Die "Neverending Story Covert Hunter" geht weiter.

Nachdem ich günstig an ein Covert Hunter Mittelteil kam und zeitgleich auch paar Hex9W-Wurfarme mit 38lbs bei den Kleinanzeigen zu finden waren, konnte ich nicht widerstehen und die Geschichte nahm wieder Fahrt auf.
Der Bogen ist nun ein 19"-Mittelteil aus Rosewood-Shedua mit roten Akzentstreifen und mit den Medium-Wurfarmen ergibt sich somit wieder ein 62"-Covert Hunter, genau passend für meine Auszuglänge und genau in meinem "Wohlfühlbereich" mit 38lbs.
Schon beim ersten Ziehen der Wurfarme fielen mehrere Unterschiede zu meinen damaligen 39lbs-Hex9H-Wurfarmen auf.
Die Wurfarme mit Holzkern ziehen sich deutlich linearer und strammer als die Hex9H und haben auch nicht so stark diesen gefühlten "LetOff"-Effekt am Ende der Auszugskurve wie die Hex9H. Vom Auszugsverhalten sind sie daher eher mit anderen Wurfarmen vergleichbar und haben nicht diesen "Wow-Cool"-Effekt. Das hat mich anfangs doch etwas irritiert, da anders erwartet, und ich dachte erst an eine falsche Zuggewichtsangabe auf den Wurfarmen, die sich aber nach Nachmessen als richtig erwies.
Ein weiterer sehr deutlicher Unterschied, der sofort beim ersten Pfeil auffiel war, dass es anders als bei den Hex9H, praktisch keine störenden Nachvibrationen gab. Die haben mich ja bei den Hex9H doch recht stark gestört und existieren so bei den Hex9W praktisch überhaupt nicht. Die Wurfarme fühlen sich ruhig und gutmütig an, anders als die Hyperflex-WAs, die ich ja nie ganz ruhig und vibrationslos bekam, egal ob mit Sehnendämpfern oder sogar Versuchen mit WA-Dämpfern.
Das ist schon ein sehr schöner Effekt und neben dem Hauptgrund wieso ich auf Holzkern gewechselt bin (TRB-Tauglichkeit) ein sehr toller "Nebeneffekt".
Das Diva-hafte, dass ich ja am Covert Hunter bisher öfters angeprangert habe, kann ich in dieser Kombination nicht finden.
Die Pfeile, die ich auf dem Hex9H verwendet habe passten auch annähernd auf dem Hex9W, wobei ich mich statt den Nikora 3k Pro 600 tendenziell nach meinem ersten Parcoursgang mich für 500er Easton Matrix mit 100gn Spitze entschied. Diese haben ein Gewicht von ca. 360gn, also ca. 9,5 gpp, und sind somit weit über dem Mindestpfeilgewicht, das Border empfiehlt.
Die Power des Bogens ist nach wie vor beeindruckend (hier kann ich keinen Unterschied zwischen den Hex9W und den Hex9H feststellen) und das Covert-Hunter-Fieber hat einen recht schnell wieder eingefangen.
Wo würde ich den Covert Hunter jetzt in dieser Kombination mit Hex9W im Vergleich zu meinen anderen Bögen einsortieren?
Ästhetisch kommt er nicht an Timberghost G3SS, Stalker Vortex und A&H Spitfire heran, vom Auszug her und dem leisen Schießen ist der Bob Lee HardCore derzeit mein Nonplus-Ultra, aber der Covert Hunter ist, was die gefühlte Power beim Schießen angeht klar die Nummer eins (auch den A&H ACS lässt er ehinter sich), und das eben anders als mit den Hex9H-Wurfarmen ohne störende Vibrationen oder ein zu divenhaftes Verhalten.
Ich für meinen Teil würde jedem mal empfehlen, der Probleme mit den Hex9H-Wurfarmen hat, mal die Hex9W zu probieren.
Es ist zwar der "gleiche" Bogen, aber nicht das "selbe" Schießgefühl und hat zumindest mich mit diesen deutlich spürbaren Unterschieden doch etwas überrascht.
Die "Neverending Story" hat also sein nächstes Kapitel und zwar ein überaus positives.
PS:
Die Bilder zeigen das neue Griffstück, die extremen Recurves der Hex9W und ein Ausschnitt des Bogenregals, auf dem man gut die unterschiedlichen Wurfarmgeometrien von BobLee, Timberghost und Covert Hunter sehen kann.