Archers Campfire

Bogenschießen => Training => Target Panic => Thema gestartet von: BSCausBKK am November 24, 2024, 10:28:17 Vormittag

Titel: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 24, 2024, 10:28:17 Vormittag
Modmode: ich habe diesen Beitrag aus dem ursprünglichen Thema getrennt, hier geht es nicht mehr um Tiller Fragen sondern mehr um Goldangst/Targetpanic

Jetzt erklärt doch bitte einem der zu doof für Tiller ist was ich verändern kann/muss:

Mein Trefferbild ist sehr gut wenn ich am richtigen Zielpunkt löse.
Traditioneller Bogen

ABER beim Auszug geht die Pfeilspitze bei 18m bestimmt 30cm nach unten.
Und der Rückweg zum Zielpunkt ist halt weit wieder nach oben, viel zu weit für meinen Geschmack

Einstellungswerte:
Standhöhe 233mm
Tiller oben 233mm
Tiller unten 230mm
Nockpunkt gewickelt oben und unten ist perfekt eingestellt mit Nocke + 1mm Luft
Druckpunkt in der Hand stimmt auch seit neuestem
Die Pfeile fliegen lt. Meinung meiner Mitschützen auch sehr gut
Klang des Bogens bei schweren Pfeilen einwandfrei

Ich schiesse gleichmässig von der Zeit her, kann aber nicht den Bogen wie ein Recurver sekundenlang im Ziel halten
Also Unterkante Gold und ab mit dem Pfeil
Und ich löse sehr oft leicht zu früh und praktisch nie zu spät

Höher anhalten vor dem Ausziehen klappt irgendwie nicht, Kopfsache

Ich habs letzten Sommer mal versucht Tillermässig zu ändern hab aber damals keinen Erfolg gehabt
Jetzt schiesse ich gleichmässiger, aber kann es was bringen?
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 24, 2024, 11:24:00 Vormittag
1.: Du kannst versuchen, das über den Tiller zu lösen, der Effekt wird aber nicht lange anhalten, weil die Ursache woanders liegt:
Jetzt ist Dein Tiller bei +3 mm (oben mehr als unten). Verändere den Tiller mal auf 0 (z. B. oben und unten 231 mm) oder leicht ins Negative (z. B. oben 230 mm und unten 233 mm). Das reduziert den gefühlten Zug des Bogens nach unten, den Druck unterhalb des Daumenballens am Griff und den Zug am Ringfinger in der Sehne.
3 mm positiver Tiller ist oft das native Verhalten von Wurfarmen (der untere Wurfarm ist etwas stärker als der Obere), so dass es hier eventuell reicht, einfach den oberen und den unteren Wurfarm zu vertauschen. Ganz ohne Schrauberei.
Aber nicht vergessen: nach jeder Änderung des Tillers muss der Nockpunkt neu eingestellt/ausgeschossen werden!

2.: Dein eigentliches Problem ist, Du hast eine beginnende Targetpanic/Goldangst/Gelbfieber. Wenn Du nicht bald gegensteuerst, wird Dich das in Zukunft sehr beschäftigen…
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: kungsörn am November 24, 2024, 01:31:34 Nachmittag
Treppenwangenrollator hat hier recht.
Lass die Tillerschrauben in Ruhe und konzentriere dich auf ...nein, bekämpfe... deine TP.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 24, 2024, 01:56:07 Nachmittag
Treppenwangenrollator hat hier recht.
Lass die Tillerschrauben in Ruhe und konzentriere dich auf ...nein, bekämpfe... deine TP.

OK

Der Dauerregen macht gerade Pause, dann geh ich mal raus auf die matschige Wiese.

Ich ärger mich halt bei jedem Pfeil dass die Spitze meilenweit weg ist wenn voll ausgezogen
Bei der 50m Distanz ja unterhalb der Scheibe
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Landbub am November 24, 2024, 02:55:25 Nachmittag
2.: Dein eigentliches Problem ist, Du hast eine beginnende Targetpanic/Goldangst/Gelbfieber. Wenn Du nicht bald gegensteuerst, wird Dich das in Zukunft sehr beschäftigen…

sind wir schon bei 3, die das so sehen :-)
Ich seh dich schon zukünftig mit dem Klicker schießen, weil du einen externen Trigger brauchst. Oder Compound mit dem Resistance. Wärst nicht der erste.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 24, 2024, 09:56:07 Nachmittag
2.: Dein eigentliches Problem ist, Du hast eine beginnende Targetpanic/Goldangst/Gelbfieber. Wenn Du nicht bald gegensteuerst, wird Dich das in Zukunft sehr beschäftigen…

sind wir schon bei 3, die das so sehen :-)
Ich seh dich schon zukünftig mit dem Klicker schießen, weil du einen externen Trigger brauchst. Oder Compound mit dem Resistance. Wärst nicht der erste.

Es ist ja nicht so als ob ich nichts treffen würde
Vorhin mit dem sauschweren 18m Pfeil aus exakt 30m geschossen
Zielpunkt war irgendwo 1,5-2m höher da wo Nachbars Fenster auf der anderen Straßenseite durch den Baum scheint in Höhe des Kantholzes, rote Markierung
Also kaum sichtbarer Zielpunkt
3 Passen je 12 Pfeile
Und die anderen beiden Passen waren eher noch besser gruppiert
Hätte zur Tötung jedes WA-Gummitieres mehrfach ausgereicht

Beim Zielen aufs Gold sofern ich es Indoor wegen schlechtem Licht klar sehe ist es bisher ja auch nicht schlecht
Mich stört halt das nötige Hochziehen im Vollauszug ganz extrem, ich schiesse dadurch zu viel aus der Bewegung raus.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Landbub am November 24, 2024, 10:51:29 Nachmittag
Ich hab das auch nicht wegen schlechter Treffer geschrieben, sondern wegen der aufziehenden Targerpanic.

Du machst das aber schon nach Lehrbuch, oder?
Pfeil einlegen
Griff in Bogen und Sehne
Vorspannen, max bis zum Ellbogen
Anheben und dabei die Schulter unten lassen
Vorvisieren
Ausziehen in den Anker
Visieren
Transfer und Lösen

bei dir lese ich das so, also wäre anheben und ausziehen ein einem Vorgang
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 05:54:55 Vormittag
Ich hab das auch nicht wegen schlechter Treffer geschrieben, sondern wegen der aufziehenden Targerpanic.

Du machst das aber schon nach Lehrbuch, oder?
Pfeil einlegen
Griff in Bogen und Sehne
Vorspannen, max bis zum Ellbogen
Anheben und dabei die Schulter unten lassen
Vorvisieren
Ausziehen in den Anker
Visieren
Transfer und Lösen

bei dir lese ich das so, also wäre anheben und ausziehen ein einem Vorgang

Nicht ganz
Neuerdings hebe ich ohne ausziehen (also nur 1%) bis zum Zielpunkt
Korrigiere dann den Druckpunkt minimal so wie ich ihn gerne hätte
Finger auf 45 Grad
Rest wie Lehrbuch

Das habe ich erst vor wenigen Tagen so geändert und fühle mich wegen dem besseren Griff in den Bogen so wohler
Vorher war es genau wie Lehrbuch
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 10:20:25 Vormittag
Erst mal danke an roscho für’s Abtrennen des Themas!

Jetzt weiter…

Ich ärger mich halt bei jedem Pfeil dass die Spitze meilenweit weg ist wenn voll ausgezogen
Bei der 50m Distanz ja unterhalb der Scheibe

Das kenn ich nur zu gut (und noch andere Symptome einer voll ausgeprägten TP).
Der Grund, weshalb die Pfeilspitze unter dem Gold bzw. dem Zielpunkt liegt, ist nicht der Tiller, sondern weil Du es der Steuerzentrale zwischen den Ohren so beigebracht hast.


Ich schiesse gleichmässig von der Zeit her, kann aber nicht den Bogen wie ein Recurver sekundenlang im Ziel halten


Liegt es an der Kraft, oder will der Pfeil einfach los? Ich tippe auf Zweiteres.


Also Unterkante Gold und ab mit dem Pfeil


Genau das ist der schnellste und sicherste Weg in die Targetpanic. Hab ich auch so gemacht und ich war gut dabei. Die TP hast sich dabei schon länger angekündigt und ich hab mir immer wieder vorgenommen, dass ich gezieltes Ablauftraining betreibe. Aber nicht jetzt, weil nächste Woche ist dieses Turnier, übernächste Woche das Andere. Jetzt muss ich einfach treffen, das mit dem Ablauf Ändern  mach ich, wenn ich die Zeit dafür habe - bis es mich quasi über Nacht in Vollausprägung erwischt hat (Trainingswerte WA720 von stabilen 620er zu hart zu erkämpfenden 520-530ern…).
Ingo Nibbe sagt immer, es gibt keine Targetpanic, das ist ein Ablauffehler. In beiden Punkten muss ich ihm widersprechen. Targetpanic gibt es sehr wohl, der Entstehungsgrund ist in vielen (den meisten?) Fällen ein Ablauffehler.
Hätte ich das nur früher gewusst… Das Erreichen des Goldes bzw. des Zielpunktes darf keinesfalls der Lösetrigger sein!

Letztes Jahr hat sich bei mir der Spaß am Bogenschießen in Richtung negativ entwickelt. Nur der Ehrgeiz hat mich weitermachen lassen. Im Spätherbst war ich dann so weit, dass ich aufhöre und mit der Flex meine Bögen in ein Format bringe, in dem sie der Welt keinen Schaden mehr zufügen können. Gerettet hat mich der Klicker und folgend das Schießen mit dem Olympischen Recurve (ja, das böse Wäscheständerteil - UNDENKBAR!).

Der Klicker hat mir gezeigt, dass es doch noch in  mir versteckt ist und ich lande damit beim Erreichen des Vollauszugs auch automatisch und ohne jegliche innere Anspannung den Zielpunkt. Jedoch sind die Fortschritte nur sehr klein und hart zu erkämpfen. Was man mit Wiederholungen im sechststelligen Bereich in seinem Gehirn fest verdrahtet hat, „überlernt“ man nicht eben mal schnell mit 100 Schüssen…


Und ich löse sehr oft leicht zu früh und praktisch nie zu spät

Ja, auch das ist schon ein Hinweis darauf, dass die Sache schon etwas fortgeschritten ist.
Zu spät gibt es nicht (außer bei bewegten Zielen).
Jetzt heißt es, so schnell wie möglich das Training umzustellen.
Sich vom Treffen und Zielen eine Zeit lang komplett verabschieden und nur auf Ablauf trainieren.
Den Schuss aus kurzer Distanz, vielleicht auch mit geschlossenen Augen, bewusst Schritt für Schritt aufbauen, ab Erreichen der Kontrollpunkte im Körper und der Endspannung (wirklich erst AB diesem Zeitpunkt, NICHT früher!) einen Zählsatz aufsagen und erst dann lösen.
Solange DAS nicht klappt, ohne dass der Pfeil vorzeitig los will, braucht man mit Ziel- und Trefftraining nicht mehr anfangen. Will es nicht klappen, so hilft nur ein Klicker, der in dieser Phase zur Unterstützung dient und auch verhindern kann, dass sich unbemerkt weitere Fehler in der Schusstechnik einschleichen.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 11:46:43 Vormittag


Ja, auch das ist schon ein Hinweis darauf, dass die Sache schon etwas fortgeschritten ist.
Zu spät gibt es nicht (außer bei bewegten Zielen).
Jetzt heißt es, so schnell wie möglich das Training umzustellen.
Sich vom Treffen und Zielen eine Zeit lang komplett verabschieden und nur auf Ablauf trainieren.
Den Schuss aus kurzer Distanz, vielleicht auch mit geschlossenen Augen, bewusst Schritt für Schritt aufbauen, ab Erreichen der Kontrollpunkte im Körper und der Endspannung (wirklich erst AB diesem Zeitpunkt, NICHT früher!) einen Zählsatz aufsagen und erst dann lösen.
Solange DAS nicht klappt, ohne dass der Pfeil vorzeitig los will, braucht man mit Ziel- und Trefftraining nicht mehr anfangen. Will es nicht klappen, so hilft nur ein Klicker, der in dieser Phase zur Unterstützung dient und auch verhindern kann, dass sich unbemerkt weitere Fehler in der Schusstechnik einschleichen.

Kompliziert

Ich löse sehr bewusst, die Pfeile fliegen also nicht ganz von alleine los.

Allerdings hast du vollkommen recht, sobald ich das Gold erreiche (immer von unten) löse ich bewusst
Und die Bewegung des Bogens bringt die Pfeile ins Gold

Wenn ich ins Gold halte und dann anfange zu zählen wird es bisher nichts mit treffen
Und das soll/muss ich lernen?

Ich kann einen Dämpfer wie gestern ohne Gold aber mit einer waagerechten Linie nehmen
Dann wie lange auf eine Linie halten bevor ich löse?
Die Rückenspannung ist bei 0 Sekunden schon erreicht, die Atmung ist auch schussfertig

Mein 18m Zielpunkt ist je nach Lichtverhältnissen UK Gold
Ist ja Traditionell/Jagdbogen, also nicht weiter einstellbar
Manchmal auch leicht nach rechts versetzt

Ich schiesse bei allen Turnieren doppelt, also 1 Wettkampf JB und 1 Wettkampf BB
Und mit dem Blankbogen (den ich ja eigentlich besser einstellen kann) sind die Scores umgerechnet deutlich schlechter
40cm zu 60cm Scheibe, dürften ja eigentlich nur irgendwo 5% weniger Ringe sein, sind aber fast immer deutlich mehr
Kommendes Wochenende (letzter Wettkampf dieses Jahr) schiesse ich deshalb beides mit dem JB weil der Kopf sich wohler fühlt
Ich trainiere aktuell auch nur JB um Ruhe reinzubringen
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 12:17:45 Nachmittag

Wenn ich ins Gold halte und dann anfange zu zählen wird es bisher nichts mit treffen
Und das soll/muss ich lernen?


Exakt. Den Lösetrigger umprogrammieren.
So wie ich Deine Beiträge bisher verfolgt habe, bist Du sehr ehrgeizig und trainierst sehr viel. Die 1000 Schuss pro Woche unterschreitest Du höchstens bei unerträglichen Schmerzen oder einer Lungenentzündung. Liege ich da richtig? Jeder einzelne Schuss nach dem alten Schema verstärkt dieses und somit auch die Gefahr, dass es Dich früher oder später „zerreisst“.


Ich kann einen Dämpfer wie gestern ohne Gold aber mit einer waagerechten Linie nehmen
Dann wie lange auf eine Linie halten bevor ich löse?


Wie lange genau, das musst Du für Dich individuell rausfinden. Bei mir hat sich derzeit ein Zählsatz mit 5 Silben etabliert. 3 sind zu wenige, 6 zu viel.
Wenn Du gleich mit Zielen beginnen willst, beginnt das Zählen erst beim Erreichen des Zielpunktes plus lösefertiger Schussaufbau. Beide Voraussetzungen müssen erfüllt sein! Lass dabei die Pfeilspitze ruhig etwas im Zielbereich umherwandern, völliger Stillstand ist schlicht nicht möglich und je mehr man es versucht, desto zappeliger wird es. Achte dabei darauf, dass Du immer unter Spannung bleibst, etwa mit einer minimalen, nur fühlbaren, Bewegung des Zugellenbogens um die Schulterachse. Wenn Du das hinkriegst, wirst Du auch keine Probleme mehr haben mit der tiefen Pfeilspitze, denn deren Position hat ja dann nicht mehr ursächlich was mit dem Lösemoment zu tun.
Ziel sollte sein, bei maximaler Rückenspannung eine minimale mentale Anspannung zu erreichen, also einen Zustand der Gelassenheit und Zuversicht. Mit Klicker ist das für mich kein Problem, ohne, naja, an wenigen seltenen guten Tagen geht’s, aber meistens noch nicht. Es ist mühsam und langwierig.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du das schnell und ohne inneren Krieg hinbekommst, also noch rechtzeitig damit beginnst. Die Ausprägung der TP, wie ich sie genieße, gönne ich niemandem…
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: roscho am November 25, 2024, 12:29:26 Nachmittag
Was Klicker auf/an einem Traditionellen Bogen angeht

https://youtu.be/K8U_TZMOYtw?si=81wPCeutEuOe95rt
RMS Gear Grip Trigger

Hab ich mal bestellt und montiert ...

passende Einstellung hat etwas gedauert, und bei Indoortraining krieg ich es jetzt schon ziemlich gut hin
Outdoor steht noch aus (mangels Zeit)


Was ich gelernt habe: ich dachte ich hab eine konstante Form ...  8) und: kein Klick, kein Schuss ..
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 12:50:47 Nachmittag

RMS Gear Grip Trigger


Den kannte ich noch garnicht, danke! Ich überlege gerade wo ich den hinplatzieren könnte, weil ich den Druck eher zum Pivotpoint konzentriere. Der dürfte auch noch WA-regelkonform sein, weil er keine Auszugskontrolle darstellt.

Ganz lustig sind die Schnurklicker von Everts oder Wild Mountain. Die sind aber schnell hin. Die Schnur verheddert sich oft in der Sehne und einmal nicht aufgepasst, schon ist das Knackfrosch-Blech hinüber. Auch hatte ich das Gefühl, dass der nicht immer exakt bei gleichem Auszug auslöst.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 12:57:00 Nachmittag


Exakt. Den Lösetrigger umprogrammieren.
So wie ich Deine Beiträge bisher verfolgt habe, bist Du sehr ehrgeizig und trainierst sehr viel. Die 1000 Schuss pro Woche unterschreitest Du höchstens bei unerträglichen Schmerzen oder einer Lungenentzündung. Liege ich da richtig? Jeder einzelne Schuss nach dem alten Schema verstärkt dieses und somit auch die Gefahr, dass es Dich früher oder später „zerreisst“.


Jetzt im Winter schiesse ich nur mit 24lbs WA
Trotzdem melden sich Bogenschulter und Arm gelegentlich, dann höre ich auch auf

Sofern keine Turniertage sind klappt das mit den 1000 Pfeilen pro Woche eigentlich immer, mehr aber nicht
Ich bin aber Schönwetterschütze
Und wohne hoch im Norden, also scheisskalt, mag ich nicht
Turniere muss ich schiessen da ich sonst nur draussen bin und Halle und den Stress lernen muss, klappt aber gut, 10 Starts hatte ich jetzt seit Mitte Oktober, und jetzt am Samstag mein bisher zweitbestes Ergebnis
Nur nach jedem Doppelturniertag plus die für mich sehr anstrengenden An- und Abfahrten (zusammen meist 4-5 Stunden) bin ich einen Tag groggy und mach Pause
Ansonsten jeden Tag wenns nicht regnet raus auf die Wiese für gut 1 Stunde
Ab Januar habe ich auch einen Infrarot geheizten halboffenen Unterstand im Garten, dann gehts auch bei leichtem Frost wohl noch
Vor dem Umzug hierher hatte ich einen warmen Keller mit genau 10m Länge, das war schön...
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 01:08:22 Nachmittag
Für das „Umprogrammieren“ brauchst Du keine wirkliche Distanz. Hauptsache der Pfeil geht noch aus dem Bogen raus, also 1 m genügt dafür. Hast Du vielleicht ein Treppenhaus, das die die nötige Höhe bietet? Das sollte reichen für reines Ablauftraining.
Ich mach das in der Wohnung mit einem 62"-Bogen. Ab 64" und normal hoch gestelltem Ziel knallt regelmäßig der obere Wurfarm gegen die Decke.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: roscho am November 25, 2024, 01:12:52 Nachmittag

RMS Gear Grip Trigger


Den kannte ich noch garnicht, danke! Ich überlege gerade wo ich den hinplatzieren könnte, weil ich den Druck eher zum Pivotpoint konzentriere. Der dürfte auch noch WA-regelkonform sein, weil er keine Auszugskontrolle darstellt.

Ganz lustig sind die Schnurklicker von Everts oder Wild Mountain. Die sind aber schnell hin. Die Schnur verheddert sich oft in der Sehne und einmal nicht aufgepasst, schon ist das Knackfrosch-Blech hinüber. Auch hatte ich das Gefühl, dass der nicht immer exakt bei gleichem Auszug auslöst.

Den Schnur CrickIt Klicker hatte ich auch schon, der war bei mir aber nicht "wald"tauglich wo ich so schiesse ..

Der RMS erscheint mir tauglicher, muss da aber noch etwas spielen mit der Position ...
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: roscho am November 25, 2024, 01:14:41 Nachmittag
Für das „Umprogrammieren“ brauchst Du keine wirkliche Distanz. Hauptsache der Pfeil geht noch aus dem Bogen raus, also 1 m genügt dafür. Hast Du vielleicht ein Treppenhaus, das die die nötige Höhe bietet? Das sollte reichen für reines Ablauftraining.
Ich mach das in der Wohnung mit einem 62"-Bogen. Ab 64" und normal hoch gestelltem Ziel knallt regelmäßig der obere Wurfarm gegen die Decke.

Ich im Keller auf max 10 m, für reine Technik genügen aber locker 2 bis 3 m, will ja schiessen und nicht laufen ...
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 01:26:37 Nachmittag

Der RMS erscheint mir tauglicher, muss da aber noch etwas spielen mit der Position ...

Der bringt mich jetzt auf eine Idee, die ich mal probieren könnte. Ich hab auch immer wieder mal Kaminskis Grip Sear-Methode versucht, aber die will bei mir nicht klappen. Meist war es nämlich so, dass das Lösen den Fingernagelklick ausgelöst hat und nicht anders rum.
Momentan bin ich beim Klickertraining auf dem Stand, dass der Klicker meinen Zählsatz auslöst, also ein sogenannter verlängerter Schuss, wie die Olympianer sagen. Das könnte mit dem Grip Sear auch funktionieren…
Hoffnung? Ein Licht am Ende des Tunnels? Ich bin mal wieder gespannt!
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 01:49:37 Nachmittag
Für das „Umprogrammieren“ brauchst Du keine wirkliche Distanz. Hauptsache der Pfeil geht noch aus dem Bogen raus, also 1 m genügt dafür. Hast Du vielleicht ein Treppenhaus, das die die nötige Höhe bietet? Das sollte reichen für reines Ablauftraining.
Ich mach das in der Wohnung mit einem 62"-Bogen. Ab 64" und normal hoch gestelltem Ziel knallt regelmäßig der obere Wurfarm gegen die Decke.

Ich habe nur 72" Material und bin 189cm lang, es fehlen gut 10cm Deckenhöhe...
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 03:39:38 Nachmittag

Exakt. Den Lösetrigger umprogrammieren.

Wie lange genau, das musst Du für Dich individuell rausfinden. Bei mir hat sich derzeit ein Zählsatz mit 5 Silben etabliert. 3 sind zu wenige, 6 zu viel.

Soll/muss ich denn auch beim Turnier erst ein 5-zeiliges Gedicht aufsagen oder reicht es wenn ich wirklich nachhaltig und ruhig länger als 1sec im Zielpunkt stehe?

100 Pfeile trainiert, etwas mehr horizontalen Versatz als sonst, und das ist für den Bogenarm ganz schön anstrengend
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 03:46:41 Nachmittag
Baue das fest in Deinem Ablauf ein. Es müssen ja nicht unbedingt 5 Silben sein, wenn es zuverlässig klappt, reichen wohl auch 2, sofern Du es schaffst in dieser Zeit zur Ruhe zu kommen und wirklich erst bei der letzten Silbe löst.
Im Turnier anders zu schießen als im Training macht keinen Sinn. Vielmehr birgt es in diesem Fall die Gefahr, dass nach 2 Passen wieder die alte Methode vom Unterbewusstsein hervorgekramt wird und der Pfeil sehr weit unter den Zielpunkt wandert, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass es einen Rückschlag gibt und Du wieder quasi von Vorne anfangen musst.

Nochmal klar und deutlich:
ich empfehle Dir ein völliges Umprogrammieren des Lösetriggers. Nicht mehr das Erreichen des Zielpunktes soll das Lösen provozieren, sondern die letzte Silbe des Zählsatzes!
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: cweg am November 25, 2024, 03:47:54 Nachmittag

Ich habe nur 72" Material und bin 189cm lang, es fehlen gut 10cm Deckenhöhe...

Kein Scherz, im Sitzen schießen. Das hab ich eine Zeit im Keller gemacht, 70“ Bogen, 190cm groß. Ich habe bei einem ausgedienten Bürostuhl die  Lehnen abgemacht, das ging super.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 06:27:01 Nachmittag
Nochmal klar und deutlich:
ich empfehle Dir ein völliges Umprogrammieren des Lösetriggers. Nicht mehr das Erreichen des Zielpunktes soll das Lösen provozieren, sondern die letzte Silbe des Zählsatzes!

Hab ich soweit verstanden
Und heute (bevor ich das letzte jetzt gelesen habe) auch 100mal versucht umzusetzen.
Anfangs direkt bei der letzten Silbe gelöst, das passt aber nicht
dann tlw. nochmal 1-2sec nach dem Gedicht gewartet oder direkt sehr lange gewartet, das hat sich ganz vernünftig angefühlt.
Ich bleib intensiv dran
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 25, 2024, 06:29:42 Nachmittag

Ich habe nur 72" Material und bin 189cm lang, es fehlen gut 10cm Deckenhöhe...

Kein Scherz, im Sitzen schießen. Das hab ich eine Zeit im Keller gemacht, 70“ Bogen, 190cm groß. Ich habe bei einem ausgedienten Bürostuhl die  Lehnen abgemacht, das ging super.

Aber ich habe doch Beine, die sind dann echt im Weg?
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: Treppenwangenrollator am November 25, 2024, 06:30:57 Nachmittag
Toi Toi Toi!
Wirst sehen, bald musst Du die Pfeilspitze auch nicht mehr von weit unten ranfahren.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: stöckchenschubser am November 26, 2024, 03:38:04 Nachmittag
Zitat

Aber ich habe doch Beine, die sind dann echt im Weg?


Wie schießen dann Rollstuhlfahrer?
Das geht schon.
Titel: Re: Tiller- Verständnisfrage und Targetpanic
Beitrag von: BSCausBKK am November 26, 2024, 03:42:03 Nachmittag
Zitat

Aber ich habe doch Beine, die sind dann echt im Weg?


Wie schießen dann Rollstuhlfahrer?
Das geht schon.

Da habe ich ehrlich gesagt noch nie drauf geachtet, die schiessen eigentlich immer Recurve am anderen Ende der Linie, muss ich mal googeln