Archers Campfire
Bogenschießen => Bögen => WA-Barebow und ähnlich (verstell- und einstellbar/mit Button etc.) => Thema gestartet von: puschel am September 10, 2024, 01:16:36 Nachmittag
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Hi zusammen,
am Wochenende war die DSB DM im Freien in Wiesbaden und die dort eingesetzten Kampfrichter hatten eine für mich neue Auslegung der Regeln auf Lager. Bei dem Blankbogen von Alex (bei der Kontrolle der Schütze vor mir) wurde folgendes NICHT abgenommen:
Die Armschlinge (mit fester Platte) war an der vorderen Stabibuchse zwischen Mittelteil und Gewicht angebracht - also das Gewicht war die Schraube mit der die Schlinge am Griffstück befestigt wurde.
Das wurde als nicht erlaubtes Verbindungsstück gewertet - und der Schütze musste die gleiche Armschlinge etwas drehen, so dass die Schlinge mit dem Band und nicht der Platte zwischen Gewicht und Mittelteil lag.
Aussage war auch: Wenn statt der Platte ein Lederteil dazwischen wäre wäre es ok
Und die gleiche Armschlinge mit fester Platte auf der Rückseite verschraubt war ok
Das löste parallel gleich eine Diskussion über die Gummischwingungsdämpfer zwischen Mittelteil und Gewicht aus, was erlaubt ist, solange die Schwingungsdämpfer/Gewichte ungebogen durch den 122mm-Ring gehen.
Der einzige Regelteil, den ich hierzu gefunden habe ist in der SpO 6.2.2.3.7 und da geht's um abgewinkelte Stabibuchsen.
Hier sieht am die Armschlinge mit fester Befestigung (böse)
und mit Leder (gut)
https://www.pngwing.com/de/free-png-mfdfa
Ich habe in SpO und TK-Mitteilungen gesucht aber nichts dazu gefunden - gibt es hier zufällig einen KR oder versierten Regelkundigen, der mir die Quelle dazu schicken kann?
Und ggf. den Sinn dahinter erklären kann?
Danke und Grüße,
Jochen
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Da war der Kampfrichter wohl nicht auf dem aktuellen Stand :o
Ab 2023 ist diese Regel nämlich weggefallen…
Zitat aus der Sportordnung 2021:
6.2.2.3.7 Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer
Stabilisatoren sind nicht zulässig.
Eingebaute Schwingungsdämpfer sind zulässig, vorausgesetzt, sie verfügen nicht über Stabilisatoren.
Zusätzliche Gewichte dürfen am unteren Teil des Mittelstücks angebracht werden. Alle Gewichte unge
achtet der Form müssen direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem Adapter oder Stoß-
dämpfer am Mittelstück befestigt werden.
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Der Kampfrichter braucht eine Auffrischung der Regeln
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Da war der Kampfrichter wohl nicht auf dem aktuellen Stand :o
Ab 2023 ist diese Regel nämlich weggefallen…
Zitat aus der Sportordnung 2021:
6.2.2.3.7 Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer
Stabilisatoren sind nicht zulässig.
Eingebaute Schwingungsdämpfer sind zulässig, vorausgesetzt, sie verfügen nicht über Stabilisatoren.
Zusätzliche Gewichte dürfen am unteren Teil des Mittelstücks angebracht werden. Alle Gewichte unge
achtet der Form müssen direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem Adapter oder Stoß-
dämpfer am Mittelstück befestigt werden.
Das ist mal wieder eine reine DE Regel oder?
Hast du mal BB in Österreich gesehen, da sind Gewichte von oben bis unten dran wenn sein muss, Hauptsache es passt durch den Ring, und das bei WA Turnieren
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Im Grunde geht es um die Schwingungsdämpfer. Und das ist eine WA Regel. Warum sollte man gerade beim Gerät national von den Internationalen Regeln abweichen? Das macht alles nur komplizierter
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Hi,
die Diskussion geht gerade nicht ganz in die richtige Richtung. Gewichte und Dämpfer waren klar.
Das was mich irritiert hat war die Wertung der Platte der Armschlinge als unerlaubtes Distanz/Winkelstück. Darauf zielt die Frage. Habt ihr da irgendwelche Infos?
Grüße,
Jochen
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Man darf Gewichte / Dämper mit Abstand anbringen. Früher nicht. Folgendes ist der anzuwendende Auszug aus der SpO und ich sehe nichts, was ein "Distanzstück" berbieten würde (ausser der 12,2cm Ring). Der KR lag falsch. Er war noch auf dem Stand aus Antwort #1 hier im Thread, vom Treppenwangenrollator zitiert. Heute gilt das unten folgende und "direkt, ohne Zwischenstück" ist darin nicht mehr zu finden.
6.2.2.3.7 Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer
Schwingungsdämpfer sind zulässig. Sie können vom Hersteller in das Mittelstück eingearbeitet sein oder
als separates Zusatzteil direkt am Mittelteil oder an dem Gewicht/den Gewichten angebracht werden. Eine
Kombination aus Gewicht(en) und Schwingungsdämpfer(n) muss durch einen Ring von 12,2 cm Innen
durchmesser (+/- 0,5 mm) passen, ohne dass die Schwingungsdämpfer gebogen werden dürfen, um durch
diesen Ring zu passen. Vom Hersteller angebrachte abgewinkelte Stabilisationsbuchse(n) sind zulässig,
aber andere Winkel oder gewinkelte Verbindungsstücke sind nicht erlaubt. Gewicht(e) und Dämpfer
können über und unter dem Griff des Mittelstücks angebracht werden, dürfen dem Schützen jedoch nicht
als Hilfe zum Zielen oder Entfernungsmessen dienen.
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Hi,
dann bin ich komplett bei euch.
Naja, hätte mich auch sehr gewundert.
Danke und Grüße,
Jochen
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Das deckt sich mit der Auslegung der hier anwesenden Kampfrichter. Die längliche Schraube ist nicht erlaubt, das flache Blech ist erlaubt!
africanarcher
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Die längliche Schraube ist nicht erlaubt,
Diese Aussage der Kampfrichter fußt auf was genau in der SpO? Vielleicht verstehe ich das auch nur falsch was du mir "längliche Schraube" meinst, aber man darf seit der 2022er Saison eine Gewindestange in die Stabibuchse schrauben und vorne dran ein Gewicht, solange dieses durch den Ring passt. Das "direkt montiert" ist seit dem nicht mehr in der SpO, was aber von dem einen oder anderen KR noch anders gesehen wird.
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Zwischen dem Gewicht und der Stabibuchse darf keine Verlängerung angebracht sein, egal ob "Schraube oder Stange". So wie Auslegung der Spo. des DSB. Alles andere wird als Stabilisator gewertet. So ist nun mal die Regelauslegung. An einfachsten daran halten, dann gibt es auch keine Probleme.
africanarcher
PS.
Es macht wenig Sinn sich mit der eigenen Auslegung immer auf Konfrontation mit dem Regelwerk zu gehen.
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Zwischen dem Gewicht und der Stabibuchse darf keine Verlängerung angebracht sein, egal ob "Schraube oder Stange". So wie Auslegung der Spo. des DSB. Alles andere wird als Stabilisator gewertet. So ist nun mal die Regelauslegung. An einfachsten daran halten, dann gibt es auch keine Probleme.
africanarcher
PS.
Es macht wenig Sinn sich mit der eigenen Auslegung immer auf Konfrontation mit dem Regelwerk zu gehen.
Dann darf ich dich jetzt bitten, mir den Text in der SpO zu zeigen, dass dieses verlangt. Ich bin überzeugt davon, du liegst da falsch, wie der KR, der auf der DM die Abnahme machte und erst nach Rücksprache mit dem Leitenden dann seine Meinung änderte.
Hier meine Arbeitsthese: Du beziehst Dich auf das da:
Zitat aus der Sportordnung 2021:
6.2.2.3.7 Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer
Stabilisatoren sind nicht zulässig.
Eingebaute Schwingungsdämpfer sind zulässig, vorausgesetzt, sie verfügen nicht über Stabilisatoren.
Zusätzliche Gewichte dürfen am unteren Teil des Mittelstücks angebracht werden. Alle Gewichte unge
achtet der Form müssen direkt, ohne Zwischenstück, Verlängerung, gewinkeltem Adapter oder Stoß-
dämpfer am Mittelstück befestigt werden.
Da war das genau so, wie du schreibst.
Dann lass uns in die 22er bzw aktuelle SpO schauen:
6.2.2.3.7 Stabilisatoren und Schwingungsdämpfer
Schwingungsdämpfer sind zulässig. Sie können vom Hersteller in das Mittelstück eingearbeitet sein oder
als separates Zusatzteil direkt am Mittelteil oder an dem Gewicht/den Gewichten angebracht werden. Eine
Kombination aus Gewicht(en) und Schwingungsdämpfer(n) muss durch einen Ring von 12,2 cm Innen
durchmesser (+/- 0,5 mm) passen, ohne dass die Schwingungsdämpfer gebogen werden dürfen, um durch
diesen Ring zu passen. Vom Hersteller angebrachte abgewinkelte Stabilisationsbuchse(n) sind zulässig,
aber andere Winkel oder gewinkelte Verbindungsstücke sind nicht erlaubt. Gewicht(e) und Dämpfer
können über und unter dem Griff des Mittelstücks angebracht werden, dürfen dem Schützen jedoch nicht
als Hilfe zum Zielen oder Entfernungsmessen dienen.
"direkt, ohne Zwischenstück" ist darin nicht mehr zu finden und damit dürfen gerade, also nicht gewinkelte "Abstandshalter" verwendet werden, solange das alles durch den 12.2 cm Ring passt.
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Zwecklos, lass Deine Leute weiter ins Messer laufen.
africanarcher
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Früher warst du mal hilfreich.
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Hi,
bleibt freundlich :)
Ich sehe das Diskussionspotential genau in diesem Stück "oder gewinkelte Verbindungsstücke"
Denn der spannende Teil ist genau die Auslegung wie bei Max.
Darf ich etwas zwischen Gewicht und Mittelteilhaben - siehe die "Spacer"/Unterlegscheiben wie beim aktuellen Kaminski-Gewicht.
Ich darf einen kompletten Dämpfer reinschrauben, aber keine Platte für die Handschlaufe.
Unterlegscheibe ist ok, oder ein Schichtaufbau wie bei Beiter.
Was ist die Grenze?
Laut KR gibt es dazu ein "Schreiben mit Bildern" - das habe ich bisher aber nicht gefunden. Das würde die Diskussion einfach machen.
Grüße,
Jochen
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bleibt freundlich :)
Wenn er scheinbar Insights hat, die andere nicht haben, könnte man diese ja teilen. Denn in meinem Post habe ich genau das beschrieben, was auf der DM vom KR falsch interpretiert wurde und vom Leitenden dann auch berichtigt. War alles ohne Stress und Streit und sogar mit "Danke, man lernt nie aus".
Nur auf der DM 3D hat keiner verstanden, warum die Platte nicht erlaubt ist. Wenns der africanarcher anhand der SpO oder einer TK Interpretation erklären würde, wäre allen geholfen.
Ich sehe das Diskussionspotential genau in diesem Stück "oder gewinkelte Verbindungsstücke"
Denn der spannende Teil ist genau die Auslegung wie bei Max.
Angehängt habe ich ein Dokument, anhand dessen das in den "gewöhnlich gut informierten Kreisen" diskutiert wurde.
Ich sehe da allerdings ein Problem, und zwar die Gillo-Hämmer. Die sind definitiv zugelassen, fallen meiner Ansicht nach aber unter "gewinkelte Verbindungsstücke", welche nicht erlaubt sind.
Nach Rücksprache mit entsprechenden KRs gilt hier wohl der Ansatz "Schütze zieht daraus keine Wettbewerbs-Vorteile". Aber warum steht das mit "gewinkelt" dann in der SpO? Vermutung: Siehe Bild rechts unten... das könnte ja theoretisch bis um Boden gehen und der Ring würde drüberpassen. Sowas wäre aber halt mal aus berufenem Mund zu bestätigen oder zu korrigieren. Der Schaden wurde ja schon angerichtet.
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Das ist ja ähnlich umfassend und penibel wie das Regelwerk für die Formel 1 Rennwagen. :unschuldig:
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Also - gestern war die Sitzung der TK.
Die Ablehngung der Montageplatte der Bogenschlinge war NICHT rechtens. Genau aus den Gründen, die ich oben genannt habe.
Man lässt diese Konstruktion allerdings erst mal nur für die Saison 25 zu. Parallel dazu wird eine Anfrage bei der WA gemacht, da eine Bogenschlinge, wenn recht knapp bemessen und / oder recht steif ist, als "Stütze" gesehen werden kann.
Es wird in diesem Zug auch die Montageplatte angefragt wegen "muss direkt montiert sein", aber das ist gegessen, nachem die Kaminski-Buchsen legal sind.
Hinsichtlich der "Armstütze" sehe ich jedoch durchaus die Chance / Gefahr, dass dies geregelt wird. Ich bin da gespannt, wie man das "muss lose/locker/ohne Spannung über das Handgelenk laufen" formal festschreiben wird. Aber das funtioniert tatsächlich: Reinschlüpfen und dann festziehen. Bogen hält!
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Sehr interessant.
Dafür gibt es ja das technische Komitee, damit genau solche Anfragen gesendet und begründet werden können!
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Gerade wurde hier in der Pfalz dazu folgendes kommentiert.
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da waren sie ja mal richtig schnell... na gut, die ersten Hallenwettkämpfe haben auch schon angefangen.
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Ansonsten stellt die World Archery ihre Regeln inkl. Interpretationen online zur Verfügung. So wie es sein sollte.
https://www.worldarchery.sport/rulebook/article/793
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Ansonsten stellt die World Archery ihre Regeln inkl. Interpretationen online zur Verfügung. So wie es sein sollte.
https://www.worldarchery.sport/rulebook/article/793
der DSB auch https://dsb.de/fileadmin/dsb/sportordnung/278/
hilft nur nix, wenn es KRs gibt, die die Spo nicht gut genug kennen oder seltsam interpretieren.
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und es ist nicht einfach, das alles unter einen Hut zu bringen.
Was in DE scheinbar nicht erlaubt ist, siehe den Auszug aus einer ppt oben, hat die WA TC explizit erlaubt
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Hmmmm....
hier kommen jetzt aber einige Themen zusammen:
1. ursprüngliche Frage: Bei der DM wurde die Befestigung der Schlinge auf der Vorderseite unter einem Gewicht kritisiert. Befestigung auf der Rückseite mit einer Schraube war ok.
2. jetzt diskutieren wir den grundsätzlichen Anbau von egal was - zumindest alles was nicht ausdrücklich ein Gewicht oder Dämpfer ist.
3. wir diskutieren, ob eine Bogenschlinge als Handstütze genutzt wird - was bisher schon verboten war. Locker hinter der Hand war erlaubt.
Wir haben diese Regelungen zu Anbauteilen, herausstehenden Teilen im Sichtbereich, Griffbügeln, jetzt noch Bogenschlingen vs. Fingerschlaufen. Wenn ich mir die Diskussion jetzt ansehe, ist doch der konsequente nächste Schritt, dass selbstgebundene Fingerschlaufen verboten werden, weil ich dann meine Hand an den Bogen binden kann...
Die Frage, die ich mir Stelle ist schlicht und ergreifend, was diese Änderung erreichen soll und wie es dann von einem Schiri beurteilt werden kann. Und für mich viel wichtiger: Ist es einfach verständlich, so dass ich durch diese Diskussionen nicht noch mehr Anfänger und interessierte Verbandsschützen vergraule.
Schön ist ja, dass wir zumindest mal ein Jahr Ruhe haben, bis das eine Entscheidung gefällt ist, schauen wir mal wo es hingeht.
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Tja... man hätte auch einfach sagen können: "Das Teil ist erlaubt, die Beanstandungen auf den 2024er DMs waren von den jew. KRs falsch, was wir als Verband bedauern. Wir haben an alle KR eine Erklärung versendet und gehen davon aus, dass dieses Thema damit erledigt ist. Hier ist der Link zun Download der KR Info, so dass sie jeder Sportler dabei haben und damit erneute Diskussionen sofort beenden kann."
Aber hast du jemanls erlebt, dass ein Fehler klar eingestanden und behoben wurde?
Alles butterweich. Siehe auch letzter Absatz " ... wird die TK für die eventuelle Umsetzung in nationales Recht ... "
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KR sein ist ja ein Ehrenamt. Fehler sind menschlich und Fehler passieren. Es geht darum, wie man mit Fehler umgeht. Und natürlich sollten sich KR immer ihr Wissen aktualisieren.
Außerdem ist es als Bogensportler gut, die Regelkunde selbst zu betreiben. Vor allem wenn man regelmäßig Turniere gehen will, ist eine Bringschuld. Wenn man die Regeln kennt und darauf verweisen kann, sind solche Seiten wichtig. Vor allem die dieser World Archery.
Im zweifelsfall wird das Englische Original herangezogen. Dann ist es natürlich blöd, wenn das hiesige Regelwerk explizit dem der WA auch noch widerspricht.
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Richtig. Drum ists für meine Funktion auch so richtig, wie es gemacht wurde. Es hat niemand etwas davon, den oder die betroffenen KRs an den Pranger zu stellen. Aber es gibt jetzt eine Aussage für 2025 und über das generelle Vorgehen.
Die in Wiesbaden abgewiesenen Sportler haben da jetzt nix davon, aber was hätte der DSB auch tun können? "Die KRs lagen falsch, alle betroffenen Schützen dürfen sich melden und bekommen einen Keks als Entschädigung". Shit happens.