garntype  SK99 enthalten sei. Die Antwort von Ray Browne kam am 23.01.2017:
Der Inhalt in deutscher Übersetzung: "Wir verwenden noch nicht SK99, erst im nächsten Jahr. Das Sehnen-Garn wird 8199 heißen und unser 8190 wird nicht weitergeführt".
Diese Aussage war etwas geflunkert und entsprach nicht ganz der mir erklärten Vorgehensweise, weil BCY das neue Bogensehnengarn bereits im März 2017 in der BCY Bogensehnen-Sortimentsübersicht unter der Bezeichnung Mercury aufnahm; erhielt allerdings nur den Verwendungshinbweis Compound. Im Laufe des Jahres 2018 wurde der Verwendungshinweis Compound nicht mehr aufgeführt.
Ab dem Jahre 2020 erhielt Mercury dann eine Strangzahlempfehlung von 32 - 34 für denCompound und 2 oder 4 weniger für Recorves. Dazu wurde auch das Garn X-99 Bowstring vorgestellt, ein Hybridgaarn bestehend aus 80% SK99 und 20% Vectran mit Verwendungsheinweis zu Compoundbögen mit b26-28 Strangzahlempfehlung. Natürlich bot auch Brownell dieses neue Garn unter der Bezeichnung Rampage (100% SK99) und  Rampage V (SK99/Vectran) an.
In 2022 kam die VersionMercury 2 in die BCY Sortimentsübsicht mit der Verwendungsempfehlung Crossbow und einigen Copounds, allerdings ohne Strangzahlempfehlung. Das war und ist bis heute eine Irreführung der "Endverbraucher". Zusätzlich erfolgte der Hinweis, dass dieses Garn als Alternative für Force 10 (aus SK78) verwendet werden sollte. Mercury 2 ist nichts anderes als zwei maschinell zusammen gespulte Mercury Garnstränge . Wenn ich z. B. 28 Stränge Mercury für eine Recurve endlos Sehne verwenden soll, kann ich auch 14 Stränge Mercury 2 nehmen, mit dem Vorteil, dass die maschinell zusammen gespulten Stränge in der Bogensehnekopakter und geschlossener sind als die aus 28 Einzelsträngen Mercury gewickelte  Sehne.
Im Februar 2022 habe ich Mercury 2 für den Recurve getestet, und es zeigte sich bei den Versuchen, dass dieses Garn aufgrund seines höheren Festigkeiswertes und E-Moduls (auch im Vergleich zu Force 10 (SK78) für den Recurve eigentlich nicht geeignet schien. Diese Feststtellung habe ich Ray Brwne am 15.02.2022 per e-mail mitgeteilt. Am gleichen Tag erhielt ich folgende Antwort, die ich zum allgemeinen besseren Verständnis ins deutsche übersetze:
"Mercury 2 is als Verbesserung entwickelt, für Force 10 aus SK78 ist die Garnbelieferung unsicher und der Garnpreis ist für 2022 stark gestiegen". Offensichtlich hat Brownell im Produktionsland Peru damit keine Probleme und bietet Rhino (SK78) nach wie vor an.
Es gab noch folgende weitere interessante Aussage:" The change has been well accepted by some major bow manufactors who were using Force 10."
Aber wichtige Bogenbauer, die diesen Produktwechsel als gut beurteilen, sind eine Sache , die Nutzer  - nämlich die Bogenschützen - eine andere. Es ist beachtenswert, dass eine Gruppe von wichtigen zur Weltspitze gehörenden Bogenschützen aus den  USA über GAS Bowstrings eine zur BCY Auffassung etwas andere Produktwahl vorgenommen haben. GAS Bowstríngs hat nach eigener Aussage drei Jahre an Versuchen gearbeitet und sich für ein Sehnengarn in rohweiss entschieden, das aus einer Garnmischung SK75/SK99 besteht und von BCY produziert wird (kein Vectran Anteil !) Ich habve das in der vorherigen Abfolge kurz erwähnt. Rohweiss bedeuet, dass dieses Garn farblich so als Sehnegarn angefertigt wird wie es der Chemiefaserproduzent DSM fertigt.
Auch ich verzichte nicht auf Mercury 2 und habe seit 2022 verschiedene Versuche durchgeführt. Vorzugsweise verwende ich eine Garnmischung aus 50% Mercury 2 und 50% Lippmann LBS SUPERB. Dieses Garn wird als Endlos Sehnevon Recurves ab einer Zugkraf von ca. 32 lbs aufwärts eingesetzt wobei auch noch die verwendeten Wurfarme eine Rolle spielen.
In der ächsten Folge werde ich über die Entwicklung des DSM Garns DM20 zur Bogensehne schreiben, die etwas anders verlief.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 20, 2024, 03:47:23 Nachmittag
Grundsatzerklärung, Fortsetzung 12,

2) DSM Dyneema Garntype DM20
Die Vorbereitung zur Verwendung dieser Garntype als Bogen-Sehnengarn verlief ganz anders gegenüber der sonstigen Vorgehensweise bei den damals bekanntenBogensehnengarn-Konfektionären BCY und Brownell. Die Initiative ging von mir aus, weil ich nicht überzeugt war, dass die amals angebotenen Garne wirklich die aktuellen Garnentwicklungen waren; die Argumente desa Bogenfachhandels habe ich  - was die Garndaten angeht - eher für substanzlos  und reine Umsatz bringende Verkaufsargumente angesehen.
Es war Mitte 2013: Für mich war es relativ einfach, mir den vorhandenen garntechnischen Fachbegriffen Zugang zu den DSM Fachleuten zu bekommen.Als Anfragender aus Deutschland wurde ich an die Firma Gruschwitz GmbH Tech-Twists gemelde, die sich mit mir zur Klärung weiterer Fragen und Festlegungen für Maßnahmen setzte. DSM hatte mit Gruschwitz eine Vertragspartnerschaft als Premium Distributionspartner u. a. für Deutschland abgeschlossen. Ob diese Vereinbarung noch heute besteht, ist mir nicht bekannt.
Nun begann die Feinabstimmung mit Detailklärungen zu bestimmten DSM Garntypen. Von meiner eite schloss ich alle schon im Bogensehnenprogramm geführten DSM Garntypen aus, weil es keinen Sinn machte, eine vorhandene Garntype nochmals vorzustellen. Dazu zählten u. a. SK75, SK78 und SK90.
Gruschwitz machte mich dann auf die 2012 vorgestellte DSM Garntype DM20 aufmerksanm. Dieses Garnwurde speziell in einer öllig neuen Polymerstruktur und modifiziertem Produktionsverfahren , dass sich Dyneema Max Technology nennt, für die Langzeitverankerung  von Festinstallationen in der Off-Shore Technologie (z. B. Ölplattformen  oder Spezialpumpen ) entwickelt.Das Dehnverhalten des Garnes wurde drastisch verbessert, tatsächlich weist DM20 praktisch keine Dehnung (0,5% über 25 Jahre) auf. Die Buchstaben DM stehen für Dyneema Max. Zudem wies das Garn z. B. eine höhere Widerstandsfähigkeit bei Temperaturen ab 30Grad Celsius aufwärts gegenüber SK78 auf. Ein Dyneema Infoblatt sowie ein Produkt-Datenblattfüge ich als Anlage bei.
Die ersen Tests zur Eignung als Bogensehnengarn verliefen positiv, sowohl für den Recurve- wie auch für den Compoundbogen.
Die Firma Lippmann German Ropes, Hamburg übernahm nicht nur die für Bogensehnengarn notwendige Konfektionierung, sondern auch die Vermarktung und Vertrieb, wo bei konzeptionell geplant wurde, in der Hauptsache das Sehnengarnunter dem Qualitätsnamen LBS SUPERB im eigenen online Handel an die "Direktkunden", gewerblichen SEhnenwicklern und in Einzelfällen auch über den Bogenfachhandel zu vermarkten.
Einige Bogenschützen , auch hier im Forum, kennen und nutzen dieses Sehnengarn.
Damit es nicht zu einem Trugschluß kommt: Dieser Bericht ist keine nachträgliche Werbeaktion für das Lippmann Sehnengarn. Lipmman hat die Produktion inzwischen beendet, wofür es mehrere hausinterne und betriebswirschaftliche Gründe gab.
Bei der Markteinführung seinerzeit hat es in veschiedenen Foren für den Bogensport ausführliche Diskussionen zur Leistungsfähigkeit gegeben, nicht nur mit positiven und negativen Aussagen, sondern iu Einzelfällen auch mit persönlichen Beleidigungen von Absendern, denen das Thema Bogensehnengarn sehr fremd warund wahrscheinlich bis heute geblieben ist.
Ich will aanhand dieser Abhandlung nur den Weg aufzeigen, den ein für eine bestimmte technische Anwendungslösung  enwickeltes Garn den Weg ins Sortimentsfeld der Bogensehnegarne gefunden hat.
Fortsetzung folgt.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am August 20, 2024, 04:46:02 Nachmittag
Grundsatzerklärung Fortsetzung 12,

TEXTERGÄNZUNG. DIE Zweite Anlkage ist ungülig und wird duch die beigefügte ersetzt
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: dragonfly_tom am September 02, 2024, 09:08:25 Nachmittag
 :klasse:

und ich dachte, in meiner Sehnenbau-Gruppe auf Facebook hätte ich schon alles gesehen.
Hochinteressant deine Ausführungen und absolut lesenswert.

Grüße aus der Westpfalz
 :fire: :bow:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am September 29, 2024, 06:00:29 Nachmittag
Grundsatzerklärung  13,

Interessant ist auch, in welcher Art und Weise gewerbliche und namhafte Bogenbaauer zum Thema Bogensehnengarn standen bzw. stehen und wie sie Sehnengarne beurteilen. Zu diesem Thema berichte ich von meinen Erfahrungen mit zwei Bogenbauern, die  nicht  den Produktionsländern USA, Korea und China zuzuordnen sind, aber nicht nur eine sehr bekannte Position im Bogensportmarkt einnehmen, sondern sich fertigungstechnisch auch von den Großserienbogenbauern unterscheiden; es sind Uukha , Frankreich und Border, Schottland. beide waren wegen ihrer bogen-technischen innovationen für mich interessant. Zudem war für mich wichtig, ob es vobn beiden im Rahmen  mit ihren leistungssteigernden Produktentwicklungen auch bestimmte Anforderungen aus garntechnischer Sicht an Bogensehnengarnen gab.
Im rahmen der Lippmann Sehnengarn-Entwicklungen erfolgte mein erser Kontakt im Frühjahr 2014 zu Uukha, Frankreich, weil es sich hier um einen Anbieter handel, deren Mittelteile und Wurfarme aus Carbon produziert werden. Mein Gesprächspartner war seinerzeit Patrick Perrotey, mit dem ich über einen Zeitraum von etwa 8 Wochen einen sachlichen und ausführlichen Meinungsaustausch hatte.
Uukha schlug meinen Vorschlag , für einen Grundsatzversuch eine von mir nach seinen Wünschen gewickelte Endlos Sehne zur Verfügung zu stellen, aus und forderte dagfür aber 1 Spule Lippmann Sehnengarn LBS SUPERB an, um daraus im eigenen Haus Testsehnen zu erstellen. Für die daraus gewickelten Endlos Sehnen und durchgeführten Versuche erhielt ich folgende Ergebnisse, die nachstehend in Kurzform so aussahen
more tests 2 bows:
UproLite riser, Ux100, 70", 46# on the fingers, Lippmann LBS Superb, 17 strands
UproLite riser, Vx1000, 70", 39# on the fingers, Lippmann LBS Superb, 15 strands
results:
the strings gets dry, need to wax often, residual vibrations (conmpared to AstroFligh), creep, brace hight decrease 2-3 mm after a session for one shooter
difference in grouping (less grouping)

Nähere Einzelheiten habe ich leider nicht erfahren. Es gab keine Aussagen daazu, ob das eher leichtgewichtige Mittelteil mit dafür vorgesehenen Gewichten beschwert, welches Pfeilgewicht geschossen und wie die Standhöhe gewählt wurde. Aufgefallen ist mir, dass inj beiden Fällen eine ungerade Strangzahl geschossen wurde, weil man Sehnengarnanfang in das obere und das Sehnengarnende in das untere Sehnenöhrchen gelegt hat, in meinen Augen eine eher nicht vortelhafte Wickeltechnik.
Für mich war es jetzt wichtig, dieses eher nachteilige Testergebnis mit den allgemeinenAusführungen von Uukha -speziell zum Bogensehnenmaterial - zu vergleichen, die z. B. jeweils als user manual beim Erwerb von Uukha WA's herausgegeben wurden bzw. werden. Ich habe diesen Ausführungen zwei Ausfertigungen  - nämlich Uukha 1 und Uukha 2 - als Anlage beigefügt. Die Ausfertigung 1 gab es zum Zeitpunkt des erwähnten Garntestes, Ausfertigung 2 ist etwa 2 - 3 Jahre alt und wird mit gleichem Inhalt noch heute verwendet.
Was ist mir an den Texen aufgefallen?
In beiden Unerlagen wird unter "Safety" der Bogen als Waffe dargestellt. Unglücklicher und fälschlicher kann man dieses Sportgerät nicht bezeichnen.
In Ausfertigung 1 werden als String die Garne 8125, AstroFlight, Rhino und 8190 und eine Strangzahl angegeben, die sich nach Zugstärken eines Bogens richtet. Das war in früheren Zeiten , in denen man Polyeser/Dacron als Sehnegarn verwendete, üblich und richtig, ist aber heute eher eine unrichtige Information.
In der Ausfertigung 2 (hier hat man auch an der Papier- und Buchstabengröße gespart) wird als String nur noch 8125 angegeben.
Gibt es für Uukha nur dieses Sehnengarn?
Das sind in meinen Augen keine hilfreichen Informationen für den Bogenschützen. Uukha wäre besser beraten, neutral zu sein und allgemein auf geeignete Sehnengarne aus den HMPE- und UWHMPE Sortimenten der bekannten Sehnengarnkonfektionäre hinzuweisen.
Die Anzahl der Stränge nach Zuggewichten hat man, wie in Aiusfertigung 1, beibehalten, ebenso din Angaben der Standhöhen und Sehnenlängen, die nach meinen Erfahrungen eher praxisfern sind.
Auch hier könne man zu einer hilfreicheren Erklärung kommen und beispielsweise auf die Strangzahl -Empfehlungen der Sehnengarn-Konfektionäre verweisen.
Aber Uukha wird wissen, warum diese Art und Weise der Informartion an die Nutzer ihrer Erzeugnisse erfolgt.
Fortsetzung 14 (Border, Schottland) folgt.
Gruß Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: 1Pfeil am Oktober 01, 2024, 08:42:35 Vormittag
Danke für deine Zeit und die Arbeit die du in dieses interessante Thema investierst.  :thankyou:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Odin am Oktober 01, 2024, 11:50:45 Vormittag
@Walter:

Auch von mir Vielen Dank für Deine Mühen um dieses hochinteressante Thema
 :yes:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: dragonfly_tom am Oktober 19, 2024, 03:36:37 Nachmittag
Für mich als Hobby-Sehnenzwirbler sehr interessant, vor allem der direkte Vergleich der Brownell - BCY Garne. So fügen sich allmählich das ein- oder andere Bild zusammen.

Vielen Dank für die ausführlichen und informativen Äußerungen.

Gruß
Tom
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Oktober 21, 2024, 03:31:23 Nachmittag
Grundsatzerklärung 14

Für die in 2013/2014 begonnene Bogensehnengarn-EntwicklungLippmann LBS SUPERB auf Basis der 2 Jahre zuvor von DSM entwickelten neue Garntype DM20 (DM steht für Deep Moring) lagen inzwischen umfangreiche Testergebnisse einer breiten Anwendergruppe aus der deutschsprachigen Bogensportwelt vor. Diese waren durchaus positiv von unterschiedlichen Bogenschützen, aber ebenso von gewerblichen Bogenfachhändlern, die auch individuelle Sehnen auftragsbezogen anfertigten. Dazu gab es aber auch negative Äußerungen, die leider bis zu persönlichen Beleidigungen meiner Person formuliert und geäußert wurden.
Aufgrund der positiven Bewertungen "traute" ich mich, im Herbst 2017 Kontakt zu Border Archery Ltd., Berwickshire/Schottland aufzunehmen und dieses neue Bogensehnengarn vorzustellen, zu diskutieren und Testsehnen für Versuche anzubieten und zu besprechen.
Bei dem familiengeführten Unternehmen ist Sid Ball, der auch mein Gesprächspartner war, zuständig und verantwortlich für das Bogen-Design und den Entwicklungsbereich.
Mir war sehr daran gelegen, von diesem im Markt sehr bekannten Bogenbauer (Firmengründung 1940) mit seinen hochpreisigen Artikeln und bemerkenswerten Wurfarm-Innovationen für das Lippmann Sehnen-Garn eine Beurteilung zu erhalten.
Border hatte im Jahre 2001 damit begonnen, seine neue Wurfarmkonzeption unter dem Begriff High Energy eEpress (abgekürzt HEX als neue Wurfarmbezeichnung) vorzustellen und bot seine ersen neuen Wurfarm unter der Bezeichnung HEX 1 an. Die neue Konzeption umfasste alle für den Bogenwurfarm wichtigen Komponenten und schloss auch das Zusammenspiel der Bogensehne mit dem "Arbeitsablauf" der Wurfarme ein.
Als Anlage füge ich als Border 1 eine Border-Argumentation unter der Überschrift (als deutsche Übersetzung) Bogensehnen verstehen bei, die das Border-Verständnis für Bogensehnen, ihrer Garnarten und Vorbehalte zeigt. Aus meiner Sicht wichtig ist das als erstes dargestellte Argument der Sehnendämpfung der Wurfarme nach dem Lösen des Pfeiles, ein Faktum, welches landläufig bei den meisen Bogenschützen eine untergeordnete Rolle spielt, weil diese großen Wert auf eine "schnelle" Sehne legen. Als Border 2 füge ich eine Übersicht von Border bei , die aus Border Sicht erklären soll, aus welchem Sehnengarneinschließlich Strangzahl die Bogensehne bestehen soll, wenn sie für  sich unterscheidende Bögen in unterschiedlichen Zugstärken und Bogenlängen eingesetzt werden soll.
Zum Zeitpunkt meiner Kontaktaufnahme arbeitete maan bei Border an der überaus anspruchsvollen Entwicklung von HEX 9, extrem anspruchsvoll deshalb, weil Border mit dieser Entwicklung eine Leistungssteigerung aus der Wurfarmgeometrie und Materialwahl von plus ca. 20% gegenüber den bestehenden Zugstärken erreichen wollte. Später gab es von einigen Bogenschützen die Aussage dazu als Compoundversion im Recurvebereich.
Auf diese Aufgabenstellung und Zielsetzung bei Border traf mein Kontakt zu Sid Ball, wobei wir relativ schnell zu einem ausführlichen Meinungsaustausch und Bewertung von Bogensehnengarnen kamen. Absprachegemäß fertigte ich für Sid 4 endlso Testsehnen aus Lippmann Garn an, und zwar je 1 mit 12 und 16 Strang und 2 Stck mit 14 Strang. Während der Anfertigungszeit für diese vier Sehn kam es zu einer ausführlichen Diskussion über Garndaten und deren Bedeutung für den Verwendungsbereich Bogensehnen. Es offenbaarte sich recht schnell eine unterschiedliche Bewertung dieser Daten zwischem einem Textiler wie mir und einem Techniker aus dem Festkörper-Bereich, der seine sehr dezidierte  mit seiner Aussage weiter festigte, schließlich ein mechanical engineer zu sein. Sid biss sich förmlich an seiner Auffassung fest, dass der elongation wert schädlich wäre und die Wurfarme im Laufe einer Benutzungszeit von 2 - 3 Jhaaren beschädigt würden. Am 25.10.17 erklärte er mir auch, dass z. B. Win&Win auf ihrer website eine Warnung für Sehnen mit niedrigem "stretch "  ausgesprochen hätten. Diese Aussage ist nur zum Teil richtig, weil Win&Win sich gegen die Verwendung von Hybridgarnen ausgesprochen hatten und diese Aussage traf, weil es vermehrt Reklamationen  wegen Bruchs von Wurfarmen gab. Etwas später war in den Win&Win user manuals davon aber nichts mehr zu lesen.
Ich fand damals in der Border Preisliste nur einen Hinweis auf die Verwendung von Formex Bow Strings, aber trotz Rückfrage am 25.10.2017 beantwortete Sid meine Frage nicht, um welches garn es sich hierbei handelte.
Die 4 Lippmann Testsehnen waren Ende Oktober 2017 fertig, es erfolgte Briefversand und gleichzeitig eine Information an Sid mit den Grundgarndaten. Der gemeldete Elongationwert betrug 3,6%, worauf Sid äußerte, dass die Sehnen "over built" seien und ich die Sehnen nicht absenden sollte. Er erklärte mir ferner, dass er alt genug sei, um die "Epidemie" der Beschädigungen an den Bögen in den 70er Jahren miterlebt zu haben, als Fast Flight als Bogensehnengarn verwendet wurde. Sid irrt hier, zwar fand dieses Ereignis  tatsächlich statt, erfolgte aber erst Anf./Mitte der 80er Jahre, als der USA   Chemiefaserriese Sinal Allied als Lizenzfertigung von DSM/Holland aus einer HMPE Garn  Type Spectra    schuf und dieses Garn in den USA erstmals als Bogensehnengarn Fast Flight (angeboten von Brownell) verwendet wurde. Die von Sid erwähnte Epidemie konnte nur deshalb  ergfolgen, weil die damaligen Bogenhersteller versäumt hatten, die bei Spectra gegenüber Dacron/Polyester abweichenden  garntechnischen Daten mit einer notwendigen material- und designmäßig stabileren Konstruktion abzufangen.
Ich erklärte Sid, dass die Sehnenauf dem Postwege   unterwegs seien. Wenn er sie nicht testen wolle, möge er sie in den Mülleimer werfen. Ferner haabe ich Sid gefragt, welches nach seiner Auffassung ein geeignetes Sehnengarn sei.
Die Antwort war ein HMPE Garn mit minimal 4% Elongation (jetzt habe die Garne einen Wert von ca. 3,6%). Ein solches Garn wird es im Bereich HMPE auf lange Sicht nicht geben.
Leider habe ich nnichts mehr von Sid gehört. Ob er aus technischer Neugier doch Tests mit den Lippmann Sehnen vorgenommen hat, weiß ich nicht.
Meine hier in aller Kürze dargestellten Erfahrungen mit Border ha be ich nur aus dem Grunde dargestellt, um aufzuzeigen, wie schwierig es sein kann, gegen voreingenommene Meinungen und Auffassungen anzukämpfen, wenn  hier unrealistische Garneigenschaften gefordert werden, die es auf absehbare Zeit für HMPE Garne für den technischen Verwendungs-Bereich nicht geben wird.
Aus der Praxis weiß ich, dass es Bogenschützen mit CV Hunter Hex 7 und 8 gibt, die sehr wohl Bogensehnen aus Lippmann Garn zu ihrer vollsten Zufriedenheit einsetzen, ohne das die Bögen und Wurfarme Beschädigungen zeigen.
Gruß
Walter
(In kürze erfolgt von mir noch eine Schlußbemerkung und damit wäre von mit der Beitrag Grundsatzerklätung aabgschlossen)                                                                                                                                                                                           
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: kungsörn am Oktober 22, 2024, 11:29:53 Vormittag
Hallo Walter,
Sid Ball (sen.) ist Anfang des letzten Jahres gestorben und war zuvor wohl auch schon länger krank.
Sid Ball (jr.) hat die Firma von seinem Vater übernommen und ist auch eifrig am Werkeln (CV2, CV5 und CV9). Versuche es doch noch mal.
Ich schieße seit mehr als 15 Jahren Border, habe alle möglichen Sehnen durch und bin der festen Überzeugung, dass die Probleme,
die Hersteller mit ihren Wurfarmen haben, kaum auf die Elongation des Sehnenmaterials zurückzuführen sind. Wieviel mm macht den 2% oder 4% aus? Bei welcher Dicke?
Wer mit solchen Werten hantiert, der muss auch mit Kommastellen beim Sehnen- und Pfeilgewicht im Verhältnis zum Auszug und der Umgebungstemperatur rechnen.

Border ist nicht nur dem Namen nach ein Grenzgänger.
Wenn man mit der Geometrie und dem Material physikalisch ganz nah an die Grenze des Machbaren geht (Sid sen. tat das gern und fast immer…), ist man auch schnell mal einen Schritt weiter… 8)
Dummerweise neigen die meisten Bogenschützen auch dazu, die „recommendations“ von Border so auszulegen, dass es da noch Sicherheiten bzw. Spielraum gibt.
Auch glaubt man, dass die WA damit ewig halten.

Die Angaben bei Border sind aber der Grenzzustand der Tragfähigkeit („GZT“ - kommt aus der Baustatik).
Wer die Lebensdauer seiner WA signifikant verlängern will, muss die Anzahl und/oder den Ausnutzungsgrad niedrig halten (Ermüdungsbeanspruchung).
Für jemanden, der sich -wie Sid Ball- mit Produktentwicklung befasst, ist es absolut logisch, dass eine Maximalspezifikation niemals (auch nicht mal kurz) überschritten werden darf.
Das ist bei Border sicherlich nicht gut genug ausformuliert und andere Hersteller rechnen in ihren Vorgaben größere Unsicherheiten (Kundenverhalten) mit ein.

Ein gutes Beispiel ist das Pfeilgewicht. Warum bis heute bei Border ca. 8 gpp ausgewiesen werden, verstehe ich nicht.
Tatsächlich gibt es einige Nutzer, deren WA mit solchen Pfeilgewichten zwar die 215fps geknackt, aber leider keine 2 Jahre durchgehalten haben.
Ob dem explodierten WA auch mal 7,5gpp oder 1,5“ mehr Auszug untergekommen sind, wird der Besitzer wohl eher nicht preisgeben, geschweige denn dokumentiert haben.
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: parsec am Oktober 22, 2024, 02:49:01 Nachmittag
Vielen Dank von Hermannsburg für diese sehr informativen Grundsatzbemerkungen!!!

Wenn ich darf würde ich als Neuling hier gerne die eine oder andere Zwischenfrage stellen.
Sid biss sich förmlich an seiner Auffassung fest, dass der elongation wert schädlich wäre und die Wurfarme im Laufe einer Benutzungszeit von 2 - 3 Jhaaren beschädigt würden.                                                                                                                                                                                       
In der Liste mit den Bogensehnengarnen steht in der Spalte für Elongation gleich darunter "(Break)".  Ein "mechanical engineer" würde darunter sofort annehmen das dies auf deutsch die "Bruchdehnung" bezeichnet. Also wie viel (%) sich das Material unter Last dehnen kann bis es bricht (= reißt).
Nur sagt der Prozentwert nichts darüber aus wie groß die Belastung eigentlich ist und außerdem darf die Sehne gar nie  so stark belastet werden das sie bricht. Also aus meiner Sicht verstehe ich die Sichtweise von Border (Sid) auch nicht, weil der Wert für die Elongation allein rein gar nichts über die Elastizität des Materials aussagt. Auch in den Anhängen von Dir (Border1) wird es missinterpretiert.
Welche relevanteren Garndaten hast Du ihm damals vorgeschlagen die er offenbar nicht angenommen hat?

Ich schieße seit mehr als 15 Jahren Border, habe alle möglichen Sehnen durch und bin der festen Überzeugung, dass die Probleme,
die Hersteller mit ihren Wurfarmen haben, kaum auf die Elongation des Sehnenmaterials zurückzuführen sind. Wieviel mm macht den 2% oder 4% aus? Bei welcher Dicke?
Die Dicke macht da gar keinen Unterschied. 4% sind 4% - aber von was? In dem Fall sind es 4% von der Länge die gedehnt wird. Es stellt sich noch die Frage welche Länge man genau nimmt. Die gesamte Sehnenlänge oder bei Border wegen den großen Recurves doch nur die Strecke bei der die Sehne nicht an den Wurfarmen anliegt? Bei 1,5m machen 4% dann 60mm aus. Das ist schon ziemlich viel, aber dann reißt die Sehne auch schon. Erstens will man das nicht und Zweitens weiß man hier immer noch nicht über wie viel mm die Sehne nun die Wurfarme abbremst. Viel, wenig?

Andere Frage kungsörn: Wenn Du seit über 15 Jahren Border schießt, heißt das auch das Dir ein paar Wurfarme schon gebrochen sind?
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Oktober 22, 2024, 04:59:25 Nachmittag
kungsörn,
danke für Deine Ausführungen.
Ich werde allerdings keinen weiteren Versuch unternehmen, mich mit Sid Border über Sehnengarne auszutauschen.
Gründe:
1) wird das Lippmann Sehnengarn LBS SUPERB nicht mehr produziert
2) ist Sid in der Sehnengarnthematik absolut beratungsressistent

Desweiteren möchte ich an dieser Stelle nicht in einen ausführlichen Diskussionsbeitrag über Border abgleiten. Ich habe die Beispiele Uukha und Border lediglich gewählt, um die seinerzeitige  Einstellung und Auffassung dieser Beiden zum Thema Bogensehnen darzustellen. Wenn das Thema Border allgemein wichtig ist, sollte dafür ein neuer Thread aaufgemancht werden.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: kungsörn am Oktober 22, 2024, 07:52:56 Nachmittag

Die Dicke macht da gar keinen Unterschied. 4% sind 4% - aber von was? In dem Fall sind es 4% von der Länge die gedehnt wird. Es stellt sich noch die Frage welche Länge man genau nimmt. Die gesamte Sehnenlänge oder bei Border wegen den großen Recurves doch nur die Strecke bei der die Sehne nicht an den Wurfarmen anliegt? Bei 1,5m machen 4% dann 60mm aus. Das ist schon ziemlich viel, aber dann reißt die Sehne auch schon. Erstens will man das nicht und Zweitens weiß man hier immer noch nicht über wie viel mm die Sehne nun die Wurfarme abbremst. Viel, wenig?

Andere Frage kungsörn: Wenn Du seit über 15 Jahren Border schießt, heißt das auch das Dir ein paar Wurfarme schon gebrochen sind?
Aus der Elongation lässt sich halt auch das Dämpfungsverhalten in Bezug auf den elastischen Dehnungswiderstand ableiten.
Ob sich bei den Belastungen am Bogen überhaupt eine nennenswerte Dehnung (im Sinne eines Dämpfungseffektes) einstellt, wage ich fast zu bezweifeln.
Für diese Größe ist aber - neben der Länge - u.a. auch die Dicke relevant.

Und ja, ich war auch einer der "meisten Bogenschützen"...
Mein Glück ist, dass es innerhalb der Garantiezeit war und das Lehrgeld entsprach den Versandkosten.
Meine älteren Modelle (XP10, HEX 4, HEX 5 und CVX) sind genauso unverwüstlich, wie die aller anderen Hersteller in diesem Preissegment.
Wer seine HEX 7ff mit 10gpp und mehr schießt, wird auch daran lange Freude haben.
So und nun:  :ontopic:



Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Oktober 23, 2024, 09:10:18 Vormittag
parsec,
ich habe den von DSM genannten Elongationswer von 3,60% genaannt. Die Reißfesigkeit des Garnes ergibt sich allerdings aus dem Tenacity Wert (cN/dtex) für das Garn. Der lieg im Fall des Lippmann Garnes  bei 32 und ist im Vergleich zur DSM Garntype SK75 (FastFlight+, BCY 8125 mit 36,5 deutlich niedriger.
Gruß
Walrer
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Oktober 24, 2024, 10:03:34 Vormittag
Schlußbemerkung

ich habe diese Art und Form der Grundsatzbemerkung zum Thema Bogensehnengarn gewählt und denke, das damit die Fragestellung von roscho "welche Bogensehne für welchen Bogen" auch nicht umfassend beantwortet werden kann. Bis auf die Unerscheidung, ist der Bogen fastfligh geeignet oder nicht, gibt es offensichtlich eindeutige Antworten für das ein oder andere Bogensehnengarn nicht.
Viele Bogenschützen verhalten sich nach wie vor so, dass sie preisgünstige Angebote von Fertigesehnen aus dem Bogenfachhandel nutzen. Andere, die größeren Wert auf Qualität legen, werden sich eine individuell gewickelte Sehne  aus dem Bogenfachhandel oder von gewerblichen Sehnenwicklern anschaffen.
Ein weiterer Kreis an Bogenschützen wickelt sich die Sehnen selbst oder sorgt dafür, dass sich der vereinseigene Kollegenkreis mit entsprechend individuell gewickelten Sehnen eindecken kann.
Viele Bogenschützen betrachten das Thema Bogensehnengarn als Wissenschaft, was es in Wirklichkeit genauso wenig ist, wie das Thema Pfeile und die Auswahlkriterien dafür. Der Unterschied bei den Pfeilschäften ist, dass es hier sehr viel mehr materialbezogene Details im Bogenfachhandel gibt.
Ähnliche Daten wie bei den Pfeilen gib es auch bei den Sehnengarnen, z. B. Materialbestimmung HMPE, UWHMPE, Hybridgarn aus beiden PE-Grundgarntypen mit Vectran Beimischungen, Festigkeiswert cN/dtex, Garngewicht, Elongation Wert etc.
Nur diese Daten sind nicht im Boenfach-Handel bekannt oder die Bogenschützen haben sich auch noch nie dafür so interessiert, wie sie es beispielsweise bei den Pfeilen machen würden.
Gegenüber den umfangreichen  Pfeilsortimenten besteht der Vorteil bei den Sehnengarnen darin, dass es nur eine handvoll Grundgarne gibt, aus denen ein "großer Strauß" an Bogensehnen gebunden wird. Sich anhand dieser Grundgarne zu orientieren, würde zu  einem wesentlich besseres Verständnis führen.
Zur Zeit ist in der Chemiefaserindustrie keine Garnentwicklung in Sicht, die für den Bogensport aus preislicher und leistungsbezogener Sicht wichtig wäre.
Es ist allerdings ein anderer Trend festzustellen. Ich bin seit Ende letzten Jahres dazu übergegangen, als endlos Sehnen Garnmischungen für den Recurvebereich vorzunehmen. Ab einer Zugstärke von ca. 32 lbs auf den Fingern und materialmäßig und geometrisch entsprechend gestalteten Wurfarmen habe ich mit einer 16 Strang Sehne aus je 50% Mercury 2/Lippmann LBS SUPERB sehr gute Erfahrungen gemacht.
Bekannt ist inzwischen auch geworden, dass BCY für GAS Bowstring/USA das Garn RCX 1200 aus Mercury (SK99) und 8125 (SK75) fertigt, wobei GAS Bowstring hieraus nur Bogensehnen anbietet. Ein anderes Beispiel gibt es auch noch: Hoyt stattet seinen Compoundbogen Alpha mit der Sehne WireWRX aus (Garmischung ist nicht bekannt). Zusätzlich zu dem am Bogen vorhandenen Sehnenstopper wird die Sehne von Haus aus mit den Sehnendämpfern Holeshot V2 ausgerüstet.
Dieser Trend wird sich nach meiner Ansich fortsetzen.
Das Thema Bogensehne bleibt also weiterhin spannend.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: Stringwistler am Oktober 24, 2024, 11:25:13 Vormittag
Ganz herzlichen Dank Walter für deinen unermüdlichen Einsatz hier Licht ins Dunkel der
Sehnengeheimnisse zu bringen.
Auch ich baue seid Jahren Hybridsehnen aus den unterschiedlichsten Zusammensetzungen vornehmlich für mich und Freunde.
Dabei halte ich immer die Fadenstärke und die Elongation- Werte möglichst eng beieinander,
um ein gegenseitiges "aufreiben" und unterschiedliche Dehnungen zu verhindern.

Es ergibt sich da wirklich völlig neue Erkenntnisse zur Haltbarkeit, Ausfasern und Hitzedehnung im Sommer....

Deshalb... bleibt neugierig.... :agree:
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: roscho am Oktober 24, 2024, 12:00:44 Nachmittag
Auch von mir: vielen Dank Walter.  :klasse:

Ich lese da sehr interessiert mit
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: parsec am Oktober 24, 2024, 03:56:10 Nachmittag
Auch von meiner Seite besten Dank!

Darf ich vielleicht trotzdem nochmal hinein grätschen und etwas off topic gehen? Vielleicht betrachte ich es doch zu sehr als Wissenschaft, allerdings würde es mich sehr interessieren.
Es ist allerdings ein anderer Trend festzustellen. Ich bin seit Ende letzten Jahres dazu übergegangen, als endlos Sehnen Garnmischungen für den Recurvebereich vorzunehmen. Ab einer Zugstärke von ca. 32 lbs auf den Fingern und materialmäßig und geometrisch entsprechend gestalteten Wurfarmen habe ich mit einer 16 Strang Sehne aus je 50% Mercury 2/Lippmann LBS SUPERB sehr gute Erfahrungen gemacht.
Bekannt ist inzwischen auch geworden, dass BCY für GAS Bowstring/USA das Garn RCX 1200 aus Mercury (SK99) und 8125 (SK75) fertigt, wobei GAS Bowstring hieraus nur Bogensehnen anbietet.
Warum hast Du Dich gerade für diese Garnmischung entschlossen - sowohl was die Mischung SK99 (Mercury2) mit DM20 (LBS Superb), als auch das Verhältnis 50:50 angeht?
Inwiefern spielen die angesprochenen materialmäßigen und geometrischen Aspekte der Wurfarme eine Rolle? Geht es da nur um Carbon/Glas/Vollholz und Recurve/Lang/Reiterbogen, oder um mehr Details wie normaler vs. großer Recurve?
Welche Eigenschaften von dieser Hybrid-Sehne haben Dich davon überzeugt? Hast Du Dir dessen Eigenschaften bereits im Vorfeld so erhofft oder überlegt und wenn ja welche Garndaten hast Du dabei zur Rate gezogen und warum? (habe schon gelesen das dtex und Elongation ungefähr gleich sein sollen.)
Ich meine Du nimmst da Garne mit gewissen Extremwerten die zueinander kaum unterschiedlicher sein können. Du hast im Post davor die Tenacity für DM20 angeführt und das dieser niedriger ist als bei 8125. Nun mischt Du das mit einem Garn der die höchste Tenacity im gesamten Sortiment hat. Die Kombination von 50:50 ergibt 37,3 (Einheit folgt Deinem Vorbild) und ist damit wieder leicht über 8125 Niveau.

Deine Herangehensweise würde ich gerne verstehen damit ich mir für mich selbst entsprechende Gedanken machen kann.
Immerhin sagst Du das sich dieser Trend zu Hybridgarnen fortsetzen wird. Warum meinst Du das, welche Eigenschaften (Vorteile) bringen solche Mischungen hervor?

Danke
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Oktober 25, 2024, 10:25:28 Vormittag
parsec,
ich beantworte gerne Deine Fragen:
1) Diese Sehne ist kein Hybridgarn, weil es sich bei DSM Typen  SK99 und DM20 um das gleiche Polymer handelt. Im allgemeinen Verständsnis in der Bognsportwelt bestehen Hybridgarne aus Garnen aus zwei unterschiedlichen Polymeren, z. B. BCY 452x oder B99 aus HMPE/UWHMPE und Vectran bestehen.
2) Ich gehöre nicht zur Fraktion der Bogenschützen, die ihren Focus auf leichte und da,it schnelle Sehnen legen.
3) Ich treffe eine Sehnengarnauswahl primär nach dn Garndaten der jeweiligen Grundgarntypen, und das sind Daten, eher unbekannt und wenig gebräuchlich sind.
4) Meine 16 Strang Sehne mit je 8 Strängen Mercury 2 und Lippmann LBS SUPERB sind um Verhältnis 50/50 , was die Garnstränge berifft, aus meinen 70" olymp.Bogen mit 30 lbs Uukha SX+ Wurfarmen abgestimmt. Beide Garn haben das gleiche Garngewicht, ca 1.760 dtex. aber unterschiedliche Festigkeitwerte, und zwar je Garnstrang
Mercury 2          74,8 kg mit 1760 Filamenten, Tenacity cN/dtex 42,5
Lippmann          56,3   "    "      760    "      "             "     "       "     "    32,0
Diese beiden Garne ergänzen sich bzw. gleichen sich auf meinem Bogen zu meiner Zufriedenheit aus. Allerdings will ich damit nicht behaupten und auch nicht fordern, das diese Garnzusammenstellung das Non plkus Ultra ist.
Ansonsten sind für mich auch noch wichtig, aus welchen Materialien und Geeometrien das Bogensystem besteht.
Gruß
Walter
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: parsec am Oktober 25, 2024, 12:06:31 Nachmittag
Danke Walter.
Ich würde halt gerne Deine Beweggründe, die Details, das Wie, Was, Warum und Weshalb verstehen um ähnliche Überlegungen für mich abzuleiten.
Dank Deiner Übersicht über die Bogensehnengarne kann auch ich mir meine Auswahl anhand der Garndaten treffen. Ich weiß nur noch nicht nach welchen Kriterien ich es auswählen soll.

Aus dem vielen Lesen in diesem Forum habe ich schon mitbekommen das einer für Dich wichtigsten Punkte der Arbeitsweise einer Sehne, das Abbremsen der Wurfarme ist, nachdem der Pfeil sich von der Sehne gelöst hat. Weiters hatte ich gelesen das Du Garne mit eher dickeren Filamenten bevorzugst da sie nicht so schnell ausfransen wie dünne Filamente. Gebe ich das korrekt wieder? Und Du hast sehr hochwertige Recurve-Carbonwurfarme. Inwiefern, also warum beeinflusst dies Deine Garnauswahl?
Welche Überlegung hast Du angestellt und wieso bist Du zu der Entscheidung gekommen ausgerechnet SK99 - was sehr hohe Festigkeitswerte hat - in Kombination mit LBS Superb zu verbauen?
Kann ja sein das es kann praktische Überlegungen waren wie:
LBS Superb bekommt man nicht mehr, also muss ich das was ich noch habe sparsam verwenden indem ich pro Sehne nur die Hälfte verbrauche und mit einem anderen Garn mische.
Oder hast Du verschiedene Garn Kombinationen solange ausprobiert bis eine dabei war mit der Du auf dem Bogen einfach zufrieden warst?

Du schreibst "beide Garne ergänzen sich bzw. gleichen sich aus". Worin ergänzen und gleichen sie sich auch und ist das für Dich eine Notwendigkeit das sie sich ergänzen und ausgleichen?
Das eine hat sehr hohe Werte für Festigkeit und Tenacity, das andere ist das genaue Gegenteil davon. Das eine hat viele (dünne) Filamente, das andere verhältnismäßig dicke.
Macht es die Mischung von zwei Garntypen aus, die besonders unterschiedliche Daten haben (außer Titer und Elongation), um eine Sehne hervorzubringen mit der Du für Dich zufriedener bist als mit einer Sehne aus nur einem Grundgarn?

Danke
Titel: Re: Grundsatzbemerkung zum Thema: Welches Sehnenmaterial für welchen Bogen?
Beitrag von: von Hermannsburg am Oktober 25, 2024, 02:10:17 Nachmittag
parsec,
natürlich können wir das Thema in Deinem Sinne vertiefen, dafür möchte ich aber wissen, welches Deine Bogenausrüstung ist und welche Bogensehne Du schießt.
Gruß
Walter